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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT JUNGE AKTIVE SEZ

Durch Partnerschaften das Leben von Menschen verbessern

Während des Besuches der Liberating Education Organization bei Together for Development in Burundi begann die Partnerschaft. Die Interviewten sind Nils Rauscher und Ephraim Ngendakuriyo (1. und 3. v.l.) © LEO

Seit 2025 verbindet Ephraim Ngendakuriyo und Nils Rauscher eine Partnerschaft. Beide hoffen, das Leben von Gemeinschaften durch zugängliche Bildung zu verbessern. Ephraim Ngendakuriyo gründete zu diesem Zweck die Organisation Together for Development – Birashoboka, während Nils Rauscher Mitbegründer der Liberating Education Organization ist. In diesem Interview erzählen sie uns, wie sie das Leben von Menschen verändern wollen und was eine gute Partnerschaft ausmacht.

Könnt ihr euch und eure Organisationen kurz vorstellen?

Ephraim: Meine Organisation heißt „Together for Development – Birashoboka”. Birashoboka bedeutet auf Kirundi „Es ist möglich”. Meine Vision ist es, ein ganzheitliches System zu etablieren, damit ganze Gemeinden ein besseres Leben haben können. Viele Menschen sind so talentiert, wissen aber nicht, wie sie ihre Talente einsetzen können. Wir zeigen ihnen, wie sie ihre Talente nutzen können und was aktuell benötigt wird. Nachdem wir sie geschult haben, werden sie Teil unseres nachhaltigen Projekts. Wir unterstützen Frauen dabei, gewalttätige Beziehungen zu verlassen. Anschließend vermitteln wir ihnen Fähigkeiten, die ihnen in ihrer Selbstständigkeit und ihrem Leben helfen. Das ist unsere Mission: Hoffnung denjenigen bringen, die keine Hoffnung mehr haben. Wir hoffen, dass das Projekt den Menschen helfen wird, ihre Gemeinschaft zu stärken. Diese Vision macht mich aus. 

Nils: Vor zweieinhalb Jahren haben wir mit Liberating Education Organization (LEO) begonnen, mit dem Ziel, die tertiäre Bildung (Berufsbildung und Bildung an Hochschulen, Anm. d. Redaktion) weltweit zugänglicher zu machen. Für viele junge Menschen ist es sehr teuer, zur Universität zu gehen, in größere Städte zu ziehen und einfach nur eine Hochschulbildung zu erhalten. Der wahre Wert von Bildung zeigt sich erst, wenn man sich beruflich spezialisieren kann. In vielen Regionen ist diese Art der Bildung jedoch schwer zugänglich. Wir haben unsere Organisation gegründet, um jungen Menschen den Zugang zu Bildung zu erleichtern. Denn am Ende bauen gebildete Menschen Gemeinschaften wie in Burundi auf. Wie du hörst, passen die Ideen von Ephraim und uns ziemlich gut zusammen. Deshalb ist es sehr schön, ihn gefunden zu haben.

Durch Bildung Gemeinschaften stärken. Das ist euer gemeinsames Ziel. Wie kam es zu eurer Partnerschaft? 

Nils: Es war eine unkomplizierte Ehe durch die SEZ. Wir haben mit einigen Mitgliedern der SEZ und des Landtags darüber gesprochen, ein solches Projekt in Burundi durchzuführen. Und dann haben sie Ephraim gefunden. Es war perfekt.

Ephraim: Zuerst wurden wir einander vorgestellt und wir begannen miteinander zu reden. Wenn man miteinander redet, findet man heraus, was möglich ist. Als sie Burundi besuchten, sahen sie, wer wir sind, und wir sahen, wer sie sind. Die Dinge nahmen ihren Lauf.

