6. Fachkonferenz für sozial verantwortliche Beschaffung von IT-Hardware

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen kommen entlang der Lieferkette von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) verbreitet vor. Gleichzeitig versuchen einige Unternehmen, ihre Wertschöpfungskette sozial verantwortlich zu gestalten. Diese Ansätze können durch die öffentliche Hand wirksam unterstützt werden, indem sie bei ihrer Beschaffung darauf achtet, dass soziale Mindeststandards und Menschenrechte eingehalten werden.

Die Fachkonferenz wendet sich an AkteurInnen des öffentlichen Beschaffungswesens, der Landes- und Kommunalpolitik, von Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und IT-Unternehmen. Sie lädt ein zum Erfahrungsaustausch und zum Dialog, wie die öffentliche Hand mit ihrem Einkauf zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Menschenrechtssituation in der globalen IT-Industrie beitragen kann. NeueinsteigerInnen sind ebenso willkommen wie mit dem Thema bereits vertraute TeilnehmerInnen.

Ein Schwerpunkt liegt diesmal erstmalig auf der Rohstoffförderung. Für Beschaffungsverantwortliche galt es bislang als unmöglich, die arbeits- und menschenrechtliche Situation ganz am Anfang der Lieferkette zu berücksichtigen. Doch durch die Fortentwicklung von Unternehmensinitiativen, die durch den US-amerikanischen Dodd-Frank Act angestoßen wurden, sowie durch die neue EU-Verordnung zu Konfliktrohstoffen tun sich nun Schritt für Schritt bessere Möglichkeiten auf.

Die Fachkonferenz bietet thematische Vorträge und praxisorientierte Workshops mit sachkundigen ReferentInnen aus dem In- und Ausland. Geplant sind Vorträge ? auch von Gästen aus dem globalen Süden ? mit Hintergrundinformationen sowohl zu Menschenrechtsverletzungen bei der Rohstoffförderung als auch zu den Arbeitsbedingungen in chinesischen Fertigungsbetrieben. Ein juristischer Fachbeitrag der Kanzlei WMRC Rechtsanwälte widmet sich den rechtlichen Möglichkeiten, Sozialstandards und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in Ausschreibungen zu berücksichtigen. Außerdem werden die Ergebnisse der gerade laufenden Kurzstudie zur IT-Beschaffung in Baden-Württemberg und Schlussfolgerungen daraus präsentiert. Auch aktuelle Beispiele zur Praxis sozial verantwortlicher IT-Beschaffung werden u.a. von Dataport und von der Stadt Stuttgart vorgestellt.

Gelegenheit zur Vertiefung bieten die anschließenden Workshops zum „Kompass Nachhaltigkeit“, zu konkreten Ausschreibungen, zu Konfliktrohstoffen, zu Nachweissystemen und zur baden-württembergischen Green IT-Strategie.

Natürlich gibt es auch genügend Raum für den informellen Austausch. Für den Donnerstagabend ist eine öffentliche Veranstaltung im Hospitalhof geplant, bei der es darum geht, was zivilgesellschaftliche Organisationen im globalen Süden tun, um die Einhaltung ihrer Menschen- und Arbeitsrechte durchzusetzen.

Referenten

  • Leng Xinghou, Arbeitsrechtsaktivist aus China
  • Manfred Abele, Stadt Stuttgart
  • Henning Elbe, Dataport
  • Katja Gnittke, WMRC Rechtsanwälte Wichert und Partner
  • Dr. Erik Heyden, Umweltministerium Baden-Württemberg
  • Axel Müller, FAKT
  • Peter Pawlicki, Electronics Watch
  • Ann-Kathrin Voge, SKEW

Ansprechpartner

Uwe Kleinert

E-Mail: uwe.kleinert@woek.de

Tel.: 06221 43336-11


Details

Veranstaltungsort
  • Hospitalhof
  • Büchsenstraße 33
  • 70174 Stuttgart
Datum Donnerstag, 21. Juni 2018 von 15:00 -
Freitag, 22. Juni 2018 von 15:00
Dauer 1d
Veranstalter DEAB, WEED und Werkstatt Ökonomie