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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Die Zusammenarbeit zwischen Universitäten stärken

Vertreter*innen verschiedener Universitäten in Burundi kamen zusammen, um die Zusammenarbeit zu stärken. © SEZ

Am 27. Februar 2026 kamen Vertreter*innen verschiedener burundischer Universitäten auf dem Gelände von Mont Sion in Bujumbura zusammen.

Im Mittelpunkt stand der Austausch zwischen den Universitäten mit dem Ziel, ein akademisches Netzwerk zu etablieren und die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu stärken. Dieses Netzwerk soll insbesondere Perspektiven für gemeinsame Forschungsarbeiten identifizieren und wissenschaftliche Publikationen vorantreiben. 

In diesem Zusammenhang soll das Girubuntu Institute for Peace and Reconciliation Studies (GIPRES-Mont Sion) errichtet und weiterentwickelt werden. Das Institut wird wissenschaftliche Erkenntnisse erarbeiten, um die Bildungsqualität zu verbessern, Innovationskapazitäten zu stärken und zur Entwicklung beizutragen. Der Aktionsplan 2026–2030 sieht insbesondere die Schaffung der administrativen Strukturen ab 2026 sowie die Einführung der Ausbildungsprogramme ab 2027 vor. 

Das Vernetzungstreffen wurde vom Cluster „Friedensarbeit“ zusammen mit der SEZ im Rahmen der AMAHORO! Landespartnerschaft veranstaltet.

Ihre Ansprechpartnerin

Raïssa Mpundu

Projektkoordinatorin bwirkt! Burundi und Partnerschaftsarbeit

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT JUNGE AKTIVE SEZ

Durch Partnerschaften das Leben von Menschen verbessern

Während des Besuches der Liberating Education Organization bei Together for Development in Burundi begann die Partnerschaft. Die Interviewten sind Nils Rauscher und Ephraim Ngendakuriyo (1. und 3. v.l.) © LEO

Seit 2025 verbindet Ephraim Ngendakuriyo und Nils Rauscher eine Partnerschaft. Beide hoffen, das Leben von Gemeinschaften durch zugängliche Bildung zu verbessern. Ephraim Ngendakuriyo gründete zu diesem Zweck die Organisation Together for Development – Birashoboka, während Nils Rauscher Mitbegründer der Liberating Education Organization ist. In diesem Interview erzählen sie uns, wie sie das Leben von Menschen verändern wollen und was eine gute Partnerschaft ausmacht.

Könnt ihr euch und eure Organisationen kurz vorstellen?

Ephraim: Meine Organisation heißt „Together for Development – Birashoboka”. Birashoboka bedeutet auf Kirundi „Es ist möglich”. Meine Vision ist es, ein ganzheitliches System zu etablieren, damit ganze Gemeinden ein besseres Leben haben können. Viele Menschen sind so talentiert, wissen aber nicht, wie sie ihre Talente einsetzen können. Wir zeigen ihnen, wie sie ihre Talente nutzen können und was aktuell benötigt wird. Nachdem wir sie geschult haben, werden sie Teil unseres nachhaltigen Projekts. Wir unterstützen Frauen dabei, gewalttätige Beziehungen zu verlassen. Anschließend vermitteln wir ihnen Fähigkeiten, die ihnen in ihrer Selbstständigkeit und ihrem Leben helfen. Das ist unsere Mission: Hoffnung denjenigen bringen, die keine Hoffnung mehr haben. Wir hoffen, dass das Projekt den Menschen helfen wird, ihre Gemeinschaft zu stärken. Diese Vision macht mich aus. 

Nils: Vor zweieinhalb Jahren haben wir mit Liberating Education Organization (LEO) begonnen, mit dem Ziel, die tertiäre Bildung (Berufsbildung und Bildung an Hochschulen, Anm. d. Redaktion) weltweit zugänglicher zu machen. Für viele junge Menschen ist es sehr teuer, zur Universität zu gehen, in größere Städte zu ziehen und einfach nur eine Hochschulbildung zu erhalten. Der wahre Wert von Bildung zeigt sich erst, wenn man sich beruflich spezialisieren kann. In vielen Regionen ist diese Art der Bildung jedoch schwer zugänglich. Wir haben unsere Organisation gegründet, um jungen Menschen den Zugang zu Bildung zu erleichtern. Denn am Ende bauen gebildete Menschen Gemeinschaften wie in Burundi auf. Wie du hörst, passen die Ideen von Ephraim und uns ziemlich gut zusammen. Deshalb ist es sehr schön, ihn gefunden zu haben.

Durch Bildung Gemeinschaften stärken. Das ist euer gemeinsames Ziel. Wie kam es zu eurer Partnerschaft? 

Nils: Es war eine unkomplizierte Ehe durch die SEZ. Wir haben mit einigen Mitgliedern der SEZ und des Landtags darüber gesprochen, ein solches Projekt in Burundi durchzuführen. Und dann haben sie Ephraim gefunden. Es war perfekt.

Ephraim: Zuerst wurden wir einander vorgestellt und wir begannen miteinander zu reden. Wenn man miteinander redet, findet man heraus, was möglich ist. Als sie Burundi besuchten, sahen sie, wer wir sind, und wir sahen, wer sie sind. Die Dinge nahmen ihren Lauf.

Ephraim Ngendakuriyo stellt den Nähsaal vor. © LEO

Nils: Ephraims Projekt ist eines der beeindruckendsten Projekte, die ich je gesehen habe: Es handelt sich um ein Gemeindezentrum in Nyanza Lac, das seinen ganzheitlichen Ansatz wirklich widerspiegelt.