Ephraim Ngendakuriyo stellt den Nähsaal vor. © LEO

Nils: Ephraims Projekt ist eines der beeindruckendsten Projekte, die ich je gesehen habe: Es handelt sich um ein Gemeindezentrum in Nyanza Lac, das seinen ganzheitlichen Ansatz wirklich widerspiegelt.

Es gibt separate Gebäude mit unterschiedlichen Funktionen. LEO ist nur ein Teil davon, und darauf sind wir sehr stolz. In diesem Zentrum gibt es Räume, in denen Menschen sich in Landwirtschaft und neuen Praktiken weiterbilden können. Es gibt die Idee, ein Gästehaus, ein Café und ein kleines Restaurant für die Mitglieder der Gemeinde zu bauen. Es gibt einen großen Gemeindesaal für öffentliche Veranstaltungen.

Es gab bereits Projekte für Sexarbeiterinnen oder junge alleinstehende Frauen, die Probleme haben, ihre Familien zu ernähren. Seine Organisation bringt ihnen das Nähen bei.

Ephraim: Im letzten Jahr haben 354 Menschen dieses Programm absolviert.

Nils: Als wir dort waren, hatten wir die Gelegenheit, einige der Menschen zu treffen, die an dem Programm teilgenommen haben. Man konnte wirklich sehen, wie sich ihr Leben verändert hat. Es gibt einen kleinen Laden, in dem sie die Dinge verkaufen, die sie nähen. Es ist ein großes Ökosystem, und jetzt schließen wir uns mit dem Computerraum an. Wir haben Photovoltaik-Anlagen installiert, die das gesamte Zentrum mit Strom versorgen.

Wir werden Universitätskurse aus aller Welt anbieten. Dabei werden wir auch versuchen, eine sehr praktische Ausbildung anzubieten, die sie sofort anwenden können: z. B. die Gründung eines kleinen Unternehmens, mehr Wissen über Landwirtschaft oder Programmieren, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. 

Wir werden versuchen, eine Vielzahl von Kursen anzubieten, die von Nutzen sein können. Dank der Finanzierung sind wir auch flexibel genug, um Kurse anzubieten, die speziell auf die Bedürfnisse der Menschen in Nyanza Lac zugeschnitten sind. Es wird Programme zu Unternehmertum und digitaler Kompetenz geben, Programme zu Landwirtschaft, Viehzucht, Klimawandel und mehr. Wir freuen uns darauf, nicht nur unsere Kurse anzubieten, sondern uns auch an das Ökosystem anzupassen, das Ephraim sich vorgestellt hat.

Wie wollt ihr das Ökosystem ergänzen?

Nils: Eine sehr konkrete Möglichkeit besteht darin, Menschen, die bereits an Ephraims Programm teilnehmen, Unternehmertum und Finanzkompetenz zu vermitteln. Auf diese Weise lernen sie, wie sie ihr Unternehmen führen und ausbauen können. Möglicherweise erhalten sie auch weitere Ideen, wie sie ihr Geschäft auf neue Bereiche ausweiten können. Unser Programm passt sehr gut zu diesem Ort, da hier bereits ein starkes Bewusstsein für Bildung vorhanden ist. Durch die digitalen Geräte hat der Ort Zugang zum gesamten Wissen der Welt. Deshalb wollen wir sehr flexibel bleiben und uns an die Bedürfnisse der Menschen dort anpassen. Im Laufe der Zeit werden noch viele Dinge hinzukommen.

