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FAIR HANDELN SEZ

Neuer Ausstellungsbereich ist gelauncht!

Die Messe Fair Handeln 2025 ©SEZ/Fotonoid

Die Fair Handeln – Messe für ein faires und nachhaltiges Leben – ist die größte Plattform für globale Nachhaltigkeit und faires Handeln im deutschsprachigen Raum und war vor genau 20 Jahren Pionierin für nachhaltiges und faires Wirtschaften. Sie startete im Haus der Wirtschaft in Stuttgart als Verkaufsplattform. Hier konnten sich Weltläden, der Einzelhandel und Endverbraucher*innen über neue fair gehandelte Produkte informieren und sie auch gleich kaufen.

Gamechanger – Produkte für ein besseres Morgen

20 Jahre später haben wir auf der Fair Handeln nun Großes vor:  der Launch eines neuen Ausstellungsbereiches!

Die Zukunft fairen Wirtschaftens und der Nachhaltigkeit liegt nicht allein im sogenannten globalen Süden. Produkte aus Baden-Württemberg, Deutschland und Europa, die nachhaltig, fair und sozial produziert sind, brauchen eine starke Plattform und es braucht den Austausch zwischen Nord und Süd.

Mit Gamechanger zeigen wir innovative und zukunftsfähige Lösungen aus dem sogenannten Globalen Norden und bringen so alle Akteure zusammen, die nachhaltig und fair produzieren, darüber aufklären und Bildungsabreit machen. Die Messe bekommt damit einen neuen Fokus und wird mit diesen drei Ausstellungsbereichen an den Start gehen:

  • Gamechanger – Produkte für ein besseres Morgen
  • Fairer Handel – Pioniere für eine gerechte Welt
  • Markt der FAIRänderung – Initiativen, die die Welt bewegen

Gamechanger vereinigt die erfolgreiche Sonderschau Future Fashion, die Bereiche nachhaltiges Finanzwesen, CSR sowie nachhaltiger Tourismus und fügt neue Aspekte hinzu:

  • Green & Smart Living
  • Energie & Technik
  • Reise- und Mobilitätskonzepte
  • Finanz- und Versicherungslösungen
  • Job- und Engagementangebote mit Sinn

Vom 09.–12. April 2026 bietet Gamechanger auf dem Messegelände Stuttgart nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen sowie Unternehmen des nachhaltigen Wirtschaftens eine eigene Präsentationsfläche und ergänzt damit den Fokus Fairen Handel und Entwicklungszusammenarbeit. Machen Sie sich mit uns stark für ein faires und nachhaltiges Leben.

Für alle die Gamechanger sind oder es werden wollen.

Sie wollen unbedingt dabei sein, wissen aber noch nicht genau, wie?

Melden Sie sich bei Raquel Dischinger mit den unten genannten Kontaktdaten und wir finden eine Möglichkeit Sie zum Gamechanger zu machen.

Für Gründer*innen, Start-ups und Kleinstunternehmen gibt es ein spezielles Angebot.

Melden Sie sich bei Interesse direkt bei Ines Steinacher von der Messe Stuttgart: +49 711 18560-2249, ines.steinacher@messe-stuttgart.de

Wir freuen uns darauf, Sie bei der Fair Handeln 2026 willkommen zu heißen und gemeinsam Zukunft erlebbar zu machen.

Sie wollen direkt ein Standangebot erhalten?

Ihre Ansprechpersonen

Raquel Dischinger

Projektkoordination Future Fashion, Fairtrade-Schools & Messe Fair Handeln

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Das Jahr in Bujumbura ausklingen lassen

Colombe Ngabirano (Mitte) spricht mit anderen Gästen bei Noeli Nziza © SEZ

Mitte Dezember lud die SEZ in Bujumbura zum gemeinsamen Jahresabschluss ein. Zahlreiche Engagierte aus Projekten der AMAHORO! Landespartnerschaft kamen zusammen, stellten sich und ihre Projekte vor und vernetzten sich untereinander. 

Bei der Jahresabschlussfeier Noeli Nziza lernten sich die zahlreichen Engagierten der Landespartnerschaft in Burundi besser untereinander kennen. Besonders durch das Speed Networking knüpften die Teilnehmer*innen wertvolle Kontakte, um in der Zukunft die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Dabei hatten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, sich und ihre jeweilige Organisation vorzustellen. Eine unterhaltsame Komponente des Speed Networkings war die Frage: „Wenn du eine Superkraft für einen Tag hättest, welche wäre das und warum?“. Diese kreative Herangehensweise lockerte die Stimmung und förderte den persönlichen Austausch.

In der entspannten Atmosphäre nutzten viele Teilnehmer*innen die Gelegenheit, um Gespräche zu vertiefen und Erfahrungen zu teilen. Die positive und lockere Stimmung während der gesamten Feier schuf eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit der Organisationen.

Insgesamt war Noeli Nziza nicht nur ein gelungenes Event zur Vernetzung, sondern stärkte auch nachhaltig die AMAHORO! Landespartnerschaft in Burundi. 

Ihre Ansprechpartnerin

Fatoumata Djomeda

Verbindungsbüro Burundi Verwaltung und Finanzen

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INTERVIEW PARTNERSCHAFT NORDIRAK PROJEKT­FÖRDERUNG SEZ

Im Gespräch mit Ghazalleh Pakseresht

Ghazalleh Pakseresht und Laurids Novak (SEZ) bei der Akteurskonferenz der Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak in Stuttgart ©SEZ/ Hasan Malla

Auf unserer letzten Reise in den Nordirak haben wir Ghazalleh Pakseresht getroffen. Sie ist die Mutter des verstorbenen Musikers, Unternehmers und Produzenten Xatar (geb. Giwar Hajabi). Ghazalleh war Lehrerin im Iran und musste vor Repressalien bis hin zum Gefängnisaufenthalt mit ihrem Kind Giwar (Xatar), aufgrund Ihres politischen Engagements im Iran und Irak, nach Deutschland fliehenGemeinsam haben wir die Schule für Waisenkinder vom Verein Our Bridge e. V. in Khanke, im Nordirak, besucht. Erfahren Sie im Interview mehr über das geförderte Projekt, den Bezug zu Xatar sowie die Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak.

Liebe Ghazalleh, schön, dass wir uns heute hier bei der Akteurskonferenz der Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak in Stuttgart wieder treffen und du Zeit für ein kurzes Gespräch hast. Uns interessiert vor allem, was du in dem Projekt von Our Bridge e. V. siehst, was begeistert dich an dem Projekt?

Mein Sohn Giwar, also Xatar, hat mich bei seinem Engagement für die jesidischen Kinder nach dem Genozid immer Teil haben lassen.  

Xatar war wie viele Menschen schockiert vom Massaker an den Jesidinnen und Jesiden. Deshalb wollte er unbedingt etwas für jesidische Kinder tun, die durch Daesh zu Waisenkindern geworden sind. Dann entstand durch Paruar Bako die Idee ein Waisenhaus zu bauen und Giwar hat sofort alles eingesetzt, was in seiner Macht stand, um die Idee zu realisieren. Er hat seine Rap- und Musikfreund*innen für ein Konzert arrangiert, um den Erlös nach Kurdistan zu schicken (“The Voice of The Voiceless”, Anm. der Red.). Ideen gibt es wie Sand am Meer, aber wenn die Idee nicht durch Geld unterstützt wird, dann bleibt es immer nur ein Traum. Deshalb hat Giwar, wie Paruar und Michael dankbar sagen, als Erster das Licht gezündet. 

Warum ich nach seinem Tod nochmal hingegangen bin – um ihm nah zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass ich dort seiner Seele näher bin. Ich glaube, dass er meinen Besuch mitbekommen hat, auch wenn er nicht mehr hier ist.  

Ich glaube, er wollte nicht, dass ich allein dort bin, aber das war ich nicht – du und Philipp waren dort und Paruar (Laurids Novak und Philipp Keil von der SEZ und Paruar Bako von Our Bridge e.V., Anm. d. Red.). Ihr alle habt euch um mich gekümmert, wie Botschafter von Giwar. Das war etwas ganz Besonderes für mich und hat mich abgelenkt. Vor Ort habe ich gesehen, dass sein Weg weiter geht. Deshalb war ich dort und habe sehr, sehr viel Kraft mit zurück nach Deutschland genommen.  

Ich versuche natürlich, seinen Weg durch meine Erfahrungen und in meinem Bekanntenkreis weiterzuführen, um eure Organisation beziehungsweise Paruar und Our Bridge zu unterstützen. Die Idee soll weitergehen.

Was würdest du sagen, zeichnet dieses Projekt von Our Bridge e.V. und Paruar Bako aus? Was macht es zu so etwas Besonderem?

Also das Besondere ist, was die Kinder jetzt haben. Einen Ort, wo Werte und Menschenrechte weitergeführt und gepflegt werden. Das, was ihr macht, eure Organisation, dass ihr diese Schule unterstützt, das ist etwas Besonderes. Und was mir am meisten gefällt, sind die jungen Engagierten – Paruar und Michael – sie sind einmalig, also was sie bereits alles gemacht haben.  

Philipp (Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ, Anm. d. Red.) hat vorhin gesagt, wir müssen von den Betroffenen, den Menschen vor Ort lernen. Also diese zwei jungen Männer aus Deutschland (Paruar und Michael von Our Bridge e.V., Anm. d. Red.), sind einfach nach Khanke gegangen und engagieren sich dort seit Jahren. Giwar hat nachdem Paruar ihm von der Idee erzählte auch einfach gesagt, komm das machen wir – mit vollem Vertrauen in die jungen Engagierten. Das gibt mir Kraft.  

Die Kinder haben mir erzählt, dass sie irgendwann mal Ärzte oder Lehrerinnen werden wollen. Ich habe in den Kindergesichtern und ihrem Lächeln Giwars Seele gesehen. Und auch als ich traurig war, kamen die Kinder zu mir und haben mir ein Bild von ihm gezeigt, wo steht “Unser Robin Hood”. Die Begegnungen mit den Kindern haben mich getröstet, sie haben gesagt, ich solle nicht weinen. Also das war sehr bewegend.

Es ist sehr schön, dass du deine Erlebnisse mit uns teilst und den Wert bemisst, den diese Projekte für uns haben. Auch, dass du das mit einem ganz anderen, für uns so wertvollen Blick bewertest. Vielleicht noch zum Abschluss die Frage: Was wünscht du dem Projekt?

Also ich wünsche mir für das Projekt, dass das Engagement in Deutschland auch gesehen und wertgeschätzt wird. Die Engagierten sind noch so jung, aber so weise. Sie haben so viel auf die Beine gestellt, sie geben ihr Bestes und es geht immer weiter. Das heißt, diese Unterstützung von euch, die fruchtet und das wird noch mehr – wie bei Blumen, wenn der Wind kommt und den Samen weiterträgt.

Und was würdest du der Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak wünschen?

Das ist eine sehr wichtige Frage. Ich denke, was ihr bis jetzt gemacht habt, macht ihr sehr gut, also weitermachen. Ich bin sehr dankbar und sprachlos, wie und wie sehr ihr euch für die Kurdinnen und Jesiden einsetzt und helft. Ich wünsche euch und uns, dass ihr diese Bemühungen auch in Zukunft weiter macht und weiter machen könnt.

Liebe Ghazallehmöchtest du uns noch spontan eine Idee äußern, welche Art von Projekt aus deiner Perspektive gut für die traumatisierten Kinder vor Ort sein könnte?