Es gibt separate Gebäude mit unterschiedlichen Funktionen. LEO ist nur ein Teil davon, und darauf sind wir sehr stolz. In diesem Zentrum gibt es Räume, in denen Menschen sich in Landwirtschaft und neuen Praktiken weiterbilden können. Es gibt die Idee, ein Gästehaus, ein Café und ein kleines Restaurant für die Mitglieder der Gemeinde zu bauen. Es gibt einen großen Gemeindesaal für öffentliche Veranstaltungen.

Es gab bereits Projekte für Sexarbeiterinnen oder junge alleinstehende Frauen, die Probleme haben, ihre Familien zu ernähren. Seine Organisation bringt ihnen das Nähen bei.

Ephraim: Im letzten Jahr haben 354 Menschen dieses Programm absolviert.

Nils: Als wir dort waren, hatten wir die Gelegenheit, einige der Menschen zu treffen, die an dem Programm teilgenommen haben. Man konnte wirklich sehen, wie sich ihr Leben verändert hat. Es gibt einen kleinen Laden, in dem sie die Dinge verkaufen, die sie nähen. Es ist ein großes Ökosystem, und jetzt schließen wir uns mit dem Computerraum an. Wir haben Photovoltaik-Anlagen installiert, die das gesamte Zentrum mit Strom versorgen.

Wir werden Universitätskurse aus aller Welt anbieten. Dabei werden wir auch versuchen, eine sehr praktische Ausbildung anzubieten, die sie sofort anwenden können: z. B. die Gründung eines kleinen Unternehmens, mehr Wissen über Landwirtschaft oder Programmieren, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. 

Wir werden versuchen, eine Vielzahl von Kursen anzubieten, die von Nutzen sein können. Dank der Finanzierung sind wir auch flexibel genug, um Kurse anzubieten, die speziell auf die Bedürfnisse der Menschen in Nyanza Lac zugeschnitten sind. Es wird Programme zu Unternehmertum und digitaler Kompetenz geben, Programme zu Landwirtschaft, Viehzucht, Klimawandel und mehr. Wir freuen uns darauf, nicht nur unsere Kurse anzubieten, sondern uns auch an das Ökosystem anzupassen, das Ephraim sich vorgestellt hat.

Wie wollt ihr das Ökosystem ergänzen?

Nils: Eine sehr konkrete Möglichkeit besteht darin, Menschen, die bereits an Ephraims Programm teilnehmen, Unternehmertum und Finanzkompetenz zu vermitteln. Auf diese Weise lernen sie, wie sie ihr Unternehmen führen und ausbauen können. Möglicherweise erhalten sie auch weitere Ideen, wie sie ihr Geschäft auf neue Bereiche ausweiten können. Unser Programm passt sehr gut zu diesem Ort, da hier bereits ein starkes Bewusstsein für Bildung vorhanden ist. Durch die digitalen Geräte hat der Ort Zugang zum gesamten Wissen der Welt. Deshalb wollen wir sehr flexibel bleiben und uns an die Bedürfnisse der Menschen dort anpassen. Im Laufe der Zeit werden noch viele Dinge hinzukommen.

Ephraim: Im Gemeindezentrum können wir alles unterrichten. Die Gemeinde kann beispielsweise durch Videos von Menschen lernen, die in der Landwirtschaft oder Viehzucht erfolgreich sind. Wir kochen nahrhaften Brei für unterernährte Kinder und produzieren selbst Soja und Mais. Wir bringen den Menschen bei, wie man Gemüse anbaut, aus dem wir natürliche Seife herstellen. Computerkenntnisse sind ebenfalls ein wichtiger Pfeiler unserer Bildung: um zu wissen, was in der Welt geschieht, und um von anderen zu lernen. Mit Computern vermitteln wir jungen Menschen, die keine Möglichkeit haben, die Highschool oder Universität zu besuchen, Fähigkeiten, die ihnen helfen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Unsere Idee ist es, Frieden zu stiften, zum Beispiel mit Fußball. Wir haben während des Krieges sehr stark gelitten. Jetzt nutzen wir den Sport als eine Art Therapie für die Gemeinschaft. Wir wollen vom Süden bis zum Norden strahlen und der Gemeinschaft alle Fähigkeiten vermitteln, die den Menschen helfen können, ihr Leben zu verbessern. Mit dem Zentrum kann das Licht über Nyanza Lac und über die Landesgrenzen hinaus strahlen.

Wie funktioniert der Unterricht im Computerraum?

Ephraim: Die Menschen zahlen eine geringe Gebühr für die Instandhaltung des Angebots und des Raumes. Für diejenigen, die sich das nicht leisten können, bieten wir eine Finanzierung an. Nach drei bis sechs Monaten findet ein weiterer Kurs statt. Nachdem die Teilnehmenden neue Fähigkeiten erworben haben und den Berufseinstieg geschafft haben, möchten wir sie noch weiter beratend begleiten. Das Programm soll die Teilnehmenden während ihres gesamten Lebens unterstützen.

Nils: Die Gebühr ist eher symbolisch zu verstehen. Wir stellen manchmal fest, dass Menschen Dienstleistungen nicht richtig wertschätzen, wenn sie kostenlos angeboten werden. Die Lehrkräfte und die gesamte Infrastruktur werden hauptsächlich vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Ihr habt eure Partnerschaft als unkomplizierte Ehe bezeichnet. Wie bleibt eine Partnerschaft unkompliziert?