Ephraim: Im Gemeindezentrum können wir alles unterrichten. Die Gemeinde kann beispielsweise durch Videos von Menschen lernen, die in der Landwirtschaft oder Viehzucht erfolgreich sind. Wir kochen nahrhaften Brei für unterernährte Kinder und produzieren selbst Soja und Mais. Wir bringen den Menschen bei, wie man Gemüse anbaut, aus dem wir natürliche Seife herstellen. Computerkenntnisse sind ebenfalls ein wichtiger Pfeiler unserer Bildung: um zu wissen, was in der Welt geschieht, und um von anderen zu lernen. Mit Computern vermitteln wir jungen Menschen, die keine Möglichkeit haben, die Highschool oder Universität zu besuchen, Fähigkeiten, die ihnen helfen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Unsere Idee ist es, Frieden zu stiften, zum Beispiel mit Fußball. Wir haben während des Krieges sehr stark gelitten. Jetzt nutzen wir den Sport als eine Art Therapie für die Gemeinschaft. Wir wollen vom Süden bis zum Norden strahlen und der Gemeinschaft alle Fähigkeiten vermitteln, die den Menschen helfen können, ihr Leben zu verbessern. Mit dem Zentrum kann das Licht über Nyanza Lac und über die Landesgrenzen hinaus strahlen.

Wie funktioniert der Unterricht im Computerraum?

Ephraim: Die Menschen zahlen eine geringe Gebühr für die Instandhaltung des Angebots und des Raumes. Für diejenigen, die sich das nicht leisten können, bieten wir eine Finanzierung an. Nach drei bis sechs Monaten findet ein weiterer Kurs statt. Nachdem die Teilnehmenden neue Fähigkeiten erworben haben und den Berufseinstieg geschafft haben, möchten wir sie noch weiter beratend begleiten. Das Programm soll die Teilnehmenden während ihres gesamten Lebens unterstützen.

Nils: Die Gebühr ist eher symbolisch zu verstehen. Wir stellen manchmal fest, dass Menschen Dienstleistungen nicht richtig wertschätzen, wenn sie kostenlos angeboten werden. Die Lehrkräfte und die gesamte Infrastruktur werden hauptsächlich vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Ihr habt eure Partnerschaft als unkomplizierte Ehe bezeichnet. Wie bleibt eine Partnerschaft unkompliziert?

Nils: In diesem speziellen Fall ist es eine der unkompliziertesten Partnerschaften, die wir haben. Unsere Interessen und unsere Programme passen einfach perfekt zusammen. Das von Ephraim vorgestellte Ökosystem ist fast perfekt für das, was wir tun wollen. Eine Partnerschaft erfordert natürlich viel Kommunikation und Transparenz. Man muss sich viel Zeit nehmen, um alles zu klären. Der Schlüssel für diese Partnerschaft ist, dass die Ideen und Interessen übereinstimmen. In Fällen, in denen wir nicht übereinstimmen, sind beide Organisationen sehr offen für Anpassungen. Aber 80 % stimmen perfekt überein. Für die restlichen 20 % kommunizieren wir viel, um eine gemeinsamen Nenner zu finden.

Ephraim: Wir haben auch ein gemeinsames Ziel. Wir kommunizieren viel und sind für alles sehr flexibel. Das macht unsere Partnerschaft nachhaltig. Wir bewerten alles gemeinsam. Wir hoffen, ein gutes Ergebnis für unsere Begünstigten zu erzielen, und sind beide leidenschaftlich daran interessiert, den Menschen, die wir unterstützen, ein besseres Leben zu ermöglichen.

Wie kann die AMAHORO! Landespartnerschaft Baden-Württemberg und Burundi näher zueinander bringen?

Nils: Für mich und viele andere, die mit uns zusammenarbeiten, ist es wahrscheinlich das erste Mal, dass wir von Burundi hören. Kooperationen mit dem privaten Sektor sind sehr wichtig, weil die Menschen so das andere Land kennenlernen. Wir haben viel mit Philipp [Keil, Anm. d. Redaktion] darüber gesprochen, wie wir nicht nur eine Einbahnstraße haben können, sondern auch von der burundischen Kultur, Lebensweise und dem Wissen lernen können.

