Corona-Krise: Nachdenken über Konsumverhalten

„Für mich ist Entwicklung kein Geldtransfer von Nord nach Süd, sondern die Frage: Wie wollen wir auf der Welt zusammenleben.“ Dies sagt Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Und diese Frage müsse man vor Ort auch in Baden-Württemberg diskutieren

Eine Möglichkeit ist in seinen Augen, staatliche Förderung und Investitionen an Bedingungen für Transparenz in den Lieferketten zu binden. Oder nur solche Unternehmen zu subventionieren, bei denen soziale und ökologische Kriterien fester Bestandteil der Unternehmenspolitik sind. Als Checkliste sollte dabei den Landesministerien die Agenda 2030 mit ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung dienen. Damit könnten sie überprüfen, ob eine Entscheidung den Nachhaltigkeitszielen widerspreche. „Die Frage, wie wir die Nachhaltigkeitsziele erreichen, müsste einen genauso hohen Stellenwert haben wie zurzeit etwa die Frage, wie es mit der deutschen Autoindustrie weitergeht.“

Viele Menschen, so Keil, hätten in der Corona-Krise neu über das eigene Konsumverhalten und nachgedacht. Und darüber, was jede und jeder Einzelne für eine gerechtere Welt tun könnten „und manche“, da ist er sich sicher, „sind vielleicht zu anderen Antworten gekommen als vorher.“ Er sei sicher, dass wir alle aus der Corona-Krise etwas Wichtiges lernen könnten für den Weg hin zu einer gerechteren Welt.

Bezogen auf staatliches Handeln hat in seinen Augen die Krise gezeigt, dass der Staat viel stärker in unser Leben eingreifen kann als wir das in der Zeit davor je für möglich gehalten hätten. Diese Erfahrung mache in Zukunft Politikerinnen und Politiker „sehr unglaubwürdig, wenn sie sagen: Kitas zu, Innenstädte dicht, Grenzen geschlossen, das haben wir zwar alles gemacht – aber gegen die Tatsache, dass die Handys und die Akkus, die wir hier kaufen, Kobalt enthalten, der im Kongo von Kindern abgebaut wird und dabei täglich Kinder sterben, können wir leider nichts tun.“

Das Interview wurde in der Stuttgarter Zeitung vom 5. Juni 2020 auf S. 4 veröffentlicht unter der Überschrift „Werden Politiker nach der Corona-Krise umdenken?“

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