Musik heilt die Seele, egal was man erlebt hat. Als Mutter von Xatar und selbst Musikerin fände ich es schön, wenn man Räumlichkeiten schafft, in denen die traumatisierten Kinder Musik erleben und lernen können. Klassische Instrumente wie Geige, Klavier aber auch mit orientalischer Musik und Instrumenten wie der Sitar und Saz. Es wäre schön, wenn in zehn Jahren, die Kinder als Orchester auftreten und ihre Musik zum Beispiel hier in Europa teilen. Musik und Sport, das heilt sehr und damit kann man auch seinen Lebensunterhalt verdienen.

Für uns ist es immer ein besonderer Momentdie Schule Harman von Our Bridge zu besuchen. Einmal waren wir mit Ihnen im Heiligtum Lalesch, ein anderes Mal haben wir spannende Menschen getroffen, die jetzt auch hier bei der Akteurskonferenz sind und jetzt bei der letzten Reise im Oktober haben wir dich kennenlernen dürfen. Uns war immer bewusst, dass Xatar wie ein Patron seine Hand über Our Bridge gehalten hat, aber uns war nicht ganz klar, wie konkret. Danke, dass wir durch dich und deine Erzählungen Giwar, also Xatar, und sein Wirken persönlich erfahren konnten. Wir sind dankbar, dass wir dich dort kennenlernen durften und hoffen, dass du uns in der Partnerschaft erhalten bleibst.

Ja, natürlich das werde ich. Vielen Dank als Kurdin an euch, an die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg, und besonders an euch, Laurids (Novak) und Philipp (Keil), für euer Engagement für die Kurden und Jesidinnen in Khanke und Shengal.

Hast du noch etwas auf dem Herzen, das du gerne teilen möchtest?

Michael Erk, der Schulleiter der Schule bei Our Bridge schrieb mir nach meinem Besuch sehr bewegende Worte. Einen kurzen Ausschnitt davon, der mich sehr berührt hat, möchte ich gerne teilen: 

“Seine (Giwars bzw. Xatars) Spuren sind lebendig in den Mauern unserer Schule. In den lachenden Stimmen der Kinder. In jedem Traum, der dort neu geboren wird.” 

Das hat mich sehr beruhigt und macht mich stolz als Mutter.

Ghazalleh vielen Dank für deine Zeit und, dass du heute hier bist.

Ich danke dir, also euch, dass ich euch kennengelernt habe. Das war für mich eine einmalige Begegnung. Also vielen Dank.

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SEZ

Jahresrückblick 2025

Das Team der SEZ beim Benefizkonzert 2025 ©SEZ/ Andreas Kustreba

Highlights der SEZ im Jahr 2025

In diesem Jahr haben sich viele Menschen mit Herzblut für eine gerechtere und bessere Welt engagiert. Es war uns eine Freude, diesen Engagierten eine Plattform zu bieten, sie in Ihrem Engagement zu unterstützen und Ihre Projektideen zu fördern.

Lassen Sie mit unserem Jahresrückblick in Fotos die vielen Veranstaltungen, Projekte, Reisen und Momente der Partnerschaft Revue passieren. Viel Spaß beim Anschauen!

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PARTNERSCHAFT NORDIRAK SEZ

Akteurskonferenz 2025 im Neuen Schloss

Das Grußwort von Staatssekretär Florian Haßler bei der Akteurskonferenz (© Hasan Malla / SEZ)

Am 25. November lud die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg zur Akteurskonferenz der Partnerschaft Nordirak in das Neue Schloss nach Stuttgart ein. Zentrales Thema war die Aufarbeitung und Zukunftsperspektive für Jesidinnen und Jesiden 11 Jahre nach dem Genozid. Gleichzeitig bildete die Konferenz den Abschluss eines umtriebigen Jahres der Partnerschaft, die seit dem Sonderkontingent für Jesidische Frauen besteht und 2025 erstmals prominent auch lokale Akteure in Baden-Württemberg sichtbar machte.

Moderatorin Susanne Babila vom SWR diskutierte mit Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Christian Ritscher und Farida Khalaf wie mit „Trauma und Gerechtigkeit nach dem Genozid“ in der Gemeinschaft und der Partnerschaft aufgearbeitet wird. Farida Khalaf, selbst Überlebende des Völkermords an den Jesid*innen, berichtete eindrucksvoll von ihren Erfahrungen und machte deutlich, welche Bedeutung Anerkennung und Sichtbarkeit für Überlebende haben. Als Traumapsychologe, der im Sommer 2025 ein Zentrum für Suchthilfe und Psychotherapie in Dohuk eröffnete, hob Prof. Dr. Dr. Jan Kizilhan den hohen Stellenwert psychotherapeutischer Unterstützung bei der Bewältigung kollektiver Traumata hervor. Bundesanwalt Christian Ritscher, ehemaliger Leiter von UNITAD, betonte die zentrale Rolle juristischer Aufarbeitung, um Gerechtigkeit herzustellen und Verbrechen umfassend zu dokumentieren.

Die Konferenz bot auch Raum für künstlerische und immersive Formen der Erinnerungsarbeit. Die SEZ präsentierte die Virtual-Reality-Ausstellung „Nobodys Listening“ sowie die Fotoausstellung „Die Frauen, die den IS besiegten“ von Farida e.V.. Beide wurden von Überlebenden gestaltet und dienen gleichzeitig der Traumaaufarbeitung und der Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit.

Beim „Speed-Networking“ waren die rund 100 Teilnehmenden zur weiteren Vernetzung mit Akteuren in Baden-Württemberg eingeladen. An fünf Thementischen – Binnengeflüchtete, Klima und Energie, Wirtschaftliche Perspektiven, Unabhängig fördern und Diasporisches Engagement – wurden Impulse für die zukünftige Zusammenarbeit erarbeitet.

Prof. Dr. Ali Tatar, Gouverneur der Provinz Dohuk war angereist und traf sich am Rande der Akteurskonferenz zu einem bilateralen Treffen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der Villa Reitzenstein. Besprochen wurde die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen beiden Regionen und die gemeinsame Prioritätensetzung. „Das Engagement im Nordirak ist ein kleiner, aber wirkungsvoller Beitrag im internationalen Konzert“, betonte Kretschmann. „Wir geben den Menschen Hoffnung. Das stärkt Demokratie und Menschenrechte.“

 

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT FAIR HANDELN SEZ

Im Gespräch mit Nataliya Yarmolenko

Nataliya Yarmolenko ist neue Vorständin bei der Fair Trade Genossenschaft WeltPartner © WeltPartner eG

Seit Juni 2025 ist Nataliya Yarmolenko im Vorstand von WeltPartner eG. Ursprünglich Ärztin mit dem Schwerpunkt Naturheilkunde wechselte sie 2002 in die nachhaltige Wirtschaft bei Weleda. Im Interview spricht sie darüber, wie Genossenschaften Frauen* weltweit stärken können und welche Rolle internationale Partnerschaften dabei spielen. 

Worauf freuen Sie sich am meisten in Bezug auf die AMAHORO! Landespartnerschaft?
Ich freue mich sehr darauf zu erleben, wie in der AMAHORO! Landespartnerschaft unterschiedliche Akteur*innen – Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – zusammenwirken. Wo sich Engagement und Handel ergänzen, entsteht eine besondere Wirkkraft: wirtschaftliche Teilhabe schafft konkrete Perspektiven, politische Kooperation gibt ihnen Struktur und Sichtbarkeit. Gerade in Burundi, wo Frauen* häufig das Rückgrat ihrer Familien und Gemeinschaften bilden, können faire Handelsbeziehungen einen echten Unterschied machen – sie eröffnen Einkommen, Anerkennung und Selbstbestimmung.

Welche Chancen sehen Sie in Genossenschaften und im fairen Unternehmertum, damit mehr Frauen am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können?
Genossenschaften sind gelebte Teilhabe – sie ermöglichen Frauen nicht nur mitzuarbeiten, sondern auch mitzugestalten und mitzubesitzen.
Im Fairen Handel sehen wir immer wieder, wie Frauen dadurch zu Unternehmerinnen werden, Verantwortung übernehmen und ihre Gemeinschaften stärken. Das Modell der Genossenschaft verbindet wirtschaftliche Stabilität mit sozialer Gerechtigkeit – und genau das brauchen wir, um Frauen weltweit nachhaltig zu stärken. Nicht ohne Grund ist WeltPartner selbst als Genossenschaft organisiert: Diese Struktur ermöglicht Mitbestimmung, Transparenz und langfristiges Vertrauen – auch über Kontinente hinweg.

Wie können internationale Partnerschaften zu mehr Gleichberechtigung beitragen?
Internationale Partnerschaften schaffen Räume für Begegnung und gemeinsames Lernen. Wenn wir wirklich zuhören, können wir voneinander verstehen, was Gleichberechtigung in den jeweiligen Lebensrealitäten bedeutet. In Burundi – wie auch bei uns – braucht es Strukturen, die Frauen wirtschaftlich unabhängig machen und ihre Stimme stärken. Solche Partnerschaften zeigen: Gleichberechtigung ist kein Zustand, den man erreicht, sondern ein Weg, den man gemeinsam geht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Mehr zur Partnerschaft und fairem Unternehmertum

Ihre Ansprechpartnerin

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ WIRTSCHAFT

Wie Genossenschaften Frauen stärken

Steffen Müller, Geschäftsführer GESTE, Nataliya Yarmolenko, Vorständin WeltPartner eG, Ange Muyubira, Geschäftsführerin Kaz’O’Zah und Astère Hatungimana, 1. Vorsitzender BDD e. V., diskutierten darüber, wie Genossenschaften Frauen stärken © SEZ

In einer von Unsicherheit und Ungleichheit geprägten Welt ist wirtschaftliche Stabilität ein entscheidender Faktor für Frieden und Sicherheit. Genossenschaften sind ein gelungener Ansatz, um mehr wirtschaftliche Teilhabe zu fördern. Denn ihre Organisationsform ermöglicht es, dass alle Mitglieder gemeinsam wirtschaften und entscheiden. Beim BW-Burundi Netzwerktreffen am 20. November diskutierten Engagierte darüber, welche Rolle Genossenschaften dabei spielen, Geschlechterungerechtigkeiten zu reduzieren.

Steffen Müller, Geschäftsführer der GESTE, erläuterte in seinem Vortrag, dass Genossenschaften trotz ihrer demokratischen Strukturen nicht automatisch gesellschaftliche Ungleichheiten abbauen. Vielmehr müssen diese Strukturen aktiv mitgedacht und aufgebrochen werden, indem Frauen beispielsweise aktiv gefördert werden.   

In der Podiumsdiskussion betonte Nataliya Yarmolenko, Vorständin von WeltPartner eG, dass Genossenschaften ein Gegenmodell zur modernen Wirtschaftsweise darstellen, das häufig auf Konkurrenz und Profitmaximierung basiert. Das derzeitige Wirtschaftssystem stellt für Frauen oft ein Hindernis dar, um Führungspositionen zu übernehmen. Hier können Genossenschaften ansetzen, Frauen fördern und ein sinnvolles und würdevolles Arbeiten ermöglichen.

Astère Hatungimana, 1. Vorsitzender BDD e. V., hob die Rolle der Frauen in Burundi als Säulen der Gesellschaft hervor. Denn Frauen sind diejenigen, die sich für die Familie einsetzen und sie zusammenhalten. Er betonte, dass die Stärkung von Genossenschaften mit einem Fokus auf Frauen nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch gesellschaftlichen Wandel fördern kann. Denn das gemeinsame Zusammenarbeiten kann große Veränderungen herbeiführen.  