Ephraim: Die AMAHORO! Partnerschaft kann dabei helfen, Organisationen und Menschen mit einem gemeinsamen Ziel zusammenzubringen. Was wir einzeln tun, mag sehr effektiv sein, aber gemeinsam können wir noch mehr erreichen. Durch die Zusammenarbeit erzielen wir bessere Ergebnisse für alle Begünstigten, insbesondere im Bildungsbereich. Wenn man jemanden ausbildet, verändert man seine Denkweise. Wir müssen unser Wissen teilen. Das würde uns helfen, zusammen zu kommen. Wir sollten auch unsere Kulturen zwischen Ländern und Organisationen teilen. In Kirundi sagen wir: Drei sind mehr als einer. Wenn wir Synergien zwischen Organisationen entwickeln, können wir vorankommen.

Gibt es etwas, das ihr ergänzen möchtet?

Ephraim: Die SEZ war ein Katalysator zwischen unseren Organisationen. Wir laden die SEZ ein, mit uns zusammenzuarbeiten, um in Burundi und in unserer Zusammenarbeit mehr Wirkung zu erzielen. Ihr habt bereits damit begonnen, indem ihr mir geholfen habt, Nils kennenzulernen.

Nils: Vielen Dank an SEZ für die Unterstützung bei der Suche nach einem Partner in eurem Netzwerk. Ihr hättet nichts besser machen können. Wir haben bereits darüber nachgedacht, wie wir über Nyanza Lac hinaus mit weiteren Standorten in Burundi expandieren können.

Vielen Dank

Ihre Ansprechpartnerin

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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FUTURE FASHION JUNGE AKTIVE

Neue Kampagne von Future Fashion gelauncht

Nachhaltig(er) konsumieren - das ist das Ziel von Repair & Care, der neuen Kampagne des Gemeinschaftsprojektes Future Fashion.

„Du hast auch einen Stapel mit Klamotten zum Flicken bei dir herumliegen und weißt nicht genau, wohin damit? Auf jeden Fall nicht in die Tonne, denn zu viele Kleidungsstücke – wait for it: jedes vierte Teil von uns! – landet oft ungetragen im Müll. Dabei könnten wir damit noch ganz schön Eindruck machen.“

Die Kampagne bietet wichtige Fashion Facts, praktisches Know-How und stellt Menschen und Initiativen vor, die sich mit dieser Art von nachhaltiger Mode beschäftigen. Ziel ist es, dass Verbraucher*innen das nötige Wissen haben, bewusstere Entscheidungen zu treffen.

Repair & Care findet nicht nur auf Social Media statt. Future Fashion kommt im Rahmen der Kampagne mit Workshops, Vorträgen und Mitmachangeboten an mindestens zehn Orte in Baden-Württemberg. Dort wird theoretisches und praktisches Wissen vermittelt und Content für die Kampagne generiert. Unsere Expert*innen waren am Future Fashion Friday auf der Fair Handeln Messe, beim Jugendkongress About Y anlässlich des Musikfestivals About Pop im Jugendhaus Mitte in Stuttgart und werden noch im FashionLab Ulm, im Repair Café Stuttgart und an weiteren Orten Wissen vermitteln.

Gerne weitersagen, sich vernetzen und Future Fashion auf Instagram oder TikTok für mehr Informationen folgen.

Die Kampagne Repair & Care wird ermöglicht durch

Ihre Ansprechperson

LILOU PROCHAZKOVA

Social Media

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FUTURE FASHION JUNGE AKTIVE

Future Fashion Show – Die erste nachhaltig(er)e Modeschau der Stadt

Die Future Fashion Show erwartet Modebegeisterte als großes Community-Event mit Skillshare und Workshop am 12.10.24 im White Noise in Stuttgart.

Erstmals präsentiert junge nachhaltige(re) Designende und Marken ihre Kollektion auf der Bühne von Future Fashion. Zuvor startet das community event mit Skillsharing und einem Workshop. 

Eingeladen sind alle Modebegeisterten. Die Future Fashion Show wird ein großes Treffen bei der Inspiration, Information und Interaktion ganz vorne stehen.