Nils: In diesem speziellen Fall ist es eine der unkompliziertesten Partnerschaften, die wir haben. Unsere Interessen und unsere Programme passen einfach perfekt zusammen. Das von Ephraim vorgestellte Ökosystem ist fast perfekt für das, was wir tun wollen. Eine Partnerschaft erfordert natürlich viel Kommunikation und Transparenz. Man muss sich viel Zeit nehmen, um alles zu klären. Der Schlüssel für diese Partnerschaft ist, dass die Ideen und Interessen übereinstimmen. In Fällen, in denen wir nicht übereinstimmen, sind beide Organisationen sehr offen für Anpassungen. Aber 80 % stimmen perfekt überein. Für die restlichen 20 % kommunizieren wir viel, um eine gemeinsamen Nenner zu finden.

Ephraim: Wir haben auch ein gemeinsames Ziel. Wir kommunizieren viel und sind für alles sehr flexibel. Das macht unsere Partnerschaft nachhaltig. Wir bewerten alles gemeinsam. Wir hoffen, ein gutes Ergebnis für unsere Begünstigten zu erzielen, und sind beide leidenschaftlich daran interessiert, den Menschen, die wir unterstützen, ein besseres Leben zu ermöglichen.

Wie kann die AMAHORO! Landespartnerschaft Baden-Württemberg und Burundi näher zueinander bringen?

Nils: Für mich und viele andere, die mit uns zusammenarbeiten, ist es wahrscheinlich das erste Mal, dass wir von Burundi hören. Kooperationen mit dem privaten Sektor sind sehr wichtig, weil die Menschen so das andere Land kennenlernen. Wir haben viel mit Philipp [Keil, Anm. d. Redaktion] darüber gesprochen, wie wir nicht nur eine Einbahnstraße haben können, sondern auch von der burundischen Kultur, Lebensweise und dem Wissen lernen können.

Ephraim: Die AMAHORO! Partnerschaft kann dabei helfen, Organisationen und Menschen mit einem gemeinsamen Ziel zusammenzubringen. Was wir einzeln tun, mag sehr effektiv sein, aber gemeinsam können wir noch mehr erreichen. Durch die Zusammenarbeit erzielen wir bessere Ergebnisse für alle Begünstigten, insbesondere im Bildungsbereich. Wenn man jemanden ausbildet, verändert man seine Denkweise. Wir müssen unser Wissen teilen. Das würde uns helfen, zusammen zu kommen. Wir sollten auch unsere Kulturen zwischen Ländern und Organisationen teilen. In Kirundi sagen wir: Drei sind mehr als einer. Wenn wir Synergien zwischen Organisationen entwickeln, können wir vorankommen.

Gibt es etwas, das ihr ergänzen möchtet?

Ephraim: Die SEZ war ein Katalysator zwischen unseren Organisationen. Wir laden die SEZ ein, mit uns zusammenzuarbeiten, um in Burundi und in unserer Zusammenarbeit mehr Wirkung zu erzielen. Ihr habt bereits damit begonnen, indem ihr mir geholfen habt, Nils kennenzulernen.

Nils: Vielen Dank an SEZ für die Unterstützung bei der Suche nach einem Partner in eurem Netzwerk. Ihr hättet nichts besser machen können. Wir haben bereits darüber nachgedacht, wie wir über Nyanza Lac hinaus mit weiteren Standorten in Burundi expandieren können.

Vielen Dank

Ihre Ansprechpartnerin

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Ökologische Resilienz in Burundi stärken

Das Ziel der Organisation Greening Burundi ist es, Bäume in Burundi zu pflanzen und so die Auswirkungen vom Klimawandel abzumildern © Greening Burundi

In Kooperation mit der SEZ hat Greening Burundi eine neue Kampagne gestartet:  mehr Baumschulen für Obst-, Agroforst- und einheimische Baumarten.

Unter dem Motto „Baumschulen im Herzen der gemeinschaftlichen und ökologischen Resilienz“ reagiert die Initiative von Greening Burundi auf die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels in Burundi, insbesondere auf Dürren, Überschwemmungen und die fortschreitende Bodendegradation. In der Provinz Bubanza sind beispielsweise zwischen 2020 und 2023 fast 26 Hektar natürlicher Wald verschwunden. 

Im Rahmen dieser Kampagne wurde im Juni 2025 in Bubanza eine Baumschule eingeweiht. Im Dezember 2025 fanden in den Ortschaften Giko, Nyagonga und Kanama Pflanzaktionen und die Verteilung von Setzlingen statt. Insgesamt wurden 3.536 Setzlinge an Schulen übergeben und auf gemeinschaftlichen Flächen von 60 Haushalten eingepflanzt. 

Diese Initiative fördert nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und bindet die lokalen Gemeinschaften ein, indem sie sie in den Mittelpunkt der Wiederaufforstungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen stellt. 

Ihre Ansprechpartnerin

Fatoumata Djomeda

Verbindungsbüro Burundi Verwaltung und Finanzen

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Das Jahr in Bujumbura ausklingen lassen

Colombe Ngabirano (Mitte) spricht mit anderen Gästen bei Noeli Nziza © SEZ

Mitte Dezember lud die SEZ in Bujumbura zum gemeinsamen Jahresabschluss ein. Zahlreiche Engagierte aus Projekten der AMAHORO! Landespartnerschaft kamen zusammen, stellten sich und ihre Projekte vor und vernetzten sich untereinander. 

Bei der Jahresabschlussfeier Noeli Nziza lernten sich die zahlreichen Engagierten der Landespartnerschaft in Burundi besser untereinander kennen. Besonders durch das Speed Networking knüpften die Teilnehmer*innen wertvolle Kontakte, um in der Zukunft die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Dabei hatten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, sich und ihre jeweilige Organisation vorzustellen. Eine unterhaltsame Komponente des Speed Networkings war die Frage: „Wenn du eine Superkraft für einen Tag hättest, welche wäre das und warum?“. Diese kreative Herangehensweise lockerte die Stimmung und förderte den persönlichen Austausch.

