Gedenken, Verantwortung und Zusammenarbeit mit dem Nordirak

Stuttgart, 03.08.2025 | Zum elften Jahrestag des Völkermords an den Jesidinnen und Jesiden durch den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) im Nordirak erinnert die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) an das unermessliche Leid der Betroffenen sowie daran, dass noch immer tausende Personen vermisst werden. Baden-Württemberg engagiert sich weiterhin für die jesidische Gemeinschaft in der Region Nordirak.

Der Deutsche Bundestag hat 2023 den Genozid offiziell als solchen anerkannt – ein wichtiger Schritt zur historischen Aufarbeitung und zum Schutz der Überlebenden. Bereits 2014 hatte Baden-Württemberg mit einem bundesweit beachteten humanitären Aufnahmeprogramm Verantwortung übernommen: Etwa 1.100 besonders schutzbedürftige jesidische Frauen und Kinder wurden aufgenommen – viele von ihnen Überlebende sexualisierter Gewalt. Die psychosoziale Begleitung der Betroffenen erfolgte unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan. Zu den aufgenommenen Personen gehörte auch die spätere Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad.

Strategische Partnerschaft mit dem Nordirak
Aus dem Sonderkontingent heraus entwickelte sich seit 2015 eine dauerhafte strategische Partnerschaft des Landes Baden-Württemberg mit dem Nordirak, welche zuletzt 2023 politisch erneuert wurde. Unter der Koordination der SEZ konnten bis heute über 50 Projekte in den Provinzen Dohuk und Sindschar in der Autonomen Region Kurdistan-Irak umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen Bildungsangebote, Berufsperspektiven, psychosoziale Betreuung sowie einkommensschaffende Maßnahmen für Binnenvertriebene, Rückkehrer*innen und insbesondere jesidische Frauen.

Ein Beispiel für die konkrete Unterstützung vor Ort ist das Projekt „House of Coexistence“ von Luftbrücke Irak e.V. unter der Leitung von Mirza Dinnayi, dem Träger des Aurora-Preis zur Förderung der Menschlichkeit. „Nach dem erfolgreichen Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg leistet das House of Coexistence nun einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung, zum Empowerment von Frauen und jungen Menschen, sowie zum interreligiösen Dialog vor Ort in der Ursprungsregion der Jesid*innen. Baden-Württemberg fördert unser Konzept der Friedensförderung in Schulen, kommt so auch weiterhin seiner Verantwortung nach und bleibt ein verlässlicher Partner für die Region, wofür wir sehr dankbar sind“, so Mirza Dinnayi. Das von der SEZ mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg geförderte Projekt schafft mit Räumen für ein friedliches Zusammenleben, Dialog und für psychosoziale Stabilisierung einen Ort der Hoffnung in der Region Sindschar.

Ausblick: Akteurskonferenz am 25. November 2025
Zur weiteren Stärkung und strategischen Entwicklung der Partnerschaft lädt die SEZ am 25. November 2025 zur Akteurskonferenz der Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak ins Neue Schloss Stuttgart ein. Die Konferenz bringt Politik, Zivilgesellschaft und Diaspora zusammen, um Herausforderungen, Erfolge und zukünftige Vorhaben gemeinsam zu diskutieren.

Projektkoordination Partnerschaft Nordirak: Benjamin Jakubov, Telefon: 0711-21029-15, nordirak@sez.de

Weitere Informationen: www.sez.de/nordirak

Pressekontakt: Lena Wimmer, Telefon: 0711-2 10 29-70, Mobil: 0176-35290907, kommunikation@sez.de

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