Du wolltest schon immer wissen, wie die heißesten Trends des Moments entstehen? Wie du deinen eigenen Fashion Content generieren und alte Klamotten wieder tragbar machen kannst? Deine Kleidung direkt und erschwinglich an der Quelle kaufen, statt abzuwarten, dass große Fast Fashion Brands sie kopieren? Eine Fashion Show mit vouging live erleben? Du hast Bock auf Austauschen und Vernetzen? Dann ist das Future Fashion Community Event 2024 mit der ersten nachhaltige(re)n Fashion Show der Stadt genau das Richtige für dich!

Das ist das Programm:

SKILLSHARE 18 Uhr, White Noise Bar

WORKSHOP 19 Uhr, White Noise Club

FUTURE FASHION SHOW 21 Uhr, White Noise Bar und Club, drinnen und draußen

AFTERSHOWPARTY 22 Uhr – spät, White Noise Club

Zu Skillshare und Fashion Show sind alle eingeladen – Eintritt auf Spendenbasis. Anmeldung und Programm für den Future Fashion-Workshop folgt in Kürze. Interessenten können sich vorab bei raquel@futurefashion.de

Diese Designenden und Brands präsentieren auf der Future Fashion Show EXKLUSIV ihre neuen Kollektionen:

  • LettyPaf – selfmade kinky, punk, stilbruch & fun im Circular Design
  • Nifrata –  einzigartige Streetware, 100% Upcycling
  • Rea – mit Upcyling Harmonie und Inspiration zu unterschiedlichen Stilen
  • Garbage Couture – Punk Chic mit freaky Materialien für die Ewigkeit
  • SOKA – Streets of Karlsruhe, mit Denim und Wiederverwertung in den Mainstream
  • Sophia Area – Rubber Soul experimentiert mit Materialität von Latex und Strick als Handwerk und mit 100% recycelbaren Stoffen
  • Theo Fair Market Place und Kleiderei Stuttgart präsentieren ihren Style.

Lasst und Stuttgart zum nachhaltigen Laufsteg für Future Fashion machen und zeigen, dass ein Wandel in der Mode und Textilindustrie gemeinsam möglich ist!

Wir freuen uns auf euer Kommen.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT JUNGE AKTIVE SEZ

Event: Dekolonisierung universitärer Partnerschaften und der Beitrag junger Menschen

Raïssa Mpundu (links oben, SEZ), Philipp Keil (links unten, SEZ),Podiumsdiskussion (v.l.): Mimmy Bigirimana (Unternehmerin und Miss Zero Plastic 2019), Yves Irakoze (YAGA-Burundi), Diomede Mujojoma (AYEI-Burundi) und Augusta Muhimpundu (Unternehmerin at 3hi); Theatergruppe Umunyinya (unten mitte) ***************************** Raïssa Mpundu (à gauche en haut, SEZ), Philipp Keil (à gauche en bas, SEZ), Panel (de gauche vers la droite): Mimmy Bigirimana (Entrepreneure et Miss Zéro Plastique 2019), Yves Irakoze (YAGA-Burundi), Diomède Mujojoma (AYEI-Burundi) et Augusta Muhimpundu (Entrepreneure à 3hi); Troupe de théâtre Umunyinya (en bas au milieu)

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français ci-dessous
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Partnerschaft. Universitäten. Eine gemeinsame Vergangenheit, die immer noch in der Gegenwart lebt. Ein gegenwärtiges und sichtbares Erbe, aber eine vom Gesetz nicht anerkannte Identität. Einzelpersonen und Institutionen. Koloniale oder antikoloniale Strukturen oder koloniale Kontinuitäten. Eine Gruppe von Blogger*innen. Eine Institution der Entwicklungszusammenarbeit. Was haben diese Gruppen miteinander zu tun?