Ange Muyubira, Gründerin und Geschäftsführerin von Kaz’O’zah, hob hervor, dass finanzielle Unabhängigkeit Frauen dabei hilft, selbstbewusster zu werden und neue Räume zu erschließen. Damit dieser Wandel gelingt, müssen jedoch auch die Männer mitgenommen werden. Geschehe das nicht, könnte es zu mehr Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt führen.  

Diese Erkenntnisse aus dem BW-Burundi Netzwerktreffen verdeutlichen, dass gemeinschaftliche Ansätze der Schlüssel zu einem gerechteren Wirtschaftssystem sind.

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Ihre Ansprechpartnerin

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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SEZ

Zivilgesellschaftliches Engagement für Frieden in konfliktbelasteten Zeiten

Welche Rolle spielt internationale Solidarität zum Erreichen von Frieden? © Gregor Ritter/Pixabay

Wie kann Friedensarbeit gelingen, wenn politische und militärische Akteur*innen auf Konfrontation setzen? Wie kann man Versöhnung anstoßen und Vertrauen zwischen Konfliktparteien aufbauen?

Darüber diskutierten 30 Engagierte am 21. November beim Vernetzungstreffen der Partnerschaftsgruppen. Im Mittelpunkt standen die Themen Frieden, Versöhnung und Heilungsprozesse sowie das Engagement der Zivilgesellschaft.

Dr. Félicité Mugombozi hob in ihrem Vortrag die Bedeutung von zivilgesellschaftlichen Engagement in der DR Kongo hervor und ging auf psychosoziale Unterstützung und Versöhnungsprozesse ein.

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Dr. Andrijana Glavas, PhD, Dr. Félicité Mugombozi und Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan zu Traumata und den weitreichenden Folgen von Genoziden auf die nachfolgenden Generationen. Traumata von Genoziden beeinflussen weiterhin die Gesundheit zukünftiger Generationen. Dr. Glavas und Prof. Dr. Dr. Kizilhan betonten, dass Friedens- und Versöhnungsarbeit möglich ist. Es ist jedoch ein komplexer Prozess, der viele Faktoren umfasst, zu denen auch die Anerkennung von Leid und Verlust gehören.  

Das Treffen wurde in Kooperation zwischen dem Eine-Welt-Promotor*innen-Programm und dem Friedenscluster der AMAHORO! Landespartnerschaft durchgeführt.  

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Ihre Ansprechpartnerin

DR. KIDIST HAILU

Fachpromotorin für Internationale Partnerschaftsarbeit

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PARTNERSCHAFT NORDIRAK SEZ

Die SEZ vor Ort: Baden-Württemberg stärkt Zusammenarbeit mit Partnern im Nordirak

Staatssekretär Florian Haßler (links) und Gouverneur Dr. Ali Tatar (rechts) präsentieren die unterzeichnete Absichtserklärung (© Staatsministerium Baden-Württemberg)

Vom 18. bis 23. Oktober 2025 reiste die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) mit der politischen Delegationsreise von Staatssekretär Florian Haßler in das Gouvernement Dohuk im Nordirak. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Landespolitik, darunter den Mitgliedern des Landtags Ayla Cataltepe und Alena Fink-Trauschel, bekräftigte die SEZ vor Ort das bilaterale Engagement für Frieden, Stabilität, Fluchtursachenbekämpfung und nachhaltige Entwicklung in der Region.

Im Rahmen der Reise unterzeichneten Staatssekretär Haßler und Gouverneur Dr. Ali Tatar eine gemeinsame Absichtserklärung zur Fortführung und Vertiefung der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und dem Gouvernement Dohuk. Nach 2019 und 2023 handelt es sich bereits um die dritte Erneuerung der Partnerschaft.

Aktuell fördert die SEZ mithilfe von Landesmitteln rund 20 Projekte im Nordirak – mit einem Gesamtvolumen von etwa 2,5 Millionen Euro. Die Delegation aus Baden-Württemberg würdigte das starke Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Partnerorganisationen und besuchte mehrere geförderte Projekte vor Ort:

Die Partnerschaftsinitiative Dohuk entstand 2015 aus dem Sonderkontingent der Landesregierung Baden-Württemberg zur Unterstützung von Binnenvertriebenen im Nordirak. Die SEZ fungiert hierbei als Impulsgeberin, Vermittlerin und Koordinatorin der Partnerschaftsarbeit. Diese konzentriert sich auf humanitäre und entwicklungsorientierte Projekte in den Regionen Dohuk und Sindschar.

Hier finden Sie ergänzend die Pressemitteilung des Staatsministeriums Baden-Württemberg: Baden-Württemberg und Dohuk bekräftigen Partnerschaft: Staatsministerium Baden-Württemberg

Bei Interesse nehmen wir Sie gerne in den Verteiler der Partnerschaft auf. Senden Sie uns hierfür bitte eine formlose E-Mail an nordirak@sez.de

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Die Geschichte Ruandas aufarbeiten: Lesung von Gaël Fayes Jacaranda

Mit seinen Worten inspirierte Autor Gaël Faye die Jugend. Philine Sauvageot (links) moderierte und Isabel Lienenkämper (rechts) dolmetschte. © Sebastian Wenzel

Sein Debütroman Petit Pays, dt. Kleines Land, machte ihn 2017 zum Nachwuchsstar der französischen Literaturszene. Seit 2025 ist dieses Buch auch Pflichtlektüre für das Französisch-Abitur in Baden-Württemberg. Am 25. September 2025 kam der Autor Gaël Faye nach Stuttgart, um sein neuestes Werk Jacaranda vorzustellen.

Das Buch, das 2024 mit dem renommierten Literaturpreis Renaudot ausgezeichnet wurde, erzählt von den Nachwirkungen des Völkermordes in Ruanda anhand der Familiengeschichte des jungen Milan: Als Kind hört Milan von Ruanda nur in den Nachrichten. Erst als junger Erwachsener reist er nach Kigali und setzt sich mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinander. Jacaranda lädt dazu ein, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und sich im Protagonisten Milan wiederzuerkennen.

Der stumme Zeuge: der farbenprächtige Jacaranda-Baum

Der titelgebende Jacaranda steht als Metapher für den stummen Zeugen, der den Völkermord miterlebt hat und nimmt eine zentrale Rolle in der Familiengeschichte Milans ein. Mit seinen farbenprächtigen Blüten lädt dieser Baum die Leser*innen dazu ein, sich sowohl mit der Schönheit der Natur als auch mit der Dunkelheit des Krieges auseinanderzusetzen. Er symbolisiert die Kontinuität des Lebens trotz der schmerzlichen Vergangenheit.

Durch Empathie und Verständnis verbindet Faye seine eigene Generation mit der Generation seiner Eltern. Dabei sprach er offen über transgenerationales Trauma, aber auch von Verbindungen zurück in die Region. Er selbst hätte nie gedacht, dass er nach Ruanda zurückkehren und dort seine Kinder aufwachsen sehen würde.

Die besondere Rolle der Kunst in der Erinnerungskultur

Mit dieser Lesung inspirierte Gaël Faye zahlreiche junge Menschen, sich mit der Vielschichtigkeit von Geschichte auseinanderzusetzen. Faye hob die Rolle der Kunst und Literatur in der Erinnerungskultur hervor. Denn im Gegensatz zur Politik und Wissenschaft bietet die Kunst mehr Freiheiten, um Geschichte zu wahren und sich zu erinnern. Er ermutigt die Jugend dazu, selbst zu schreiben, in ihren eigenen Worten zu erzählen und damit Geschichte und Erinnerung mitzuprägen.

In seinen Erzählungen stellt Faye die allgemeingültigen Themen Menschheit, Kindheit, Freundschaft, Freude und den Frieden in den Vordergrund. Denn das sind die Themen, die ihn bewegen. Aber nicht nur ihn: Wir alle können uns damit identifizieren. So schaffte er eine nahbare Atmosphäre, signierte nach der Lesung Bücher und nahm sich Zeit für persönliche Begegnungen.

Sein Wunsch, dass die gesamte Region in Frieden leben möge, begleitet uns über das Ende der Veranstaltung hinaus.

Diese Veranstaltung war eine Kooperation zwischen dem Institut Français, dem Hospitalhof Stuttgart, dem Literaturhaus Stuttgart und der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Ein herzliches Dankeschön ebenso an den Piper-Verlag. Beim Verlag ist Jacaranda auf Deutsch erhätlich.

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MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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PARTNERSCHAFT NORDIRAK SEZ

Sindschar: Gedenken an den Völkermord

Der Kranz der SEZ am Yazidi Genocide Memorial in Sindschar (Foto: Mirza Dinnayi)

Am 3. August 2025 jährte sich der Beginn des Völkermords an der jesidischen Gemeinschaft durch den sogenannten „Islamischen Staat“ zum elften Mal. In Sindschar gedachten Angehörige, Überlebende, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft den Opfern und Überlebenden dieses grausamen Verbrechens.

Im Namen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) legte Mirza Dinnayi, Gründer von Luftbrücke Irak und langjähriger Partner der SEZ, zwei Kränze am Yazidi Genocide Memorial in Sindschar nieder. Mit dieser Geste unterstreicht die SEZ ihre tiefe Solidarität mit der jesidischen Gemeinschaft und ihr fortwährendes Engagement für deren Rechte, Sicherheit und Zukunft. Die Geste bestärkt zudem die Anerkennung der Gräueltaten als Genozid durch den Bundestag im Januar 2023.

Seit 2015 besteht eine enge Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und der Region Nordirak. Im Mittelpunkt stehen der Wiederaufbau, die psychosoziale Unterstützung von Überlebenden sowie die Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven – insbesondere für jesidische Frauen und Familien.

Das Gedenken ist ein wichtiger Moment, um innezuhalten, den Opfern Respekt zu erweisen und gleichzeitig den Blick nach vorn zu richten: Auf eine Zukunft in Frieden, Sicherheit und Würde für die Menschen im Nordirak und den Jesid*innen weltweit.

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PARTNERSCHAFT NORDIRAK SEZ

Entwicklungspolitischer Austausch bei der Stallwächterparty

v.l.n.r.: Prof. Dr. Dr. Jan Kizilhan, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen von Baden-Württemberg Thomas Strobl, Gerlinde Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann, Laurids Novak (SEZ), Nadine Elghonimy (SEZ) © LVBWBerlin Claudia Masur

Auch in diesem Jahr war die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) bei der renommierten Stallwächterparty der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin zu Gast. Unter dem Motto „Aus Tradition in die Zukunft“ brachte das traditionsreiche Sommerfest am 3. Juli 2025 rund aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft zusammen – eine ideale Gelegenheit, um entwicklungspolitische Themen in den Mittelpunkt zu rücken.

Am Stand der SEZ informierten Philipp Keil, Laurids Novak und Nadine Elghonimy über die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und dem Nordirak. Begleitet wurde das Team von Abid Shamdeen, Mitgründer von Nadia’s Initiative, sowie von Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, die beide eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung und wissenschaftlichen Begleitung der Partnerschaft spielen.

Im persönlichen Austausch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Innenminister Thomas Strobl, Staatssekretär Florian Haßler sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft standen insbesondere der Ausbau psychosozialer Versorgungsangebote, die Verbesserung der Lebensbedingungen von Binnenvertriebenen und Rückkehrenden sowie einkommensschaffenden Maßnahmen für Jesid*innen im Vordergrund. Bislang investierte das Land Baden-Württemberg insgesamt drei Millionen Euro in knapp 50 Projekte in den Provinzen Dohuk und Sindschar.