In der entspannten Atmosphäre nutzten viele Teilnehmer*innen die Gelegenheit, um Gespräche zu vertiefen und Erfahrungen zu teilen. Die positive und lockere Stimmung während der gesamten Feier schuf eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit der Organisationen.

Insgesamt war Noeli Nziza nicht nur ein gelungenes Event zur Vernetzung, sondern stärkte auch nachhaltig die AMAHORO! Landespartnerschaft in Burundi. 

Ihre Ansprechpartnerin

Fatoumata Djomeda

Verbindungsbüro Burundi Verwaltung und Finanzen

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT FAIR HANDELN SEZ

Im Gespräch mit Nataliya Yarmolenko

Nataliya Yarmolenko ist neue Vorständin bei der Fair Trade Genossenschaft WeltPartner © WeltPartner eG

Seit Juni 2025 ist Nataliya Yarmolenko im Vorstand von WeltPartner eG. Ursprünglich Ärztin mit dem Schwerpunkt Naturheilkunde wechselte sie 2002 in die nachhaltige Wirtschaft bei Weleda. Im Interview spricht sie darüber, wie Genossenschaften Frauen* weltweit stärken können und welche Rolle internationale Partnerschaften dabei spielen. 

Worauf freuen Sie sich am meisten in Bezug auf die AMAHORO! Landespartnerschaft?
Ich freue mich sehr darauf zu erleben, wie in der AMAHORO! Landespartnerschaft unterschiedliche Akteur*innen – Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – zusammenwirken. Wo sich Engagement und Handel ergänzen, entsteht eine besondere Wirkkraft: wirtschaftliche Teilhabe schafft konkrete Perspektiven, politische Kooperation gibt ihnen Struktur und Sichtbarkeit. Gerade in Burundi, wo Frauen* häufig das Rückgrat ihrer Familien und Gemeinschaften bilden, können faire Handelsbeziehungen einen echten Unterschied machen – sie eröffnen Einkommen, Anerkennung und Selbstbestimmung.

Welche Chancen sehen Sie in Genossenschaften und im fairen Unternehmertum, damit mehr Frauen am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können?
Genossenschaften sind gelebte Teilhabe – sie ermöglichen Frauen nicht nur mitzuarbeiten, sondern auch mitzugestalten und mitzubesitzen.
Im Fairen Handel sehen wir immer wieder, wie Frauen dadurch zu Unternehmerinnen werden, Verantwortung übernehmen und ihre Gemeinschaften stärken. Das Modell der Genossenschaft verbindet wirtschaftliche Stabilität mit sozialer Gerechtigkeit – und genau das brauchen wir, um Frauen weltweit nachhaltig zu stärken. Nicht ohne Grund ist WeltPartner selbst als Genossenschaft organisiert: Diese Struktur ermöglicht Mitbestimmung, Transparenz und langfristiges Vertrauen – auch über Kontinente hinweg.

Wie können internationale Partnerschaften zu mehr Gleichberechtigung beitragen?
Internationale Partnerschaften schaffen Räume für Begegnung und gemeinsames Lernen. Wenn wir wirklich zuhören, können wir voneinander verstehen, was Gleichberechtigung in den jeweiligen Lebensrealitäten bedeutet. In Burundi – wie auch bei uns – braucht es Strukturen, die Frauen wirtschaftlich unabhängig machen und ihre Stimme stärken. Solche Partnerschaften zeigen: Gleichberechtigung ist kein Zustand, den man erreicht, sondern ein Weg, den man gemeinsam geht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Mehr zur Partnerschaft und fairem Unternehmertum

Ihre Ansprechpartnerin

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ WIRTSCHAFT

Wie Genossenschaften Frauen stärken

Steffen Müller, Geschäftsführer GESTE, Nataliya Yarmolenko, Vorständin WeltPartner eG, Ange Muyubira, Geschäftsführerin Kaz’O’Zah und Astère Hatungimana, 1. Vorsitzender BDD e. V., diskutierten darüber, wie Genossenschaften Frauen stärken © SEZ

In einer von Unsicherheit und Ungleichheit geprägten Welt ist wirtschaftliche Stabilität ein entscheidender Faktor für Frieden und Sicherheit. Genossenschaften sind ein gelungener Ansatz, um mehr wirtschaftliche Teilhabe zu fördern. Denn ihre Organisationsform ermöglicht es, dass alle Mitglieder gemeinsam wirtschaften und entscheiden. Beim BW-Burundi Netzwerktreffen am 20. November diskutierten Engagierte darüber, welche Rolle Genossenschaften dabei spielen, Geschlechterungerechtigkeiten zu reduzieren.

Steffen Müller, Geschäftsführer der GESTE, erläuterte in seinem Vortrag, dass Genossenschaften trotz ihrer demokratischen Strukturen nicht automatisch gesellschaftliche Ungleichheiten abbauen. Vielmehr müssen diese Strukturen aktiv mitgedacht und aufgebrochen werden, indem Frauen beispielsweise aktiv gefördert werden.   

In der Podiumsdiskussion betonte Nataliya Yarmolenko, Vorständin von WeltPartner eG, dass Genossenschaften ein Gegenmodell zur modernen Wirtschaftsweise darstellen, das häufig auf Konkurrenz und Profitmaximierung basiert. Das derzeitige Wirtschaftssystem stellt für Frauen oft ein Hindernis dar, um Führungspositionen zu übernehmen. Hier können Genossenschaften ansetzen, Frauen fördern und ein sinnvolles und würdevolles Arbeiten ermöglichen.