In Zusammenarbeit mit YAGA-Burundi, einer Gruppe junger burundischer Blogger*innen, hat die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) am 05. Und 06. August 2021 eine zweitägige Konferenz und Debatte im Französischen Institut in Bujumbura ausgerichtet. Im Fokus der Konferenz standen das Thema Dekolonisierung der interuniversitären Partnerschaft und die Frage, wie insbesonders junge Menschen diesen Prozess vorantreiben können. Diese Veranstaltung ist in der Geschichte der SEZ bisher einzigartig, sowohl aufgrund ihres Veranstaltungsortes als auch aufgrund der Arbeitssprachen: Rundi war die Hauptsprache des zweiten Tages.

Zu den Hauptpunkten der beiden Tage gehörten eine Podiumsdiskussion, Präsentationen und künstlerische Darbietungen der Theatergruppe Umunyinya, die dieses heikle Thema auf tiefgründige, spielerische und humorvoll Weise behandelte. In einer Szene spielte die Theatergruppe eine Situation nach, bei der die strukturelle Ausgrenzung in Bezug auf Mobilität deutlich wurde: Welchen Weg deutsche Personen gehen müssen, um ein Visum zu bekommen und welchen Weg burundische Personen gehen müssen, mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit, das Visum nach mehrmaligem Wiederholen dann letztlich doch nicht zu bekommen. Stereotypen Bilder und Vorstellungen sind nach wie vor sehr vorherrschend. Gerade in universitären Partnerschaften sind gegenseitige Besuche, gemeinsame Forschungsvorhaben etc. stark von solchen strukturellen Unterschieden betroffen.

Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ, eröffnete den Austausch, indem er darauf hinwies, dass die burundischen und baden-württembergischen Partner*innen den gegenseitigen Austausch und das Lernen voneinander sehr schätzen. Muna Hassaballah, Leiterin des Kompetenzzentrums Burundi der SEZ, erwähnte, dass zu den Zielen der SEZ für dieses und letztes Jahr die Beteiligung junger Menschen an der Arbeit der Partnerschaft gehören, aber auch der notwendige undschmerzhafte Prozess der Dekolonisierung unseres Denkens, Handelns und Konsumierens.

Die verschiedenen Themen des Abends konzentrierten sich unter anderem auf die Anfänge der Universitätspartnerschaft in Burundi und ihre heutigen Probleme, wie Eric Nkurunziza, Dekan der Fakultät für Psychologie an der Universität der Großen Seen in seinem Beitrag erzählte. Er den Aspekt der Dekolonisierung, und zwar nicht nur der politischen, die am Tag der Unabhängigkeit erreicht wurde, sondern auch der „sprachlichen, intellektuellen, geistigen, kulturellen, ideologischen und finanziellen “ Dekolonisierung. Ohne die Wichtigkeit von Nord-Süd-Partnerschaften zu vernachlässigen, plädierte Eric Nkurunziza auch für die Stärkung von Süd-Süd-Hochschulpartnerschaften und wies darauf hin, dass es notwendig sei, „die interuniversitäre Zusammenarbeit zu depolitisieren und abwertende Sprache zu vermeiden, die Spaltungen kultiviert und verstärkt“. Einige der Folgen der Kolonialisierung, die noch heute sichtbar sind, wurden erörtert, wie z. B. die Identitätsrechte der Kinder ehemaliger Kolonisator*innen und burundischer Elternteile in Burundi, über die Issa Niyongere, der Rechtsvertreter der Association des Mulâtres des Grands Lacs, berichtete.