Die SEZ nutzte die Veranstaltung, um Spenden für Projekte im Rahmen der Partnerschaft Nordirak zu sammeln – ein sichtbares Zeichen für gelebte Verantwortung und Solidarität.

Die Stallwächterparty 2025 war für die SEZ nicht nur ein gelungener Abend, sondern auch ein wichtiges Forum, um die Bedeutung von internationaler Zusammenarbeit und den Wert des persönlichen Dialogs zu unterstreichen.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Reise nach Burundi

Bild: Die „Schlucht der Deutschen“ beeindruckt durch ihre tektonischen Verwerfungen © Andy Gerard Nibizi

Burundi, das Partnerland Baden-Württembergs, besticht durch eine atemberaubende Natur, Nationalparks und historische Stätten. Ein Muss bei jeder Reise: ein Auftritt der „Tambourinaires du Burundi“. Der rituelle Tanz der königlichen Trommler wurde 2014 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe erklärt.

Grüne Hügel erstrecken sich sanft am Horizont, das Licht spiegelt sich am endlos erscheinenden Tanganjika-See und mittendrin befindet sich die lebhafte Stadt Bujumbura: Das ist Burundi – ein kleines Land in Ostafrika.

Burundi liegt in der Region der Großen Seen. Einer dieser Seen ist der Tanganjika ‒ der zweittiefste See der Welt. Entlang des Tanganjika laden Sie idyllische Resorts zur Erholung ein. 

Im Allgemeinen ist Burundi ein sehr grünes und wasserreiches Land. Es gibt eine Vielzahl von Wasserfällen und Flüssen, die auch von Nilpferden bewohnt werden. Die kraftvollen Ströme der Karera Wasserfälle sind ein überwältigendes Naturschauspiel, das umgeben von üppiger Vegetation ist.

Nahe der Grenze zu Tansania beeindruckt die „Schlucht der Deutschen“ mit ihren faszinierenden tektonischen Verwerfungen. Der Name erinnert an die deutsche Kolonialzeit (1896 – 1916): Während des Ersten Weltkriegs flüchteten deutsche Soldaten in diese Schlucht.

Großstädte wie Bujumbura locken mit ihrer großen Auswahl an kulturellen Veranstaltungen, Cafés und Restaurants. Eines dieser Festivals ist die Marahaba Music Expo. Dieses internationale Musikforum für Afrika findet alle zwei Jahre statt. Musikschaffende aus Afrika und der ganzen Welt locken zahlreiche Besucher*innen nach Bujumbura.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Monument der Einheit in Bujumbura
  • Unabhängigkeitsdenkmal in Bujumbura
  • Rusizi-Nationalpark in Bujumbura
  • Nationalmuseum in Gitega
  • Heiligtum der Trommeln in Gishora, Gitega
  • Karera-Wasserfälle in Rutana
  • Schlucht der Deutschen in Rutana
  • Resorts am Tanganjika-See
  • Quelle des Nils in Bururi
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Hauptstadt: Gitega (politisch), Bujumbura (wirtschaftlich)

Währung: Burundi-Franc

Zeitzone: In Burundi wird die zentralafrikanische Zeit verwendet (CAT). Während der mitteleuropäischen Sommerzeit befinden sich Deutschland und Burundi in derselben Zeitzone. Während der Winterzeit gehen die Uhren in Burundi eine Stunde vor. 

Sprachen: Kirundi, Französisch

Klima: tropisch-wechselfeucht. Die Höhenlage mildert die Temperaturen ab.

Regenzeit: November bis Dezember, Februar bis Mai. Aufgrund des Klimawandels verschieben sich die Regen- und Trockenzeiten.

Beste Reisezeit: Während der großen Trockenzeit zwischen Juni und Oktober.

Höchste Erhebung: Mont Heha (2684 m)

Kleidung: In Burundi ziehen sich die Menschen schick an. Auf formale Kleidung wird insbesondere bei offiziellen Terminen wert gelegt. Kurze Hosen, kurze Röcke (oberhalb des Knies) und freizügige Oberteile sind in Burundi unangebracht.

Die burundische Küche ist vielfältig. Viele Gerichte basieren auf Bohnen, Kochbananen, Süßkartoffeln, Maniok, Mais und Erbsen. Durch die Lage am See ist der frische Fisch Mukeke in Bujumbura eine Kostprobe wert. Vegetarische und vegane Speisen sind verbreitet. Nennen Sie dem Personal im Restaurant präzise, auf welche Lebensmittel Sie verzichten.

Probieren Sie:

  • Mukeke
  • frische Säfte und Früchte
  • Fufu aus Mais mit Milch
  • lokales Bier (“Primus”)

Kirundi ist neben Französisch eine der Amtssprachen Burundis und die meist genutzte Umgangssprache. Hier ein paar Worte für die Verständigung:

Hallo – Amahoro!
Guten Morgen – Mwaramutse
Guten Abend – Mwiriwe
Wie geht’s dir? – Uraho?
Gut. Und dir? – Jewe ndakomeye, nawe?
Auch, danke – Na jewe, urakoze.
Vielen Dank – Murakoze cane
Tschüss – Tuzosubira
Ich heiße… – Nitwa…
Ja – Ego
Nein – Oya

In Burundi können Sie zahlreiche Souvenirs als Erinnerung an Ihre Reise erwerben.
Das Kunsthandwerk hat in Burundi eine lange Tradtion.
Eine kleine Inspiration für mögliche Souvenirs:

  • Trommel-Schlüsselanhänger
  • kleine Trommeln (Ingoma)
  • Taschen und Kleidungsstücke aus den traditionellen Stoffen Kitenge
  • Körbe (Ibiseke)
  • Kaffee und Tee (Ikawa, Icayi)
  • Schmuck (Ibikomo)

Kulturen sind vielschichtig, spannend und machen neugierig. Zu kennen, welche kulturellen Unterschiede den Unterschied machen, bereichern Begegnungen. Häufig neigen wir jedoch dazu unsere eigene Kultur als Standard und als Grundlage für Bewertungen zu nehmen. Dabei ist es uns oft nicht bewusst, wie stark unser Denken durch Stereotype und Vorurteile geprägt ist. Unser Handeln und verinnerlichte Muster zu hinterfragen, kann dazu beitragen, dass wir Menschen respektvoll begegnen.

Folgende Fragen helfen Ihnen dabei, Ihre eigene Haltung vor und während der Reise zu hinterfragen:

  • Welche Bilder habe ich über Burundi im Kopf?
  • Was hat mein Bild von Burundi geprägt?
  • Woher kommt mein Wissen zu Burundi?

„Fremde in einer neuen Kultur sehen nur das, was sie kennen.” – Unbekannt

Ihre Ansprechpartnerin

Anna Leicht
ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi
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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Darcy Mwuhiro

Bild: Daryc Mwuhiro stellte beim Smartphone Documentary Workshop vor seinen Mitschüler*innen und den Lehrer*innen sein Projekt vor © Burundi Film Center.

September 2024 in Bujumbura: Im Rahmen des Smartphone Documentary Workshops entstanden in kürzester Zeit neun beeindruckende Trailer. Das einzige Werkzeug? Ein Smartphone. Dieser Workshop entstand durch eine Kooperation zwischen der Filmakademie Baden-Württemberg und dem Burundi Film Center. Finanziert wurde das Projekt von der SEZ über Mittel des Staatsministeriums Baden-Württemberg, die vom Landtag Baden-Württemberg bewilligt wurden.

Darcy Mwuhiro ist ein junger Dokumentarfilmer und Fotograf aus Burundi. Sein Schwerpunkt liegt auf Geschichten der Resilienz, Hoffnung und Friedensbildung. So interviewte er beim Smartphone Documentary Workshop im September 2024 Geflüchtete aus der DR Kongo. Im Gespräch erfahren wir, was ihn inspiriert und wie er durch Filme Menschen zusammenbringt.

Amahoro, Darcy. Wie kamst du zum Film?

Seit meiner Kindheit war ich von Filmen umgeben. Sie eröffneten andere Welten und regten meine Vorstellungskraft wie kein anderes Medium an. Filme halfen mir zu träumen, zu staunen und das Leben aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Ursprünglich wollte ich kein Filmemacher werden: Ich begann Friedensförderung und Entwicklung zu studieren. Denn ich wollte verstehen, wie Gemeinschaften nach traumatischen Ereignissen – wie Bürgerkriegen oder Genoziden – heilen können. Mit der Zeit erkannte ich jedoch, dass sich manche Wahrheiten nicht in Lehrbüchern oder Daten finden lassen – sie leben in Gesichtern, Stimmen, in der Stille und in Auseinandersetzungen. Eine Kamera kann Dinge zeigen, die Worte nicht ausdrücken können.

Was inspiriert dich bei deiner Arbeit?

In meinem Heimatland, Burundi, gibt es eine Fülle von unerzählten Geschichten – Geschichten, die von Widerstandsfähigkeit, Hoffnung und dem andauernde Weg nach Frieden erzählen. Ich möchte diese Geschichten, diese Momente einfangen und sie einem breiteren Publikum zugänglich machen: Das ist der Kern meiner Motivation. Filme haben die einzigartige Fähigkeit, Empathien zu wecken und Menschen über Kulturen hinweg miteinander zu verbinden.

Auf welche Themen legst du den Fokus in deinen Filmen?

Mit meinem Hintergrund in Friedensförderung und Entwicklung habe ich mich schon immer für Geschichten interessiert, die Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung fördern. Was mich wirklich fasziniert, sind die kleinen, kraftvollen Akte der Resilienz – Menschen, die im Verlust Sinnhaftigkeit entdecken, und Chaos in Kunst verwandeln. Das sind die Geschichten, die es verdienen, erzählt zu werden. Seit ich an der renommierten Filmakademie Baden-Württemberg studiere, beschäftige ich mich auch mit dem Spielfilm. Manchmal kann der Dokumentarfilm nicht die tief unterschwelligen Wahrheiten einfangen. Die Fiktion greift, wo die Realität versagt: Die Fantasie bringt Botschaften besser hervor und Emotionen können mehr erreichen. Ich lerne, beide Welten – Fiktion und Realität – zu verbinden. Damit ich Geschichten erzähle, die nicht nur informieren, sondern Menschen zum Handeln bewegen.

Im vergangenen Jahr hast du am Smartphone Documentary Workshop teilgenommen. Was hast du aus diesem Workshop mitgenommen?

Der Smartphone Documentary Workshop mit dem Burundi Film Center, der Filmakademie Baden-Württemberg und der SEZ hat uns gelehrt: Was zählt ist die Geschichte und der Mut, sie zu erzählen. Nur mit einem Smartphone in der Hand haben wir gelernt, bewusst die Welt zu sehen und zielgerichtet zu filmen.
Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war eine eindringliche Diskussion über Ethik im Dokumentarfilm mit unseren Trainer*innen aus Deutschland. Wir haben darüber gesprochen, was es wirklich bedeutet, die Würde der Menschen zu schützen, die uns ihre Geschichten anvertrauen. Dieses Gespräch hat mich sehr bewegt. Es hat mich daran erinnert, dass es bei der Dokumentararbeit nicht nur darum geht, Bilder einzufangen, sondern darum, die Wahrheit eines Menschen mit Sorgfalt zu vermitteln.
Dieser Workshop hat mir nicht nur beigebracht, wie man ohne großes Budget bessere Geschichten erzählt, sondern auch, wie ich meiner Stimme als Filmemacher vertrauen kann. Selbst mit einem Smartphone als Werkzeug kann eine gut erzählte Geschichte viel bewirken.