Astère Hatungimana, 1. Vorsitzender BDD e. V., hob die Rolle der Frauen in Burundi als Säulen der Gesellschaft hervor. Denn Frauen sind diejenigen, die sich für die Familie einsetzen und sie zusammenhalten. Er betonte, dass die Stärkung von Genossenschaften mit einem Fokus auf Frauen nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch gesellschaftlichen Wandel fördern kann. Denn das gemeinsame Zusammenarbeiten kann große Veränderungen herbeiführen.  

Ange Muyubira, Gründerin und Geschäftsführerin von Kaz’O’zah, hob hervor, dass finanzielle Unabhängigkeit Frauen dabei hilft, selbstbewusster zu werden und neue Räume zu erschließen. Damit dieser Wandel gelingt, müssen jedoch auch die Männer mitgenommen werden. Geschehe das nicht, könnte es zu mehr Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt führen.  

Diese Erkenntnisse aus dem BW-Burundi Netzwerktreffen verdeutlichen, dass gemeinschaftliche Ansätze der Schlüssel zu einem gerechteren Wirtschaftssystem sind.

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ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Die Geschichte Ruandas aufarbeiten: Lesung von Gaël Fayes Jacaranda

Mit seinen Worten inspirierte Autor Gaël Faye die Jugend. Philine Sauvageot (links) moderierte und Isabel Lienenkämper (rechts) dolmetschte. © Sebastian Wenzel

Sein Debütroman Petit Pays, dt. Kleines Land, machte ihn 2017 zum Nachwuchsstar der französischen Literaturszene. Seit 2025 ist dieses Buch auch Pflichtlektüre für das Französisch-Abitur in Baden-Württemberg. Am 25. September 2025 kam der Autor Gaël Faye nach Stuttgart, um sein neuestes Werk Jacaranda vorzustellen.

Das Buch, das 2024 mit dem renommierten Literaturpreis Renaudot ausgezeichnet wurde, erzählt von den Nachwirkungen des Völkermordes in Ruanda anhand der Familiengeschichte des jungen Milan: Als Kind hört Milan von Ruanda nur in den Nachrichten. Erst als junger Erwachsener reist er nach Kigali und setzt sich mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinander. Jacaranda lädt dazu ein, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und sich im Protagonisten Milan wiederzuerkennen.

Der stumme Zeuge: der farbenprächtige Jacaranda-Baum

Der titelgebende Jacaranda steht als Metapher für den stummen Zeugen, der den Völkermord miterlebt hat und nimmt eine zentrale Rolle in der Familiengeschichte Milans ein. Mit seinen farbenprächtigen Blüten lädt dieser Baum die Leser*innen dazu ein, sich sowohl mit der Schönheit der Natur als auch mit der Dunkelheit des Krieges auseinanderzusetzen. Er symbolisiert die Kontinuität des Lebens trotz der schmerzlichen Vergangenheit.

Durch Empathie und Verständnis verbindet Faye seine eigene Generation mit der Generation seiner Eltern. Dabei sprach er offen über transgenerationales Trauma, aber auch von Verbindungen zurück in die Region. Er selbst hätte nie gedacht, dass er nach Ruanda zurückkehren und dort seine Kinder aufwachsen sehen würde.

Die besondere Rolle der Kunst in der Erinnerungskultur

Mit dieser Lesung inspirierte Gaël Faye zahlreiche junge Menschen, sich mit der Vielschichtigkeit von Geschichte auseinanderzusetzen. Faye hob die Rolle der Kunst und Literatur in der Erinnerungskultur hervor. Denn im Gegensatz zur Politik und Wissenschaft bietet die Kunst mehr Freiheiten, um Geschichte zu wahren und sich zu erinnern. Er ermutigt die Jugend dazu, selbst zu schreiben, in ihren eigenen Worten zu erzählen und damit Geschichte und Erinnerung mitzuprägen.

In seinen Erzählungen stellt Faye die allgemeingültigen Themen Menschheit, Kindheit, Freundschaft, Freude und den Frieden in den Vordergrund. Denn das sind die Themen, die ihn bewegen. Aber nicht nur ihn: Wir alle können uns damit identifizieren. So schaffte er eine nahbare Atmosphäre, signierte nach der Lesung Bücher und nahm sich Zeit für persönliche Begegnungen.

Sein Wunsch, dass die gesamte Region in Frieden leben möge, begleitet uns über das Ende der Veranstaltung hinaus.

Diese Veranstaltung war eine Kooperation zwischen dem Institut Français, dem Hospitalhof Stuttgart, dem Literaturhaus Stuttgart und der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Ein herzliches Dankeschön ebenso an den Piper-Verlag. Beim Verlag ist Jacaranda auf Deutsch erhätlich.

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MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT BWIRKT! PROJEKT­FÖRDERUNG

bwirkt! Burundi – Ihre Förderlinie für Partnerschaftprojekte

Es ist wieder soweit: Sie haben die Möglichkeit Ihr Partnerschaftsprojekt in Burundi fördern zu lassen. Reichen Sie zwischen dem 1. September und 17. Oktober einen Antrag bei bwirkt! Burundi ein und erhalten Sie so die Chance auf eine Förderung bis zu 20.000€.

bwirkt! Burundi ist die Fördermöglichkeit der SEZ für Projekte in Burundi durch Mittel des Landes Baden-Württemberg. Das Förderprogramm bwirkt! Burundi dient der Stärkung und Festigung der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi.
Die Förderschwerpunkte sind:

  • Ernährungssicherheit
  • Einkommensschaffung
  • Friedensförderung

Wer ist antragsberechtigt?

