GERECHTIGKEIT, VERGEBUNG UND VERSÖHNUNG. LNTERKULTURELLE GESPRÄCHE ÜBER DIE MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DES VERFASSUNGS- UND STRAFRECHTS, DER AUFGABE DER RELIGIONEN UND DER GESCHICHTSSCHREIBUNG/ERINNERUNGSKULTUR.

Viele afrikanische Länder vor allem Länder der Region der Afrika der großen Seen waren oder sind immer noch Schauplatz von mehreren wiederkehrenden bewaffneten Konflikten. Diese sind entweder nach einer Präsidentenwahl ausgelöst oder sie haben
einen ethnischen oder religiösen Hintergrund. Dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) zufolge sind mehr als 430.000 Menschen aus Burundi in die Nachbarländer,,Ruanda, Tansania, Uganda” usw. geflüchtet. Die Konsequenzen solcher Konflikte für die geflüchtete Bevölkerung sind dramatisch auf Grund der verschiedenen traumatischen Erlebnisse, die zu PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) führen können (Vgl. Baumann Klaus; Bendel Rainer; Maruhukiro Deogratias (Hgg.): Flucht, Trauma, lntegration. Nachkriegseuropa und Ruanda/Burundi im Vergleich. Berlin 2018; im Druck).
Nach solchen gesellschaftlichen Konflikten verlangt die Zivilgesellschaft Gerechtigkeit, um den sozialen Zusammenhalt im Land wieder zu stärken. ln anderen Ländern wie in Ruanda nach dem Völkermord vom 1994 wurde der internationale Strafgerichtshof für
Ruanda durch eine Resolution des UNO-Sicherungsrats geschaffen, um die Ereignisse während des Völkermords aufzuklären und strafrechtlich aufzuarbeiten. Auch in der Elfenbeinküste sind mehr als 3.000 Menschen nach der Präsidentenwahl im Jahr 2010 ums Leben gekommen. Der frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, muss sich in Den Haag wegen Massenmords verantworten.
lm Fall der burundischen Regierung hat der lnternationale Strafgerichtshof (lStGH) zur Verfolgung von Völkermord und Kriegsverbrechen ein Hauptverfahren wegen mutmaßlicher Verbrechen in Burundi eröffnet. Nun darf die Haager Anklagebehörde Beweise für einen möglichen Prozess sammeln. Jetzt wird kontrovers diskutiert, ob die Bestrafung der begangenen Verbrechen nicht die Versöhnung verhindern wird- oder, ob der Teufelskreis des Konflikts durchbrochen wird. Außerdem wird die Arbeit der jetzigen CVR (Wahrheits- und Versöhnungskommission) kritisiert, weil sie im aktuellen Kontext der Unterdrückung nicht in der Lage ist, die Wahrheit herauszufinden.
Das Beispiel von Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg im europäischen Kontext könnte eine Vergleichsfolie und damit eine heuristische Ebene für die Analyse und Suche von Problemlösungen in den afrikanischen Problembereichen bieten: Die Nürnberger Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem lnternationalen Militärgerichtshof sowie zwölf weitere sogenannte Nachfolgeprozesse vor einem US-amerikanischen Militärgerichtshof wollten Verbrechen ahnden und durch Strafverfolgung wenigstens in Ansätzen Gerechtigkeit schaffen für die Opfer von Gewalt und Krieg.
Freilich genügte die juristische Aufarbeitung allein nicht, Jahre später folgte eine lange Debatte der ,,Aufarbeitung der Vergangenheit” in Kultur und Gesellschaft. Das zeigt, dass Verständigung und Versöhnung komplexe Prozesse voraussetzen und alle Bereiche des öffentlichen Lebens einbeziehen müssen. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Demokratie einer der wichtigsten Werte Europas, was zur Stabilität und zum Frieden auf dem Kontinent beiträgt – wohingegen es in Afrika vor allem in der Region der Großen Seen einen Rückgang der Demokratie zu geben scheint.
Um all diese Problematik besser bearbeiten zu können, werden wir vier Tagungen veranstalten:
1. Workshop: ,,Erzählcafe” und Bericht aus der Praxis. Thema: Vertreibung und Verarbeitung der Vergangenheit: Wege zu Vergebung und Versöhnung.
2. Workshop: Thema: Umgang mit der Nachkriegsgeschichte: Rolle der Vergangenheit für den Aufbau der Zukunft; Aufstieg des Rechtsextremismus (in Europa); Rückgang des demokratischen Prozesses in Afrika.
3. Podiumsdiskussion. Thema: Möglichkeiten und Grenzen des Verfassungs- und Strafrechts; die Aufgabe der Religionen und der Politik 4. Internationales Symposium. Thema: Möglichkeiten und Grenzen des Verfassungs- und Strafrechts: die Aufgabe der Religionen und der Politik; Beitrag zur Friedensakademie für Afrika der großen Seen.
Die Veranstaltungen werden im Dezember 2018, März / April 2019, Mai 2019 und Juli 2019 durchgeführt. Am Ende der Veranstaltunqen wird ein Tagunqsband herstellt.

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