In der Diskussion wurden auch Lösungen angesprochen. Im Gegensatz zu dem, was wir heute sehen, sollte ein Universitätsabschluss das größte Kapital für den Einstieg in das Unternehmertum sein, um den Mangel an Arbeitsplätzen zu beheben, wie Augusta Muhimpundu und Mimmy Bigirmana, beide Unternehmerinnen, betonten. Auch die Wiederaneignung von Sprache, Geschichte, Kultur und Narrativen wurde im Hinblick auf eine bessere interuniversitäre Partnerschaft erörtert. Dies würde auch bedeuten, dass Themen wie die Rückgabe burundischer Artefakte, die während der Kolonialzeit entwendet wurden, durch die Museen in aufgeklärter Weise angegangen werden, wie Aminadab Havyarimana, Dozent und Forscher für Anthropologie an der Universität von Burundi, betonte. Da die Kultur die Seele einer Nation ist, ermutigte der Schriftsteller und Unternehmer Diomède Mujojoma junge Menschen dazu, sich unternehmerisch zu betätigen, insbesondere in der Agrarwirtschaft. Er ermutigte die Jugendlichen, mit dem Schreiben anzufangen, denn wie seine eigene Geschichte zeigt, ist es möglich, sein Ziel zu verfolgen, auch wenn man am Anfang keine Mittel hat : So hinderte ihn sein anfängliches Schreiben auf Bananenblättern nicht daran, letztendlich in Frankreich zu veröffentlichen und zur jährlichen Buchmesse in Frankreich eingeladen zu werden.

Zielgruppe dieses Events waren vor Allem junge Menschen. Menschen, die interessiert sind Partnerschaften zwischen dem songenannten Norden und Globalem Süden so zu gestalten, dass beide Gebiete respektvoll und würdevoll miteiandern arbeiten können. Der Austausch zeigte, dass dies nur unter stetiger Kotextualisierung der gemeinsamen Geschichte geschehen kann. Es bleibt aber nicht beim Blick zurück, sondern der Blick ist ebenfalls stark nach vorne gerichtet, um die Zukunft gemeinsam zu verändern. Damit interuniversitäre Partnerschaften Zugänge für junge Menschen ermöglichen und eine gemeinsame Welt erschaffen.

Beachten Sie, dass auf den verschiedenen Seiten von YAGA-Burundi sowie auf Twitter und Facebook verschiedene Beiträge veröffentlicht wurden. Wenn Sie weiterhin über die Aktivitäten des Komptenzzentrum Burundi auf dem Laufenden bleiben möchten, können Sie sich hier für die digitalen Burundi Nouvelles registrieren.

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De la décolonisation et du partenariat : quelle est la part des jeunes des universités ?

Partenariat. Universités. Un passé commun qui vit encore dans le présent. Un patrimoine présent et visible, mais une identité non reconnue par la loi. Individus et institutions. Structures coloniales ou anticoloniales ou continuités coloniales. Un groupe de blogueurs. Une institution de coopération au développement. Qu’est-ce que ces groupes ont à voir les uns avec les autres ?

En coopération avec YAGA-Burundi, un groupe de jeunes blogueurs burundais, la Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) a organisé une conférence-débat de deux jours à l’Institut français de Bujumbura les 5 et 6 août 2021. La conférence s’est concentrée sur le thème de la décolonisation du partenariat interuniversitaire et sur la question de savoir comment les jeunes en particulier peuvent faire avancer ce processus. Cet événement est unique dans l’histoire de la ZES jusqu’à présent, tant par son lieu que par les langues de travail : le Rundi était la langue principale du deuxième jour.

Les deux journées ont été marquées par un débat, des présentations et des performances artistiques du groupe de théâtre Umunyinya , qui a abordé cette question sensible de manière profonde, ludique et humoristique. Dans une scène, le groupe de théâtre a mis en scène une situation dans laquelle l’exclusion structurelle en matière de mobilité est apparue clairement : Quel chemin les Allemands doivent-ils prendre pour obtenir un visa et quel chemin les Burundais doivent-ils prendre, avec une probabilité beaucoup plus élevée de ne pas obtenir le visa au bout du compte après avoir répété plusieurs fois. Les images et les idées stéréotypées sont encore très répandues. Ces différences structurelles ont une incidence considérable sur les partenariats universitaires, les visites mutuelles, les projets de recherche conjoints, etc.