Wie kann die AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi junge Künstler*innen unterstützen?

Die AMAHORO! Partnerschaft birgt ein immenses Potenzial für junge Künstler*innen wie mich, insbesondere in Burundi. Sie kann uns den entscheidenden Zugang zu Ressourcen, Mentor*innen und Vertriebsplattformen verschaffen, die für uns oft unerreichbar sind. Darüber hinaus kann sie ein wichtiges Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt fördern, sodass Künstler*innen voneinander lernen und sich auf ihrem kreativen Weg weniger alleine fühlen.
Meiner Erfahrung nach brauchen junge Künstler*innen vor allem Empowerment und Selbstvertrauen. Wir müssen daran glauben, dass unsere einzigartigen Perspektiven und Geschichten auf der globalen Bühne wirklich zählen.
Die AMAHORO! Partnerschaft kann eine wichtige Brücke sein, die burundische Künstler*innen mit der Welt verbindet und uns allen hilft, unser volles Potenzial auszuschöpfen.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke, Darcy!

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Montag, 3. Juli 2023

AMAHORO! Landespartnerschaft

Die AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi Gelebte Partnerschaften zwischen Baden-Württemberg und Burundi Seit mehr als 40 Jahren bilden partnerschaftliche

AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT
SEZ
Montag, 19. Mai 2025

Friedensarbeit mitten im Konflikt?

Der anhaltende Konflikt im Osten der DRK und die Auswirkungen auf Burundi und Ruanda beschäftigen die Landespartnerschaft.
AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT
BWIRKT!
ENGAGIERTE IN BADEN-WÜRTTEMBERG
PARTNER­SCHAFTS­GRUPPEN
PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM
Mittwoch, 30. April 2025

Veränderung beginnt in der Art, wie wir die Welt erzählen.

Öffentlichkeitsarbeit bedeutet Verantwortung, insbesondere auch in der internationalen Partnerschaftsarbeit.

Ihre Ansprechpartnerin

Anna Leicht
ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi
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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Abschied von Prof. Dr. Émile Mworoha – dem Gründervater der AMAHORO! Partnerschaft

Dass die Menschheit besser dran ist, wenn sie zusammenarbeitet ist altes menschliches Wissen. Und doch gibt es nur wenige Menschen, die wissen, wie man es lebt. Einer dieser Menschen war Prof. Dr. Émile Mworoha. Mit großer Anteilnahme trauern wir um den Wegbereiter der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi, der am 19. Juni 2025 verstorben ist.

Die Partnerschaft muss damit von einem ihrer Gründungsväter Abschied nehmen, der gemeinsam mit Landtagspräsident a. D. Erich Schneider die Vision für die AMAHORO! Partnerschaft ins Leben rief. Als Präsident der Nationalversammlung von Burundi hatte er den damaligen Landtagspräsidenten eingeladen, woraufhin 1985 die erste baden-württembergische Delegation nach Bujumbura reiste. Die SEZ hatte das Glück letztes Jahr anlässlich des Jubiläums der Landespartnerschaft mit Prof. Dr. Émile Mworoha zu sprechen und Einblicke in seine persönlichen Erinnerungen zu erhalten. Er berichtete uns, dass die Delegation von der Gastfreundschaft der Burundier*innen begeistert war, man sich schon bald über eine Partnerschaft auf regionaler Ebene austauschte und die Provinz Kayanza für diese ausgewählt wurde. Seine Erzählungen haben unser Verständnis der Partnerschaft erhellt und deutlich vor Augen geführt, dass diese von Beginn an nur erfolgreich war, weil sie von beiden Seiten gedacht und getragen wurde.

Wir empfinden großen Respekt und Dankbarkeit für Prof. Dr. Émile Mworohas Wirken und sein Engagement für die Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Der Grundstein der AMAHORO! Partnerschaft, den er gelegt hat, trägt diese bis heute und wird unsere Zusammenarbeit mit Burundi auch in Zukunft weiter prägen.

Dass Prof. Dr. Émile Mworoha nicht nur Gründervater der AMAHORO! Partnerschaft, sondern Vordenker und prägende Gestalt der burundischen Politik und Gesellschaft war, macht die Burundische Diaspora in Deutschland e.V. deutlich. Sie beschreibt das Wirken Émile Mworohas als Lehrer, Wissenschaftler und Politiker – in Burundi, auf dem afrikanischen Kontinent und bis nach Europa – und zeichnet ein beeindruckendes Bild seiner Persönlichkeit und der Vielzahl von Wirkungsstätten und Partnerschaften, die er gestaltete.

Wir sprechen allen Angehörigen und Wegbegleiter*innen von Prof. Dr. Émile Mworoha unser Beileid aus und versprechen, die Erinnerung an ihn lebendig zu halten.

Prof. Dr. Émile Mworoha, Erich Schneider und seine Frau Gretel Schneider in Kayanza anlässlich der Delegationsreise des Landtags von Baden-Württemberg nach Burundi (Foto: Privatarchiv Prof. Mworoha)
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PARTNERSCHAFT NORDIRAK SEZ

Die SEZ im Landtag: Partnerschaft Nordirak im Fokus

©Landtag Baden-Württemberg

Am 25. Juni 2025 informierte Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), den Ausschuss für Europa und Internationales des Landtags Baden-Württemberg über die Aktivitäten der SEZ in Dohuk und Sindschar im Nordirak. Seit 2015 besteht diese Partnerschaft, die 2019 und 2023 bei politischen Delegationsreisen des Staatsministeriums erneuert wurde. Ziel ist es, Projekte langfristig zu fördern und den Menschen in der Region neue Perspektiven zu eröffnen.

Bislang wurden rund drei Millionen Euro in knapp 50 Projekte investiert. Die Schwerpunkte reichen vom Auf- und Ausbau psychosozialer Versorgungsangebote über einkommensschaffende Maßnahmen für jesidische Frauen und Familien bis hin zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Binnenvertriebenen und Rückkehrenden. Mit dieser Arbeit leistet die SEZ einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Bekämpfung von Fluchtursachen und zur strukturellen Stabilisierung vor Ort.

Begleitet wurde Philipp Keil von Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, der über den Aufbau psychosozialer Versorgung im Nordirak und die Traumaarbeit vor Ort berichtete. Ziel des Projekts „Institutsambulanz & Zentrum für Suchthilfe und Psychotherapie“ ist es, Studierende in der Region auszubilden, sodass sie den Menschen in ihrer Heimat professionell helfen können. Die Traumaarbeit sei dabei nicht nur eine individuelle Unterstützung, sondern zugleich Friedensarbeit.

Die Mitglieder des Ausschusses würdigten die Arbeit der SEZ und aller beteiligten Partnerinnen und Partner ausdrücklich. Auch die Zustimmung des Familiennachzugs von rund drei Dutzend jesidischen Ehemännern sowie ein mögliches weiteres Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder fanden breite Unterstützung.

Der Ausschuss für Europa und Internationales des Landtages Baden-Württemberg beschäftigt sich mit den für das Land relevante Vorhabe der Europäischen Union sowie Fragen der internationalen Zusammenarbeit und ist ein wichtiger Partner der SEZ. Mit der Unterstützung des Ausschusses intensivieren wir nun die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und dem Nordirak.

Hier finden Sie ergänzend die Pressemitteilung des Landtags Baden-Württemberg: Berührender Austausch über Aktivitäten der SEZ in Dohuk im Irak | Landtag Baden-Württemberg

Bei Interesse nehmen wir Sie gerne in den Verteiler der Partnerschaft auf. Senden Sie uns hierfür bitte eine formlose E-Mail an nordirak@sez.de

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SEZ

Deep Talk mit Dr. Mandela

Dr. Siyabulela Mandela und Philipp Keil beim Deep Talk auf der Messe Fair Handeln ©SEZ/ Andreas Kustreba

Am Eröffnungstag der Fair Handeln fand ein ganz besonderer Abend im Kreise der Freundinnen und Freunde und Unterstützer*innen der SEZ statt.  

Ein ausgewählter Kreis an Gästen wohnte dem Deep Talk mit Dr. Siyabulela Mandela auf der Messe Fair Handeln bei. Das Gespräch zwischen Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ und Dr. Siyabulela Mandela, Friedens- und Menschenrechtsaktivist sowie unabhängiger Berater in den Bereichen Menschenrechte, internationale Entwicklung und Konfliktlösung setzte Zeichen. Nicht nur inhaltlich, sondern auch atmosphärisch konnten die Anwesenden erleben, welche Kraft soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt haben kann.

Es war ein Abend, der Mut machte, den Dialog zu suchen, der motivierte und neue Perspektiven eröffnete. Er stand unter dem Eindruck der gemeinsamen Vision: „Solange wir zusammenstehen, können wir etwas bewegen“. Ein Abend, der neugierig machte auf einen Mann, der das Erbe eines großen Namens mit seinen eigenen Erfahrungen, Kompetenzen und seinem Charme trägt. Bei einem Getränk bot sich die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit Dr. Mandela.

Dass dafür die Fair Handeln– die internationale Messe für ein faires und nachhaltiges Leben – der geeignete Ort ist, hat Tradition. Als älteste Plattform ihrer Art bietet sie engagierten Verbraucherinnen und Verbrauchern ebenso wie dem Fachpublikum eine einzigartige Gelegenheit, sich zu vernetzen, weiterzubilden und entwicklungspolitischen Themen eine sichtbare Bühne zu geben.

Mit Formaten wie dem Deep Talk schafft die SEZ bewusst Räume für Begegnung, Austausch und Inspiration. So wird die Messe nicht nur zur Präsentationsfläche, sondern zu einem lebendigen Ort des Dialogs und der gemeinsamen Gestaltung einer gerechteren Zukunft.

Besonderen Dank gebührt der Landesmesse Stuttgart, die uns bei der Organisation dieses Abends unterstützt hat sowie allen Gästen, die zu diesem gelungenen Event beigetragen haben. Wir freuen uns auf das, was wir gemeinsam noch bewegen werden.

Dafür brauchen wir Sie – Werden Sie Teil unseres SEZ-Förderkreises!

Nur gemeinsam können wir nachhaltige Veränderungen anstoßen, Projekte realisieren und unsere Vision einer gerechteren Zukunft mit Leben füllen. Wir freuen uns darauf, Sie im Kreise der Unterstützer*innen zu begrüßen.

Förderkreis

Werden Sie Teil unseres Förderkreises und unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer monatlichen Spende ab € 10.- . Dafür erhalten Sie mehr als nur Wirkung: exklusive Einladungen und eine Überraschung von der SEZ.

Impressionen des Abends

Fotos: SEZ/ Andreas Kustreba

Ihr Ansprechpartner

Philipp Keil
Geschäftsführender Vorstand
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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Friedensarbeit mitten im Konflikt?

Dr. Siyabulela Mandela erläuterte in seiner Keynote, wie man aus dem Versöhnungsprozess in Südafrika lernen kann. ©SEZ/Fotonoid

Friedensarbeit mitten im Konflikt? Der anhaltende Konflikt im Ostkongo und die Auswirkungen auf Burundi und Ruanda beschäftigen die AMAHORO! Landespartnerschaft. Wie in solch unsicheren Zeiten Frieden geschaffen werden kann, wurde beim BW-Burundi Treffen auf der Messe Fair Handeln diskutiert.

Über 70 Engagierte und Interessierte kamen am 25. April 2025 zum BW-Burundi Treffen auf die Messe Fair Handeln. Denn sie alle bewegt die aktuelle Situation im Ostkongo und die Auswirkungen dieses Krieges auf Burundi und Ruanda. Es stellte sich die Frage: Wie können in solchen Zeiten Friedensprozesse unterstützt werden?

