Partnerschaft auf der Fair Handeln: Baden-Württemberg und Nordirak

Gänsehautmomente auf dem Podium, informeller Austausch und Vernetzung sowie der virtuelle Besuch im Nordirak mit der Ausstellung „Nobody’s Listening“ haben die Vielseitigkeit der Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak auf der Messe Fair Handeln erlebbar gemacht. Bereits seit 2015 besteht die Partnerschaft. Zehn Jahre später vertiefen wir die Zusammenarbeit und haben die vielseitige Messe Fair Handeln mit drei wirkungsvollen Programmpunkten zur Partnerschaft ergänzt:

Ein besonderer Moment war das Podiumsgespräch zwischen Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad und Staatssekretär Florian Hassler. Beide verkörpern sowohl die Geschichte der Partnerschaft als auch die Zukunft.

Ein Ursprung der Partnerschaft ist das Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg, dass 1.100 Frauen und Kindern aus dem Nordirak eine Zukunft in Sicherheit ermöglichte. Durch das Sonderkontingent habe Baden-Württemberg hier humanitäre Verantwortung übernommen, so Staatssekretär Hassler. Doch schnell war klar, dass Baden-Württemberg auch vor Ort unterstützt. Daraus ist eine Initiative mit der Region Dohuk entstanden, die heute die Partnerschaft trägt. Mittlerweile wurden über 50 Projekte im Nordirak gefördert.

So auch Projekte von Nadia’s Initiative, der Organisation von Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad. Murad betonte im Gespräch mit Staatssekretär Hassler, dass hier in Stuttgart auf der Bühne zu sitzen, sich anfühle wie heimzukommen. Sie sei viel unterwegs, doch die Anfänge ihres Engagements lägen in Baden-Württemberg: hier habe sie durch das Sonderkontingent die Möglichkeit gehabt, ihre Stimme und für Nadia’s Initiative Partner*innen fürs Leben zu finden. Diese Worte der Wertschätzung bestärken uns in unserem Engagement für die Partnerschaft. Sie zeigen, dass aus Menschlichkeit Freundschaften entstehen, die weit über Projektzeiträume hinausreichen.

Prof. Dr. Dr. Kizilhan ist Traumapsychologe, Gründer des Institute for Psychotherapy and Psychotraumatology an der Universität Dohuk und war hauptverantwortlich für das Sonderkontingent. Im Gespräch mit Friedensforscher Dr. Siyabulela Mandela betonte er: „Kriege hören vielleicht auf, doch Trauma nicht. Das Trauma der Jesiden geht weiter.“ Die Lage im Irak ist weiterhin prekär und für viele Betroffene ist keine Rückkehr möglich. Nadia Murad betonte früh in der Partnerschaft, dass der Sindschar nicht vergessen werden dürfe. Auch deshalb ist unser Ziel: die dauerhafte finanzielle Absicherung der Projekte für Bildung, Infrastruktur und Sicherheit.

Denn in den Gesprächen wird deutlich: wir kommunizieren häufig die Erfolgsgeschichten aus Partnerschaften – von denen es viele und schöne gibt, die inspirieren – doch die Lebensrealität vor Ort können wir uns hier in Baden-Württemberg nicht vorstellen.

Der Friedens- und Menschenrechtsaktivist Dr. Mandela hat an der Universität in Erbil gelehrt und betonte, dass die Häuser und Städte im Nordirak wiederaufgebaut werden müssen. Denn nur so erhalten die Kinder vor Ort eine Chance auf eine Zukunft zuhause.

Hier setzen wir heute an, denn die Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak ist nach zehn Jahren wichtiger denn je, für Bewusstseinsbildung im Ländle und die Unterstützung der Initiativen im Nordirak – im Einsatz für eine lebenswerte Zukunft.

Fotos: SEZ/ fotonoid

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