Philipp Keil, directeur exécutif de SEZ, a ouvert les activités d’échange en soulignant que les partenaires Burundais et du Bade-Wurtemberg accordent une grande importance aux échanges et à l’apprentissage mutuels. Muna Hassaballah, responsable du Centre de Compétence sur le Burundi de la SEZ, a mentionné que les objectifs de SEZ pour cette année et l’année dernière incluent la participation des jeunes dans le travail du partenariat, mais aussi le processus nécessaire et douloureux de décolonisation de notre façon de penser, d’agir et de consommer.

Les différents thèmes de la soirée ont porté, entre autres, sur les débuts du partenariat universitaire au Burundi et ses problèmes aujourd’hui, comme l’a raconté dans son intervention Eric Nkurunziza, doyen de la faculté de psychologie de l’Université des Grands Lacs. Il a souligné l’aspect de la décolonisation, non seulement la décolonisation politique réalisée le jour de l’indépendance, mais aussi la décolonisation “linguistique, intellectuelle, spirituelle, culturelle, idéologique et financière”. Sans négliger l’importance des partenariats Nord-Sud, Eric Nkurunziza a également plaidé pour le renforcement des partenariats universitaires Sud-Sud, soulignant la nécessité de “dépolitiser la coopération interuniversitaire et d’éviter le langage péjoratif qui cultive et renforce les divisions”. Certaines des conséquences de la colonisation encore visibles aujourd’hui ont été discutées, comme les droits d’identité des enfants d’anciens colonisateurs et de parents burundais au Burundi, dont a parlé Issa Niyongere, le représentant légal de l’Association des Mulâtres des Grands Lacs.

Des solutions ont également été évoquées au cours de la discussion. Contrairement à ce que nous voyons aujourd’hui, un diplôme universitaire devrait être le meilleur atout pour se lancer dans l’entreprenariat afin de remédier au manque d’emplois, comme le soulignent Augusta Muhimpundu et Mimmy Bigirmana, toutes les deux sont des entrepreneures. La réappropriation de la langue, de l’histoire, de la culture et des récits a également été discutée dans l’optique d’un meilleur partenariat interuniversitaire. Cela signifie également que des questions telles que la restitution d’objets burundais volés pendant la période coloniale sont abordées par les musées de manière éclairée, comme l’a souligné Aminadab Havyarimana, enseignant et chercheur en anthropologie à l’université du Burundi. La culture étant l’âme d’une nation, l’écrivain et entrepreneur Diomède Mujojoma a encouragé les jeunes à faire preuve d’esprit d’entreprise, notamment dans l’agroalimentaire. Il a encouragé les jeunes à se lancer dans l’écriture car, comme le montre sa propre histoire, il est possible de poursuivre son objectif même si l’on n’a pas les moyens au départ : par exemple, le fait qu’il ait d’abord écrit sur des feuilles de bananier ne l’a pas empêché de publier en France et d’être invité au salon annuel du livre en France.

Le groupe cible de cet événement était principalement les jeunes. Les personnes qui souhaitent créer des partenariats entre le Nord et le Sud global de manière à ce que les deux régions puissent travailler ensemble dans le respect et la dignité. L’échange a montré que cela ne peut se faire qu’en cotextualisant constamment l’histoire commune. Toutefois, l’accent n’est pas seulement mis sur le passé, mais aussi fortement sur l’avenir afin de changer le futur ensemble. Pour que les partenariats interuniversitaires ouvrent un accès aux jeunes et permettent ainsi la création d’un monde commun.

Notez que plusieurs posts ont été publiés sur les différentes pages de YAGA-Burundi comme sur Twitter et sur Facebook. Si vous souhaitez continuer à vous tenir au courant des activités du Centre de Compétence du Burundi, vous pouvez vous inscrire au bulletin numérique Burundi Nouvelles ici.

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