Eine mögliche Antwort präsentierte Dr. Siyabulela Mandela, der Berater für internationale Entwicklung, Frieden und Menschenrechte ist. In seiner inspirierenden Keynote beschrieb er, wie Südafrika während des Freiheitskampfes und der Post-Apartheid die verschiedenen Bevölkerungsgruppen vereint und versöhnt habe. Dabei betonte er, dass der Kolonialismus Konflikte unter Menschen gesät habe, die vormals gemeinschaftlich zusammenlebten. Besonders dieses Ausspielen von Vielfalt sieht er als Wiege der anhaltenden Konflikte im Afrika der Großen Seen.

Auf dem Panel diskutierten

Der Moderator Pater Dr. Déogratias Maruhukiro führte durch die Diskussion. Der Schwerpunkt der Fragestellung war, wie in der aktuellen Lage Friedensarbeit in Burundi geleistet werden kann.

„Wenn wir zusammenkommen, einandern zuhören, die andere Perspektive versuchen zu verstehen, haben wir weniger Konflikte. Leider ist das während einer Krise nicht einfach.“ Für Augusta Muhimpundu ist es für Frieden wichtig, Menschen miteinander in den Austausch zu bringen. Denn nur, wenn auch ein gemeinsames Verständnis von Geschichte zusammen erarbeitet würde, könnten Konflikte gemeinsam aufgearbeitet werden. Das führe zu einem nachhaltigen Frieden.

Eine andere Perspektive brachte Raphaël Nkurunziza ein. Von einem Konflikt seien insbesondere junge Menschen stark betroffen, diese erhielten jedoch wenig Gehör. Aus diesem Grund entschied er sich, sich für den Frieden mit dem Netzwerk YELI zu engagieren. Das Ziel dieses Netzwerkes ist es, junge Menschen zu befähigen, miteinander in Austausch zu treten und den Frieden zu fördern. 

Eine andere Form der Friedensförderung schafft der Verein Anstoß zur Hoffnung mit Herbert Geissbauer. Sie nutzen Sport als verbindendes Element, um junge Menschen zusammenzubringen und sie zu Friedensbotschafter*innen auszubilden.

Im Gespräch mit Pater Dr. Déogratias Maruhukiro

Man sieht Pater Dr. Déogratias Maruhukiro, der eine Rede hält.
Im Gespräch mit Pater Dr. Déogratias Maruhukiro diskutierten wir, wie Frieden geschaffen werden kann © Franziska Kraufmann

Pater Dr. Déogratias Maruhukiro leitet das Cluster Friedensarbeit in der AMAHORO! Landespartnerschaft und arbeitet an er Universität Freiburg im Bereich der Friedensforschung.

Was bedeutet Frieden für dich?

Frieden ist für mich zuerst der innere Friede, der mich ins Gleichgewicht bringt. Denn wenn ich diesen inneren Frieden habe, dann kann ich den Frieden auch anderen schenken. Ich kann nichts schenken, was ich nicht habe. Der innere Frieden ist die Grundlage für jeden Frieden.

Was brauchen wir, um innerhalb einer Gesellschaft, aber auch zwischen Gesellschaften Versöhnung und Frieden voranzubringen?

Man braucht die Fähigkeit, den anderen zuzuhören und in den Dialog zutreten. In einem aktiven Konflikt ist es auch notwendig, dass ich in der Lage bin, mich in die Position des Anderen hineinzuversetzen. So kann ich verstehen, warum er mit mir in Konflikt gekommen ist.

Im Moment gibt es im Ostkongo einen Konflikt, in den auch Burundi und Ruanda involviert sind. Und im BW-Burundi Treffen haben wir uns die Frage gestellt: Wie können wir Frieden schaffen während der Konflikt noch im Gange ist? Was ist deine Antwort auf diese Frage?

Wir können Friedensarbeit während eines Konflikts leisten, indem wir Räume für Austausch und Frieden aufbauen und ermöglichen. Ermöglichen, dass Menschen in Dialog treten können. Das ist schon Friedensarbeit. Wir versuchen, dass Menschen mehr in Kontakt miteinander treten, sei es online oder in Präsenz. Begegnung ist die Grundlage von Frieden.

Um den Dialog im Afrika der Großen Seen voranzubringen, habt ihr ein Netzwerk von jungen Menschen gegründet. Wie heißt dieses Netzwerk und was macht es?

Im Rahmen unseres Clusters “Friedensarbeit” haben wir dieses neue Netzwerk mitgegründet. Es heißt Réseau de Jeunes pour la Paix dans la région des grands-Lacs RJP-GL (Deutsch: Jugend für den Frieden im Afrika der großen Seen). Dieses Netzwerk ermöglicht den Dialog zwischen Jugendlichen aus Burundi, der DR Kongo und Ruanda. Wir versuchen, eine Art Safe Space, einen Raum der Begegnung für die Jugendlichen zu schaffen. 
Es gibt schon eine gewisse Spannung zwischen Ruanda und Burundi. Die Grenzen sind geschlossen. Im Ostkongo herrscht ein Krieg, in den Burundi und Ruanda involviert sind. Dieses Netzwerk von jungen Menschen agiert als Brückenbauerin für den Frieden in und zwischen diesen Ländern. Wir versuchen sie zu unterstüzen, zu fördern und sie zu befähigen gegen Hassbotschaften, die auf Social Media kursieren, vorzugehen. Damit wir eine Art Entgiftung von Botschaften schaffen.
Wir bieten auch die Kolloquien Youth for Peace, Jugend für den Frieden, an. Im Jahr 2023 boten wir das erste Kolloquium in Burundi an, zu dem Jugendliche aus Burundi, Ruanda und der DR Kongo zusammen kamen. Letztes Jahr fand das Kolloquium im Ostkongo statt. Und dieses Jahr versuchen wir das Kolloquium in Ruanda anzubieten. Wir haben festgestellt, dass, wenn die Jugendliche zusammentreffen, eine Art Vertrauen zwischen ihnen existiert. Sie sehen sich als Freund*innen, Nachbar*innen. Wir müssen gemeinsam wachsen und gemeinsam den Frieden fördern. Das ist es, was wir erreicht haben und das ist es, was wir weitermachen wollen. Diese Friedensbrücken weiter aufzubauen, eine Identität des Afrikas der Großen Seen zu stiften. Unser Ziel mit dem Netzwerk ist es, dass die Jugendlichen sagen: Wir sind gleich, wir wollen gemeinsam wachsen, wollen gemeinsam den Frieden finden.

Begegnungen sind sehr wichtig. Es gibt ja auch Begegnungen zwischen Menschen aus Baden-Württemberg und Menschen aus Burundi. Denn seit über 40 Jahren gibt es die AMAHORO! Landespartnerschaft. Wie kann diese Partnerschaft dazu beitragen, Frieden zu fördern?

Krieg und Frieden sind wichtige Themen auf der Welt. Nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa, wenn wir den Konflikt in der Ukraine betrachten. Menschen in Baden-Württemberg haben keine Erfahrung mehr mit Krieg, da sie seit über 50 Jahren in Frieden leben. 
Sie können von den Menschen vor Ort in Burundi etwas lernen: Wie schafft man Frieden, Begegnung? Dann kann Burundi den Leuten in Baden-Württemberg etwas zu Diplomatie beibringen. Auch wie sie mit Konflikten umgehen können. Das ist auch wichtig. Das andere ist auch, dass viele engagierte Menschen sich in Baden-Württemberg für den Frieden einsetzen. Viele Projekte sind ganz wichtig. Frieden ist nicht alles. Aber ohne Frieden, ist alles nichts. Deswegen plädiere ich, dass viele Menschen sich an dieser Friedensarbeit beteiligen und sie unterstützen, vor allem dieses neue Netzwerk; für die Friedensarbeit, nicht nur für Burundi, sondern für die Region der Großen Seen in Afrika.

Vielen Dank.

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PARTNERSCHAFT NORDIRAK PROJEKT­FÖRDERUNG SEZ

Partnerschaft auf der Fair Handeln: Baden-Württemberg und Nordirak

Gänsehautmomente auf dem Podium, informeller Austausch und Vernetzung sowie der virtuelle Besuch im Nordirak mit der Ausstellung „Nobody’s Listening“ haben die Vielseitigkeit der Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak auf der Messe Fair Handeln erlebbar gemacht. Bereits seit 2015 besteht die Partnerschaft. Zehn Jahre später vertiefen wir die Zusammenarbeit und haben die vielseitige Messe Fair Handeln mit drei wirkungsvollen Programmpunkten zur Partnerschaft ergänzt:

Ein besonderer Moment war das Podiumsgespräch zwischen Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad und Staatssekretär Florian Hassler. Beide verkörpern sowohl die Geschichte der Partnerschaft als auch die Zukunft.

Ein Ursprung der Partnerschaft ist das Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg, dass 1.100 Frauen und Kindern aus dem Nordirak eine Zukunft in Sicherheit ermöglichte. Durch das Sonderkontingent habe Baden-Württemberg hier humanitäre Verantwortung übernommen, so Staatssekretär Hassler. Doch schnell war klar, dass Baden-Württemberg auch vor Ort unterstützt. Daraus ist eine Initiative mit der Region Dohuk entstanden, die heute die Partnerschaft trägt. Mittlerweile wurden über 50 Projekte im Nordirak gefördert.

So auch Projekte von Nadia’s Initiative, der Organisation von Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad. Murad betonte im Gespräch mit Staatssekretär Hassler, dass hier in Stuttgart auf der Bühne zu sitzen, sich anfühle wie heimzukommen. Sie sei viel unterwegs, doch die Anfänge ihres Engagements lägen in Baden-Württemberg: hier habe sie durch das Sonderkontingent die Möglichkeit gehabt, ihre Stimme und für Nadia’s Initiative Partner*innen fürs Leben zu finden. Diese Worte der Wertschätzung bestärken uns in unserem Engagement für die Partnerschaft. Sie zeigen, dass aus Menschlichkeit Freundschaften entstehen, die weit über Projektzeiträume hinausreichen.

Prof. Dr. Dr. Kizilhan ist Traumapsychologe, Gründer des Institute for Psychotherapy and Psychotraumatology an der Universität Dohuk und war hauptverantwortlich für das Sonderkontingent. Im Gespräch mit Friedensforscher Dr. Siyabulela Mandela betonte er: „Kriege hören vielleicht auf, doch Trauma nicht. Das Trauma der Jesiden geht weiter.“ Die Lage im Irak ist weiterhin prekär und für viele Betroffene ist keine Rückkehr möglich. Nadia Murad betonte früh in der Partnerschaft, dass der Sindschar nicht vergessen werden dürfe. Auch deshalb ist unser Ziel: die dauerhafte finanzielle Absicherung der Projekte für Bildung, Infrastruktur und Sicherheit.

Denn in den Gesprächen wird deutlich: wir kommunizieren häufig die Erfolgsgeschichten aus Partnerschaften – von denen es viele und schöne gibt, die inspirieren – doch die Lebensrealität vor Ort können wir uns hier in Baden-Württemberg nicht vorstellen.

Der Friedens- und Menschenrechtsaktivist Dr. Mandela hat an der Universität in Erbil gelehrt und betonte, dass die Häuser und Städte im Nordirak wiederaufgebaut werden müssen. Denn nur so erhalten die Kinder vor Ort eine Chance auf eine Zukunft zuhause.