  • Organisationen aus Baden-Württemberg, die idealerweise bereits eine Partnerschaft bzw. einen Kontakt mit einer Organisation in Burundi haben oder in Anbahnung einer Partnerschaft sind.
  • Die antragsstellende Organisation sollte ihren Sitz in Baden-Württemberg haben.
    Im Einzelfall können sich auch deutschlandweit Organisationen bewerben.
  • Pro Organisation kann nur ein Antrag auf bis zu 20.000 € eingereicht werden.
  • Mindestens 15% der Gesamtausgaben müssen Eigenmittel sein.
  • Die Projekte dürfen maximal 12 Monate laufen.
  • Der offizielle Start der Projekte muss zwischen dem 12. Januar und 12. Februar 2026 liegen.

Grundsätzlich nicht gefördert werden können:

  • Reine Besuchsprogramme.
  • Projekte, die der Form und dem Zweck nach einer institutionellen Förderung entsprechen würden.
  • Laufende Kosten, die auch nach Abschluss eines Projektes notwendigerweise anfallen (Strom, Miete, auf Dauer notwendige Gehälter, z. B. für Lehrkräfte).
  • Reise- & Personalkosten der antragstellenden Institution aus Baden-Württemberg.

Um Ihren Antrag einzureichen, nutzen Sie das digitale Antragsportal der SEZ. Der Einsendeschluss ist der 17. Oktober 2025 um 16:00 Uhr MESZ. Anträge per Post oder E-Mail können nicht berücksichtigt werden.

Gerne können sie einen Termin für eine Beratung ausmachen. Kontaktieren Sie dazu Ihre Ansprechpartnerin Raïssa Mpundu unter bw-burundi@sez.de.

Inspiration gefällig? Einblicke in ein Projekt aus dem Jahr 2024

Ein Beispiel aus dem Förderjahr 2024 zeigt wie vielfältig die Projekte sind:

Von Januar bis Juni 2025 reiste das Theaterstück Ingundu y’Umuganuro durch Burundi. Es erzählt die Geschichte der alten Umuganuro-Feier auf neue Weise. Dabei ging es darum, sich an die eigenen Wurzeln zu erinnern, über die Vergangenheit nachzudenken und neue Gespräche über Zusammenhalt und Frieden im Land anzustoßen.

In dieser Zeit gab es 18 Aufführungen mit anschließenden Diskussionen – an Universitäten, Schulen und Kulturzentren. Statt der erwarteten 4.500 kamen rund 12.000 Menschen. Viele von ihnen erzählten später, wie stark das Stück sie berührt hat. Lehrkräfte, Studierende, Geistliche und Dorfälteste sagten: Dieses Theater gibt der Kultur Würde zurück, bringt Menschen näher zusammen und stärkt die Arbeit für Frieden und Versöhnung.

So wurde das Projekt zu einem wichtigen Schritt für Heilung und gemeinsames Weitergehen in Burundi.

Fokus auf nachhaltige Entwicklungsziele seit 2018

Seit 2018 unterstützt bwirkt! Burundi Projekte im Partnerland Baden-Württembergs. Seitdem wurden 89 Projekte mit einer durchschnittlichen Fördersumme von ca. 300.000 € pro Jahr in verschiedenen Gegenden und Städten Burundis gefördert. Nahezu die Hälfte aller Vorhaben trug zur Erreichung von SDG 1 (“Keine Armut”) bei. Jeweils ein Drittel konzentrierte sich auf SDG 2 („Kein Hunger“), SDG 3 („Gesundheit und Wohlergehen“) sowie SDG 8 („Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“). Die untere Graphik verdeutlicht, wie viele Projekte sich mit den jeweiligen SDGs befassen.

Anmerkung: Organisationen können mehrere SDGs in ihren Projekten angehen.

Man sieht eine Grafik für die Verteilung der SDGs. 45% SDG 1 34% SDG 2 34% SDG 3 13% SDG 4 25% SDG 5 3% SDG 6 1% SDG 7 33% SDG 8 6% SDG 9 21% SDG 10 4% SDG 11 6% SDG 12 10% SDG 13 0% SDG 14 0% SDG 15 17% SDG 16 13% SDG 17
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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Reise nach Burundi

Bild: Die „Schlucht der Deutschen“ beeindruckt durch ihre tektonischen Verwerfungen © Andy Gerard Nibizi

Burundi, das Partnerland Baden-Württembergs, besticht durch eine atemberaubende Natur, Nationalparks und historische Stätten. Ein Muss bei jeder Reise: ein Auftritt der „Tambourinaires du Burundi“. Der rituelle Tanz der königlichen Trommler wurde 2014 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe erklärt.

Grüne Hügel erstrecken sich sanft am Horizont, das Licht spiegelt sich am endlos erscheinenden Tanganjika-See und mittendrin befindet sich die lebhafte Stadt Bujumbura: Das ist Burundi – ein kleines Land in Ostafrika.

Burundi liegt in der Region der Großen Seen. Einer dieser Seen ist der Tanganjika ‒ der zweittiefste See der Welt. Entlang des Tanganjika laden Sie idyllische Resorts zur Erholung ein. 

Im Allgemeinen ist Burundi ein sehr grünes und wasserreiches Land. Es gibt eine Vielzahl von Wasserfällen und Flüssen, die auch von Nilpferden bewohnt werden. Die kraftvollen Ströme der Karera Wasserfälle sind ein überwältigendes Naturschauspiel, das umgeben von üppiger Vegetation ist.

