Die Armut in Burundi ist alarmierend

Ernährung und Landwirtschaft in Burundi standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung auf dem diesjährigen Hidden Hunger Congress an der Universität Hohenheim.

Professor Aloys Misago von der Université du Burundi bezeichnete die Armut in den ländlichen Regionen des Landes als alarmierend. Die Ernährungsunsicherheit in Burundi sei doppelt so hoch wie in anderen afrikanischen Ländern südlich der Sahara. 1,7 Millionen Menschen, das ist knapp ein Sechstel der Gesamtbevölkerung, leiden unter Ernährungsunsicherheit, an den meisten Tagen im Jahr stehen pflanzliche Nahrungsmittel auf dem Speiseplan. Der durchschnittliche Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten liegt bei weniger als fünf Kilo pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland liegt allein der durchschnittliche Fleischverzehr bei knapp 60 Kilo im Jahr. Die Hauptursache für die schlechte Ernährungslage ist die Armut der Menschen. Burundi gehört weltweit mit zu den ärmsten Ländern, knapp die Hälfte der Haushalte des ostafrikanischen Landes leidet unter extremer Armut. Das beutet, sie haben ein Einkommen von weniger als 1,9 US-Dollar pro Person und Tag.

Burundi ist reich an Bodenschätzen, die dazu beitragen könnten, die Armut zu lindern, wie Professor Pascal Nkurunziza von der Université du Burundi betonte. Allerdings ist die Landwirtschaft der wichtigste Sektor, vier Fünftel der Bevölkerung sind hier tätig. Vorherrschend ist die Subsistenzlandwirtschaft, von der 91 Prozent der Menschen leben, wie Professorin Heidi E. Megerle von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg in ihrem Vortrag ausführte. Seit 2012 hat die Hochschule eine Partnerschaft mit der Université du Burundi, gemeinsam führen sie ein Projekt zur Agroforstwirtschaft in Burundi durch. „Burundi ist Weltmeister im Abholzen“, betonte Megerle. Der Grund: Holz ist fast der einzige Energielieferant, den die Menschen in Burundi verwenden. Die Folge ist Erosion und Degradation der Böden, sie verlieren ihre Fruchtbarkeit. Doch die Abholzung hat noch weiterreichende Folgen. Mit dem Bewuchs verlieren die Böden auch die Fähigkeit, Wasser zu speichern. Dies zusammen mit dem starken Bevölkerungswachstum lässt Burundi auf eine Wasserkrise zusteuern, befürchtet Megerle. „Es ist eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale.“

Lösungsmöglichkeiten, so die Fachleute bei dem Kongress, sind Aufforstung und Agroforstwirtschaft, vor allem aber mehr und besser ausgebildete Menschen. Auch Entwicklungspartnerschaften mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, aber auch mit Privatunternehmen sind, so Aloys Misago, hilfereich.

Das Land Baden-Württemberg hat schon seit Jahren eine Partnerschaft mit Burundi, „Burundi ist im Fokus der baden-württembergischen Entwicklungszusammenarbeit“, betonte Grit Puchan vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Das Land wolle unter anderem Initiativen für Frauen unterstützen, die in ländlichen Regionen leben. „Burundi ist ein wichtiges Partnerland für uns. Wir wollen unsere Partnerschaft mit Burundi ausweiten.“

Das Burundi-Forum beim Hidden Hunger Congress wurde vom Kompetenzzentrum Burundi der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) durchgeführt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Muna Hassaballah, Referentin bei der SEZ für das Kompetenzzentrum Burundi. Der 4. Hidden Hunger Congress fand vom 27. Februar bis 1. März 2019 an der Universität Hohenheim statt.

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