Hier setzen wir heute an, denn die Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak ist nach zehn Jahren wichtiger denn je, für Bewusstseinsbildung im Ländle und die Unterstützung der Initiativen im Nordirak – im Einsatz für eine lebenswerte Zukunft.

Fotos: SEZ/ fotonoid

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SEZ

Jahresrückblick 2024

Entwicklungspolitische Landeskonferenz mit Besuch der burundischen Delegation um Außenminister Albert Shingiro auf der Fair Handeln ©Staatsministerium/ Franziska Kraufmann

Highlights der SEZ im Jahr 2024

Inspiriert durch das burundische Sprichwort: “Inzira ntibara inkuru – Auf einer Reise begegnet man einer Vielzahl von Geschichten” nehmen wir Sie mit auf eine Bilderreise durch das Jahr 2024 der SEZ.

Klicken Sie sich durch unsere Highlights aus den Projekten und lassen Sie die vielfältigen Veranstaltungen und Momente Revue passieren – viel Spaß!

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SEZ WIRTSCHAFT

G-PAD Forum 2024

Teilnehmende des 7. G-PAD Forums ©Lead Africa International e.V.

Erstmals fand das Global Partnerships for African Development (G-PAD) Forum in Kooperation mit der Landesmesse Stuttgart auf der renommierten Wasserstoffmesse hy-fcell statt. Diese neue Partnerschaft bot eine ideale Plattform, um innovative Ansätze und wegweisende Ideen für eine nachhaltige Energiewende zu präsentieren.

Das 7. G-PAD Forum hat sich erneut als bedeutender Treffpunkt erwiesen, um Menschen, Ideen und Unternehmen zusammenzubringen. Durch die Kooperation mit der hy-fcell Expo und Conference, einem zentralen Knotenpunkt für die Energiebranche, konnten Teilnehmer*innen dieses Jahr von einer einzigartigen Kombination aus Konferenz und direktem Austausch profitieren.

Unter dem diesjährigen Thema Unlocking Africa’s Renewable Energy Potential rückte G-PAD am 9. Oktober 2024 den afrikanischen Kontinent als Schlüsselakteur für erneuerbare Energien in den Mittelpunkt des Forums. Hochkarätige Speaker*innen, spannende Paneldiskussionen und vielseitige Netzwerkmöglichkeiten machten die Veranstaltung zu einem Erfolg.

Ein Highlight der Veranstaltung waren die inspirierenden Vorträge und lebhaften Panel-Diskussionen:

  • Arndt Franz, CEO von Mahle: „Erneuerbare Energie hat großes Potential, da es 10.000 Mal den weltweiten Bedarf an Energie abdecken kann. Der Prozess beginnt lokal, doch wir brauchen Kooperationen: Europa braucht Afrika und die Energie. Die Zukunft Afrikas ist vielversprechend.“
  • Staatssekretär Rudi Hoogvliet: „Der Wandel zu erneuerbarer Energie braucht internationale Kooperation. Afrika ist hier ein zentraler Partner für uns. Partnerschaften mit Afrika sind entscheidend für Deutschland: sie bedeuten Diversifizierung für uns, und Afrika profitiert von Investitionen. Kooperationen im Bereich von erneuerbarer Energie verringern Abhängigkeiten von fossilen Energiequellen und fördern Freiheit und Frieden auf globaler Ebene.“
  • Joy Alemazung, Bürgermeister Stadt Heubach: „Wenn ihr nach Europa geht, bringt etwas mit: bring deine Expertise mit, bring die Sonne mit, bring den Wind mit.“
  • Dr. Ibrahim Kolawole Muritala, ABS Global Sustainabilty Center Houston: „Wir brauchen globale Investitionen. Dafür müssen wir die zwei größten Hürden überwinden: das Infrastrukturdefizit und Transport.“
  • Prof. Martin Neumann, Hochschule Magdeburg-Stendal: „Afrika hat das Potential, Weltmarktführer für erneuerbare Energie zu werden. Größte Hürden sind hierbei die Infrastruktur und rechtlichen Rahmenbedingungen.“
  • Katrin Puetz, (B) Energy GmbH: „Es geht darum, den Wandel zu vollziehen: von Gas zu kaufen, zu Biogas. Außerdem müssen wir das Narrativ ändern: nicht alle Menschen in Afrika sind arm. Biogas wurde immer als Lösung beworben für arme Menschen. Wir müssen diese Erzählweise ändern.“
  • Marie Badiane-Mbuyu, Alexander & Partner: „In Afrika gibt es Geld. Wir müssen unbedingt das Narrativ stoppen, dass Afrika arm ist. Wir brauchen einen Wandel im Herzen, in unseren Köpfen und wir brauchen eine faire Verteilung.“

Zum Abschluss fasste der Veranstalter Timi Olanrewaju von Lead Africa International e.V. zusammen: „Wir möchten selbst für unser eigenes Narrativ verantwortlich sein. Afrika ist die Lösung für das globale Energie-Problem.“

Die Kombination aus hy-fcell Messe und G-PAD Forum am 9. Oktober 2024 bot eine außergewöhnliche Plattform für ehrliche und inspirierende Diskussionen, neue Kooperationen und mögliche Geschäftsmöglichkeiten.

Kooperationspartner*innen

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WIRTSCHAFT
Mittwoch, 29. November 2023

G-PAD Forum 2023: Politik trifft Panafrikanismus

Am 20. Oktober 2023 haben sich in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin sowie online 250 Teilnehmer*innen des Global Partnership for
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(POST)MIGRANTISCHE ORGANISATIONEN ENGAGIERTE IN BADEN-WÜRTTEMBERG SEZ

2. Afrika Forum #RewritingTheNarrative

In einer lebendigen Diskussion mit Grace Alele, Contimi Kenfack Mouafo, Mervdy Nkangu, Faisal Osman und Moderatorin Jenny Mushegera (v.l.n.r.) wurde die Vielfalt jungen Engagements sichtbar ©CamiloAmayaFotograf

Am 26. Oktober 2024 wurde das 2. Afrika Forum Baden-Württemberg zum Herzstück der Ludwigsburger Afrikatage. Unter dem Motto #RewritingTheNarrative – Gemeinsam Zukunft gestalten stand das Treffen im Zeichen junger Stimmen und neuer Narrative aus der Afrodiaspora. Ein Tag, der Perspektiven erweiterte, Inspiration schuf und gemeinsam Wege in eine nachhaltige Zukunft ebnete.

Fortsetzung einer Vision: Das 2. Afrika Forum Baden-Württemberg
Nach dem gelungenen Auftakt des ersten Afrika Forums Baden-Württemberg 2022 unter dem Motto #ChangingTheNarrative setzte das 2. Afrika Forum Baden-Württemberg am 26. Oktober 2024 in Ludwigsburg ein starkes Zeichen: #RewritingTheNarrative stand im Mittelpunkt und thematisierte die Neuausrichtung von Narrativen über Afrika sowie den Weg zu einer gerechteren und nachhaltigeren Zukunft. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr auf der aktiven Rolle der afrodiasporischen Gemeinschaft und deren Beitrag zu zentralen Zukunftsfragen.

Im Rampenlicht: Contimi Kenfack Mouafo – Deutschlands Student des Jahres 2024
Mit einer inspirierenden Keynote eröffnete Contimi Kenfack Mouafo, Gründer von 3 E’s 4 Africa e.V., die Veranstaltung. Seine Botschaft: Junge Menschen und lokales Engagement sind zentrale Elemente für eine zukunftsweisende Zusammenarbeit zwischen der Diaspora und globalen Akteur*innen. Seine Worte setzten den Ton für ein Forum, das innovative Ideen und die Kraft gemeinsamer Anstrengungen feierte.

Stärkung der politischen Partizipation
Ein zentrales Anliegen des Forums war die Förderung politischer Mitgestaltung. Der in diesem Jahr gegründete Panafrikanische Rat Baden-Württemberg spielte dabei eine Schlüsselrolle. Silvia Holzhäuer-Ruprecht und Dr. David Tchakoura präsentierten den Rat und dessen Vision:

“Es kann keine Diskussion über Afrika geben, ohne Afrika selbst mit einzubeziehen.”

Die Mandatsträger*innen Njeri Kinyanjui, Nzimbu Cathy Mpanu-Mpanu-Plato und Vera Sompon teilten ihre persönlichen Geschichten und Motivation, die sie in die Politik geführt haben. Ihre Perspektiven unterstrichen die Vielfalt der Gründe für politisches Engagement:

“Für mich geht es um Demokratie und gleiche Lebensverhältnisse für alle.” (Njeri Kinyanjui)

“Mein Amt gibt mir Macht – es ist ein schönes Gefühl, mitentscheiden zu können.” (Vera Sompon)

Sie gaben auch wertvolle Tipps für den Einstieg in die Politik, darunter: Informieren, lokal starten, Gleichgesinnte suchen (Cathy Plato); Mentor*innen finden und offen für Lernprozesse bleiben (Vera Sompon).

Eine Brücke zwischen den Generationen
Besonders beeindruckend war die Plattform, die jungen Stimmen gewidmet wurde. In einer lebendigen Diskussion mit Grace Alele, Contimi Kenfack Mouafo, Mervdy Nkangu, Faisal Osman und Moderatorin Jenny Mushegera wurde die Vielfalt und das Potenzial lokalen Engagements sichtbar.

Die junge Generation formulierte klare Wünsche für die generationenübergreifende Zusammenarbeit:

“Ich wünsche mir weiterhin offene Räume und Plattformen für unser Engagement.” (Grace Alele)

“Ich hoffe auf Vertrauen und den Austausch von Erfahrungen und Kontakten.” (Faisal Osman)

“Wir brauchen Akzeptanz für neue Wege und Perspektiven.” (Contimi Kenfack Mouafo)

„Ich wünsche mir, dass auch Menschen, die nicht Teil der Diskussion sind, mitgedacht werden.“ (Mervdy Nkangu)

Ihr Dank galt den Vorreitenden, die Türen geöffnet und Netzwerke aufgebaut haben, mit der Hoffnung, dass diese Arbeit fortgeführt und geteilt wird.

Ein Tag voller Impulse, Workshops und Genuss
Neben inspirierenden Vorträgen und Diskussionen bot das Forum praxisnahe Workshops zu Themen wie Technologietransfer, kulturelle Identität und politische Teilhabe. Ein besonderer Dank gilt allen Impulsgeber*innen und Teilnehmenden, die durch ihre Beiträge die Veranstaltung bereichert haben.

Musikalisch verzauberte die 17-jährige Violinistin Calia Noémia Celestino Rádio das Publikum mit einem facettenreichen Repertoire von Klassik bis Pop und schuf damit einen emotionalen Höhepunkt eines ereignisreichen Tages.

Zum Abschluss: Ein Impuls, der bleibt
Wie die bewegenden Klänge von My Way und Lift Me Up, die Calia Noémia Celestino Rádio an diesem Tag zum Leben erweckte, steht auch das 2. Afrika Forum Baden-Württemberg für den Mut, den eigenen Weg zu gehen und gleichzeitig andere zu inspirieren und zu tragen.

Es erinnerte uns daran: Jede*r hat die Kraft, Geschichte neu zu schreiben, Brücken zu bauen und eine gerechtere Zukunft zu gestalten – auf die eigene Art, mit eigenem Rhythmus und vor allem in Gemeinschaft.

Wenn auch Sie Teil des Netzwerks Afrika Forum werden möchten, kontaktieren Sie uns oder nehmen Sie an den nächsten Veranstaltungen teil.