Nahe der Grenze zu Tansania beeindruckt die „Schlucht der Deutschen“ mit ihren faszinierenden tektonischen Verwerfungen. Der Name erinnert an die deutsche Kolonialzeit (1896 – 1916): Während des Ersten Weltkriegs flüchteten deutsche Soldaten in diese Schlucht.

Großstädte wie Bujumbura locken mit ihrer großen Auswahl an kulturellen Veranstaltungen, Cafés und Restaurants. Eines dieser Festivals ist die Marahaba Music Expo. Dieses internationale Musikforum für Afrika findet alle zwei Jahre statt. Musikschaffende aus Afrika und der ganzen Welt locken zahlreiche Besucher*innen nach Bujumbura.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Monument der Einheit in Bujumbura
  • Unabhängigkeitsdenkmal in Bujumbura
  • Rusizi-Nationalpark in Bujumbura
  • Nationalmuseum in Gitega
  • Heiligtum der Trommeln in Gishora, Gitega
  • Karera-Wasserfälle in Rutana
  • Schlucht der Deutschen in Rutana
  • Resorts am Tanganjika-See
  • Quelle des Nils in Bururi
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Hauptstadt: Gitega (politisch), Bujumbura (wirtschaftlich)

Währung: Burundi-Franc

Zeitzone: In Burundi wird die zentralafrikanische Zeit verwendet (CAT). Während der mitteleuropäischen Sommerzeit befinden sich Deutschland und Burundi in derselben Zeitzone. Während der Winterzeit gehen die Uhren in Burundi eine Stunde vor. 

Sprachen: Kirundi, Französisch

Klima: tropisch-wechselfeucht. Die Höhenlage mildert die Temperaturen ab.

Regenzeit: November bis Dezember, Februar bis Mai. Aufgrund des Klimawandels verschieben sich die Regen- und Trockenzeiten.

Beste Reisezeit: Während der großen Trockenzeit zwischen Juni und Oktober.

Höchste Erhebung: Mont Heha (2684 m)

Kleidung: In Burundi ziehen sich die Menschen schick an. Auf formale Kleidung wird insbesondere bei offiziellen Terminen wert gelegt. Kurze Hosen, kurze Röcke (oberhalb des Knies) und freizügige Oberteile sind in Burundi unangebracht.

Die burundische Küche ist vielfältig. Viele Gerichte basieren auf Bohnen, Kochbananen, Süßkartoffeln, Maniok, Mais und Erbsen. Durch die Lage am See ist der frische Fisch Mukeke in Bujumbura eine Kostprobe wert. Vegetarische und vegane Speisen sind verbreitet. Nennen Sie dem Personal im Restaurant präzise, auf welche Lebensmittel Sie verzichten.

Probieren Sie:

  • Mukeke
  • frische Säfte und Früchte
  • Fufu aus Mais mit Milch
  • lokales Bier (“Primus”)

Kirundi ist neben Französisch eine der Amtssprachen Burundis und die meist genutzte Umgangssprache. Hier ein paar Worte für die Verständigung:

Hallo – Amahoro!
Guten Morgen – Mwaramutse
Guten Abend – Mwiriwe
Wie geht’s dir? – Uraho?
Gut. Und dir? – Jewe ndakomeye, nawe?
Auch, danke – Na jewe, urakoze.
Vielen Dank – Murakoze cane
Tschüss – Tuzosubira
Ich heiße… – Nitwa…
Ja – Ego
Nein – Oya

In Burundi können Sie zahlreiche Souvenirs als Erinnerung an Ihre Reise erwerben.
Das Kunsthandwerk hat in Burundi eine lange Tradtion.
Eine kleine Inspiration für mögliche Souvenirs:

  • Trommel-Schlüsselanhänger
  • kleine Trommeln (Ingoma)
  • Taschen und Kleidungsstücke aus den traditionellen Stoffen Kitenge
  • Körbe (Ibiseke)
  • Kaffee und Tee (Ikawa, Icayi)
  • Schmuck (Ibikomo)

Kulturen sind vielschichtig, spannend und machen neugierig. Zu kennen, welche kulturellen Unterschiede den Unterschied machen, bereichern Begegnungen. Häufig neigen wir jedoch dazu unsere eigene Kultur als Standard und als Grundlage für Bewertungen zu nehmen. Dabei ist es uns oft nicht bewusst, wie stark unser Denken durch Stereotype und Vorurteile geprägt ist. Unser Handeln und verinnerlichte Muster zu hinterfragen, kann dazu beitragen, dass wir Menschen respektvoll begegnen.

Folgende Fragen helfen Ihnen dabei, Ihre eigene Haltung vor und während der Reise zu hinterfragen:

  • Welche Bilder habe ich über Burundi im Kopf?
  • Was hat mein Bild von Burundi geprägt?
  • Woher kommt mein Wissen zu Burundi?

„Fremde in einer neuen Kultur sehen nur das, was sie kennen.” – Unbekannt

Ihre Ansprechpartnerin

Anna Leicht
ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi
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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Darcy Mwuhiro

Bild: Daryc Mwuhiro stellte beim Smartphone Documentary Workshop vor seinen Mitschüler*innen und den Lehrer*innen sein Projekt vor © Burundi Film Center.

September 2024 in Bujumbura: Im Rahmen des Smartphone Documentary Workshops entstanden in kürzester Zeit neun beeindruckende Trailer. Das einzige Werkzeug? Ein Smartphone. Dieser Workshop entstand durch eine Kooperation zwischen der Filmakademie Baden-Württemberg und dem Burundi Film Center. Finanziert wurde das Projekt von der SEZ über Mittel des Staatsministeriums Baden-Württemberg, die vom Landtag Baden-Württemberg bewilligt wurden.

