Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit

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In welchen Bereichen kann sich Deutschland entwickeln? So startete die Diskussionsveranstaltung „Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit – Wie passt das zusammen?“, zu der die SEZ im Rahmen des 10jährigen Jubiläums ihrer Fair Handeln Internationale Messe für Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln am 5. April 2018 nach Stuttgart in die Landesmesse eingeladen hatte.

Drei Stipendiatinnen von AFRIKA KOMMT! – Naseeba Bagalaaliwo, Augusta Muhimpundu und Yolanda Pitso – Unternehmenssprecher des Programms Hartwig Löffler von der Bosch GmbH sowie der kenianische Ökonom James Shikwati diskutierten unter der Moderation von Joyce M. Muvunyi. Die Podiumsteilnehmenden waren sich einig, dass eine Kehrtwende weg von ‚Hilfe und Unterstützung‘ hin zu wirklichen Partnerschaften und tatsächlichen gemeinsamen Interessen nötig sei.  

Naseeba Bagalaaliwo, Rechtsanwältin und Kulturkoordinatorin aus Uganda, betonte dabei, dass bei Empowerment eher das Teilen von Macht im Vordergrund stehen müssen. Darüber hinaus vermisse sie in der Entwicklungszusammenarbeit Geschichten, die auch einmal von Misserfolg berichten. Nur so könne man sich weiterentwickeln. James Shikwati unterstrich dies mit der Aussage, dass „man niemanden ‚helfen‘ müsse, um bedeutsam zu bleiben“. Genau hier würde der Unterschied für ein tatsächliches beidseitiges Interesse deutlich. 

Augusta Muhimpundu, Psychologin aus Burundi, betonte die psychologischen Herausforderungen auf beiden Seiten der Europe-Afrika-Beziehungen und schlug die Etablierung eines neuen ‚Wir‘-Verständnisses vor. Das wichtigste Tool für erfolgreiche Kooperationen sei daher nicht das Reden, sondern das Zuhören, so Hartwig Löffler. In jedem Strategiepapier würde von der „Entwicklung“ Afrikas gesprochen, weit wichtiger sei jedoch, über die Jugend zu sprechen, wenn es um Zukunft und Nachhaltigkeit gehe. „Wir haben die Software, wir haben die Leute.“, so Yolanda Pitso, Ingenieurin aus Botswana. „Afrika braucht kein Geld, sondern Zeit, Daten und starke Denkweisen.“ so ein Fazit von James Shikwati.

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