Die Geschichte Ruandas aufarbeiten: Lesung von Gaël Fayes Jacaranda

Der Autor Gaël Faye mit Philine Sauvageot, Moderation und Isabel Lienenkämper, Dolmetscherin

Mit seinen Worten inspirierte Autor Gaël Faye die Jugend. Philine Sauvageot (links) moderierte und Isabel Lienenkämper (rechts) dolmetschte. © Sebastian Wenzel

Sein Debütroman Petit Pays, dt. Kleines Land, machte ihn 2017 zum Nachwuchsstar der französischen Literaturszene. Seit 2025 ist dieses Buch auch Pflichtlektüre für das Französisch-Abitur in Baden-Württemberg. Am 25. September 2025 kam der Autor Gaël Faye nach Stuttgart, um sein neuestes Werk Jacaranda vorzustellen.

Das Buch, das 2024 mit dem renommierten Literaturpreis Renaudot ausgezeichnet wurde, erzählt von den Nachwirkungen des Völkermordes in Ruanda anhand der Familiengeschichte des jungen Milan: Als Kind hört Milan von Ruanda nur in den Nachrichten. Erst als junger Erwachsener reist er nach Kigali und setzt sich mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinander. Jacaranda lädt dazu ein, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und sich im Protagonisten Milan wiederzuerkennen.

Der stumme Zeuge: der farbenprächtige Jacaranda-Baum

Der titelgebende Jacaranda steht als Metapher für den stummen Zeugen, der den Völkermord miterlebt hat und nimmt eine zentrale Rolle in der Familiengeschichte Milans ein. Mit seinen farbenprächtigen Blüten lädt dieser Baum die Leser*innen dazu ein, sich sowohl mit der Schönheit der Natur als auch mit der Dunkelheit des Krieges auseinanderzusetzen. Er symbolisiert die Kontinuität des Lebens trotz der schmerzlichen Vergangenheit.

Durch Empathie und Verständnis verbindet Faye seine eigene Generation mit der Generation seiner Eltern. Dabei sprach er offen über transgenerationales Trauma, aber auch von Verbindungen zurück in die Region. Er selbst hätte nie gedacht, dass er nach Ruanda zurückkehren und dort seine Kinder aufwachsen sehen würde.

Die besondere Rolle der Kunst in der Erinnerungskultur

Mit dieser Lesung inspirierte Gaël Faye zahlreiche junge Menschen, sich mit der Vielschichtigkeit von Geschichte auseinanderzusetzen. Faye hob die Rolle der Kunst und Literatur in der Erinnerungskultur hervor. Denn im Gegensatz zur Politik und Wissenschaft bietet die Kunst mehr Freiheiten, um Geschichte zu wahren und sich zu erinnern. Er ermutigt die Jugend dazu, selbst zu schreiben, in ihren eigenen Worten zu erzählen und damit Geschichte und Erinnerung mitzuprägen.

In seinen Erzählungen stellt Faye die allgemeingültigen Themen Menschheit, Kindheit, Freundschaft, Freude und den Frieden in den Vordergrund. Denn das sind die Themen, die ihn bewegen. Aber nicht nur ihn: Wir alle können uns damit identifizieren. So schaffte er eine nahbare Atmosphäre, signierte nach der Lesung Bücher und nahm sich Zeit für persönliche Begegnungen.

Sein Wunsch, dass die gesamte Region in Frieden leben möge, begleitet uns über das Ende der Veranstaltung hinaus.

Diese Veranstaltung war eine Kooperation zwischen dem Institut Français, dem Hospitalhof Stuttgart, dem Literaturhaus Stuttgart und der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Ein herzliches Dankeschön ebenso an den Piper-Verlag. Beim Verlag ist Jacaranda auf Deutsch erhätlich.

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