Darcy Mwuhiro ist ein junger Dokumentarfilmer und Fotograf aus Burundi. Sein Schwerpunkt liegt auf Geschichten der Resilienz, Hoffnung und Friedensbildung. So interviewte er beim Smartphone Documentary Workshop im September 2024 Geflüchtete aus der DR Kongo. Im Gespräch erfahren wir, was ihn inspiriert und wie er durch Filme Menschen zusammenbringt.

Amahoro, Darcy. Wie kamst du zum Film?

Seit meiner Kindheit war ich von Filmen umgeben. Sie eröffneten andere Welten und regten meine Vorstellungskraft wie kein anderes Medium an. Filme halfen mir zu träumen, zu staunen und das Leben aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Ursprünglich wollte ich kein Filmemacher werden: Ich begann Friedensförderung und Entwicklung zu studieren. Denn ich wollte verstehen, wie Gemeinschaften nach traumatischen Ereignissen – wie Bürgerkriegen oder Genoziden – heilen können. Mit der Zeit erkannte ich jedoch, dass sich manche Wahrheiten nicht in Lehrbüchern oder Daten finden lassen – sie leben in Gesichtern, Stimmen, in der Stille und in Auseinandersetzungen. Eine Kamera kann Dinge zeigen, die Worte nicht ausdrücken können.

Was inspiriert dich bei deiner Arbeit?

In meinem Heimatland, Burundi, gibt es eine Fülle von unerzählten Geschichten – Geschichten, die von Widerstandsfähigkeit, Hoffnung und dem andauernde Weg nach Frieden erzählen. Ich möchte diese Geschichten, diese Momente einfangen und sie einem breiteren Publikum zugänglich machen: Das ist der Kern meiner Motivation. Filme haben die einzigartige Fähigkeit, Empathien zu wecken und Menschen über Kulturen hinweg miteinander zu verbinden.

Auf welche Themen legst du den Fokus in deinen Filmen?

Mit meinem Hintergrund in Friedensförderung und Entwicklung habe ich mich schon immer für Geschichten interessiert, die Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung fördern. Was mich wirklich fasziniert, sind die kleinen, kraftvollen Akte der Resilienz – Menschen, die im Verlust Sinnhaftigkeit entdecken, und Chaos in Kunst verwandeln. Das sind die Geschichten, die es verdienen, erzählt zu werden. Seit ich an der renommierten Filmakademie Baden-Württemberg studiere, beschäftige ich mich auch mit dem Spielfilm. Manchmal kann der Dokumentarfilm nicht die tief unterschwelligen Wahrheiten einfangen. Die Fiktion greift, wo die Realität versagt: Die Fantasie bringt Botschaften besser hervor und Emotionen können mehr erreichen. Ich lerne, beide Welten – Fiktion und Realität – zu verbinden. Damit ich Geschichten erzähle, die nicht nur informieren, sondern Menschen zum Handeln bewegen.

Im vergangenen Jahr hast du am Smartphone Documentary Workshop teilgenommen. Was hast du aus diesem Workshop mitgenommen?

Der Smartphone Documentary Workshop mit dem Burundi Film Center, der Filmakademie Baden-Württemberg und der SEZ hat uns gelehrt: Was zählt ist die Geschichte und der Mut, sie zu erzählen. Nur mit einem Smartphone in der Hand haben wir gelernt, bewusst die Welt zu sehen und zielgerichtet zu filmen.
Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war eine eindringliche Diskussion über Ethik im Dokumentarfilm mit unseren Trainer*innen aus Deutschland. Wir haben darüber gesprochen, was es wirklich bedeutet, die Würde der Menschen zu schützen, die uns ihre Geschichten anvertrauen. Dieses Gespräch hat mich sehr bewegt. Es hat mich daran erinnert, dass es bei der Dokumentararbeit nicht nur darum geht, Bilder einzufangen, sondern darum, die Wahrheit eines Menschen mit Sorgfalt zu vermitteln.
Dieser Workshop hat mir nicht nur beigebracht, wie man ohne großes Budget bessere Geschichten erzählt, sondern auch, wie ich meiner Stimme als Filmemacher vertrauen kann. Selbst mit einem Smartphone als Werkzeug kann eine gut erzählte Geschichte viel bewirken.

Wie kann die AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi junge Künstler*innen unterstützen?

Die AMAHORO! Partnerschaft birgt ein immenses Potenzial für junge Künstler*innen wie mich, insbesondere in Burundi. Sie kann uns den entscheidenden Zugang zu Ressourcen, Mentor*innen und Vertriebsplattformen verschaffen, die für uns oft unerreichbar sind. Darüber hinaus kann sie ein wichtiges Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt fördern, sodass Künstler*innen voneinander lernen und sich auf ihrem kreativen Weg weniger alleine fühlen.
Meiner Erfahrung nach brauchen junge Künstler*innen vor allem Empowerment und Selbstvertrauen. Wir müssen daran glauben, dass unsere einzigartigen Perspektiven und Geschichten auf der globalen Bühne wirklich zählen.
Die AMAHORO! Partnerschaft kann eine wichtige Brücke sein, die burundische Künstler*innen mit der Welt verbindet und uns allen hilft, unser volles Potenzial auszuschöpfen.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke, Darcy!

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Montag, 3. Juli 2023

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Mittwoch, 30. April 2025

Veränderung beginnt in der Art, wie wir die Welt erzählen.

Öffentlichkeitsarbeit bedeutet Verantwortung, insbesondere auch in der internationalen Partnerschaftsarbeit.

Ihre Ansprechpartnerin

Anna Leicht
ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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