IHRE ANSPRECHPARTNERINNEN

SAMRAWIT PETROS

Strategie Partnerschaften & Afrika-Forum

Leslie Hawener

Referentin der Geschäftsleitung & Kommunikation

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FUTURE FASHION SEZ

Die erste Future Fashion Show 2024

Die erste nachhaltige(re) Future Fashion Show 2024 versammelte über 500 Menschen bei einem großen Community Event und zeigte, dass junge Modeschaffende die Zukunft von Fashion kreativ und nachhaltig gestalten wollen!

Am 12.10.2024 verwandelte sich Stuttgart in einen nachhaltigen Laufsteg, auf dem Designer*innen, Modebegeisterte und Kunst- und Kulturbegeisterte sowie die Clubszene zusammenkamen, um Zukunftsideen für die Modeindustrie zu feiern.

Bereits ab 18 Uhr begann der Community-Teil des Events, bei dem Besucher*innen eigene Kleidungsstücke neu kombinieren, bedrucken oder upcyclen oder selbst Accessoires herstellen konnten und dabei von Expert*innen inspiriert und beraten wurden. Ein Workshop bot tiefere Einblicke in die Frage wie „Nachhaltigkeit, Mode und Mainstream“ zusammenpassen und nachhaltige Labels damit umgehen. Mit kühlen Getränken und Snacks bot die Future Fashion Show Vernetzung, fachlichen Austausch und Wertschätzung für Aktive der nachhaltigen Modebweegung. Und eine offene Tür sowie Informations- und Bildungsangebote für Laufpublikum und frisch an nachhaltiger Mode Interessierte.

Um 21 Uhr startete das Hauptevent: die spektakuläre Future Fashion Show 2024. Junge Designer*innen aus Baden-Württemberg und darüber hinaus wie Garbage Couture, Sophia Area, SOKA und Nifrata präsentierten ihre neuesten Kollektionen und bewiesen, dass nachhaltige Mode innovativ, präsent und trendsetting ist.

Die Höhepunkte der Show wurden im Voguing-Stil von stuttgarter Vouging-Künstler*innen präsentiert, die das Publikum zum Jubeln und in Bewegung brachten.

Die Fashion Show endete mit einer Aftershow Party für und mit der Community, zu der die Gäste ihre clubtauglichsten Secondhand-, Fair-Fashion- und Selfmade-Outfits mitbrachten und den erfolgreichen Abend ausgelassen feierten. Die musikalische Begleitung machte den Laufsteg zur Tanzfläche und das Event zu einem Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.

Die Future Fashion Show hat bewiesen, dass die Unterstützung für Nachhaltigkeit in der Mode groß ist und viele den entscheidenden Wandel aktiv bereits mitgestalten.

Denn nur durch das große ehrenamtliche Engagement in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung sowie finanzieller Unterstützung der Future Fashion Community, der Future Fashion Friends sowie dem Staatsministerium Baden-Württemberg war dieses Pilotprojekt möglich.

Werde auch du Teil davon!

Hier findest du nachhaltige Mode in Stuttgart und Baden-Württemberg: https://www.futurefashion.de/einkaufen/

Kontaktiere uns und vernetze dich mit unseren Designer*innen für dein persönliches Weihnachts-Piece (Mail an info@futurefashion.de)

Werde Teil der Future Fashion Friends und mache eine nächste Fashion Show 2025 möglich: www.futurefashion.de/freund-in-werden

Lasst uns weiterhin zusammenarbeiten und zeigen, dass ein Wandel in der Mode- und Textilindustrie möglich ist!

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Zwei Feste zum 40. Geburtstag – Jubiläum der AMAHORO! Landespartnerschaft

Seit mehr als 40 Jahren verbindet die AMAHORO! Landespartnerschaft Menschen zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Anlässlich dieses Jubiläums lud die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) am 13. November 2024 zu zwei Feiern ein: in Stuttgart und Bujumbura.

Wir schreiben das Jahr 1984. Stevie Wonders „I Just Called to Say I Love You“ ertönt aus den Radios und erobert die Charts. Doch nicht nur Wonder feiert in diesem Jahr einen Meilenstein, sondern auch die AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi: Es ist das Jahr, in dem die Partnerschaft das Licht der Welt erblickt. Heute, im Jahre 2024 schlägt das Herz dieser Partnerschaft stärker denn je. Zahlreiche Menschen aus beiden Regionen engagieren sich tagtäglich in verschiedenen Bereichen: von Bildung über Gesundheit bis hin zur Forschung.
Um dieses Engagement zu feiern und auf die letzten 40 Jahre zurückzublicken, veranstaltete die SEZ am 13. November 2024 zeitgleich in Bujumbura und Stuttgart zwei Jubiläumsfeiern. 

„Erst heute Nachmittag bin ich von einer Dienstreise zurückgekehrt. Aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe, an dieser Feier teilzunehmen. Wenn du den Geburtstag deines Partners verpasst, hast du ein Problem. Auch wenn es keine Ehe ist, feiern wir heute doch eine langjährige Partnerschaft.“
So verglich Botschafter Albert Shingiro, Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit der Republik Burundi, die AMAHORO! Landespartnerschaft anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten in Bujumbura. In der deutschen Botschaft Burundi wurde ein besonderer Abend voller Erinnerungen und Austausch gefeiert. Bei mitreißender Musik und einer ausgelassenen Stimmung blickten die Gäste auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurück.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Anwesenheit von Prof. Emile Mworoha, einem der Gründerväter der Partnerschaft. Prof. Mworoha brachte als gemeinsames verbindendes Element beide Veranstaltungen zusammen: Er nahm persönlich an der Feier in Burundi teil und richtete gleichzeitig eine inspirierende Videobotschaft an die Gäst*innen in Stuttgart. Seine Worte zur Landespartnerschaft können Sie auf unserem Youtube-Kanal anhören. Mehr zu den Anfängen der AMAHORO! Partnerschaft und  Prof. Emile Mworoha erfahren Sie hier.

Eine Reise durch die Geschichte: 40 Jahre AMAHORO!

Der burundische Musiker, Arthur Niyimpaye, eröffnete den Abend musikalisch. Die Schirmherrschaft des Abends übernahm Astère Hatungimana, Vorsitzender der Burundischen Diaspora in Deutschland e.V. Der Verein agiert seit jeher als Brückenbauer zwischen den beiden Regionen und trägt durch sein Engagement maßgeblich zur Stärkung der Beziehungen bei.
Unter dem burundischen Sprichwort „Inzira ntibara inkuru – Auf einer Reise begegnet man einer Vielzahl von Geschichten“ ließen die Engagierten die vergangenen vier Jahrzehnte Revue passieren, in denen unzählige Begegnungen und Projekte zwischen Menschen aus Baden-Württemberg und Burundi entstanden. Der Schwerpunkt der Jubiläumsfeier lag auf der Zivilgesellschaft, die seit jeher den Kern der AMAHORO! Partnerschaft bildete.

Im Anschluss an das Festprogramm erwartete die Gäst*innen ein Benefizkonzert mit dem Kammerorchester Camerata Europeana. Unter der Leitung von Radoslaw Szulc präsentierte das Orchester Werke großer Meister: Neben Händel waren auch Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ und Rimski-Korsakows „Scheherazade“ zu hören. Solistische Beiträge von Anissa Baniahmad (Flöte), Tamara Bueno de la Torre (Sopran), Bernhard Lörcher (Cello) und Doren Dinglinger (Violine) brachten einen musikalischen Hochgenuss.

Die Spendeneinnahmen des Abends kamen Projekten aus der AMAHORO! Partnerschaft zugute, wie dem Bildungsprojekt zu nachhaltiger Landwirtschaft und Mikrofinanzierung für Kleinbäuerinnen in Kirundo und Muyinga, durchgeführt vom Verein Burundi und Wir e.V.

Bildliche Eindrücke von den Jubiläumsfeiern:

Arthur Niyimpaye eröffente die Jubiläumsfeier in Stuttgart (©SEZ/Fotonoid).

Astère Hatungimana, BDD e.V., war Schirmherr (©SEZ/Fotonoid).

Doren Dinglinger bezauberte das Publikum mit der Violine (©SEZ/Fotonoid).

Steffen Müller, GESTE, Botschafter Albert Shingiro, Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit der Republik Burundi, und Carsten Hölscher, deutscher Botschafter, reichten sich im Sinne der Partnerschaft die Hände (©SEZ).

Dr. Rainer Schach, Acquiline Schach und Schwester Joséphine unterhielten sich bei der Jubiläumsfeier (©SEZ).

Eine Band sorgte für gute Stimmung (©SEZ).

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BENEFIZ PROJEKT­FÖRDERUNG SEZ

Weihnachts-Spendenaktion 2024

Machen Sie bei der Weihnachts-Spendenaktion der SEZ mit!

Dieses Jahr feiern wir das Jubiläum der Partnerschaft zwischen Burundi und Baden-Württemberg. Mit unserer Weihnachts-Spendenaktion und Ihrer Spende wollen wir deshalb zum Ende unseres Jubiläumsjahres Engagement in Burundi fördern:

Der Verein Burundi und Wir e.V. ist Teil der burundischen Diaspora und unterstützt gemeinsam mit der burundischen Initiative ADDESI Kleinbäuerinnen und ihre Familien in Burundi. Durch Zugang zu Bildung und Mikrofinanzierungen versorgen Frauen in ländlichen Regionen so ihre Familien und gestalten ihre Gemeinschaft. Die diesjährige Weihnachtsspende stärkt die Frauen, schenkt Hoffnung und fördert nachhaltige Landwirtschaft.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie Teil der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi werden. Selbstverständlich stellen wir Ihnen für Ihre großzügige Unterstützung eine Spendenbescheinigung aus – auf Wunsch auch für Spenden unter 300€. Als Dankeschön präsentieren wir Sie gerne hier namentlich als Projektförderer.

Machen Sie bei der diesjährigen Weihnachts-Spendenaktion der SEZ mit und unterstützen Sie gemeinsam mit uns Frauen in ländlichen Regionen Burundis.

Spendenkonto

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)

IBAN: DE26 6005 0101 0001 3612 74

BIC: SOLADEST600

Verwendungszweck: Jubilaeum24

Vielen Dank!

Ihr Ansprechpartner

PHILIPP KEIL

Geschäftsführender Vorstand

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ENGAGIERTE IN BADEN-WÜRTTEMBERG INTERVIEW PARTNER­SCHAFTS­GRUPPEN PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM SEZ

Im Gespräch mit Dr. Kidist Hailu

Neu veröffentlicht: der komplett überarbeitete Fragenkatalog “Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren”. Dr. Kidist Hailu war aktiv am Prozess beteiligt (© SEZ).

Erfahren Sie im Gespräch mit Dr. Kidist Hailu, Fachpromotorin für lokale Partnerschaftsinitiativen, mehr über den Fragenkatalog „Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren“.

Bereits im Jahr 2020 wurde der Kriterienkatalog „Partnerschaften reflektieren“ veröffentlicht. Unter dem Motto „Wer Fragen stellt, verändert die Welt“ wurde damals die erste Ausgabe eingeleitet. Im Juni wurde nun ein zweiter Fragenkatalog von Fachpromotor*innen aus dem Bereich internationale Kooperationen und der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e. V. veröffentlicht. Im Gespräch mit Dr. Kidist Hailu erhalten Sie Informationen über „Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren – Ein Fragenkatalog“ und erfahren, welche Empfehlungen die Broschüre und die Fachpromotorin den Partnerschaftsgruppen mit auf den Weg geben.

Können Sie uns kurz beschreiben, was genau Ihre Tätigkeit ist?

Ich bin seit 2021 Teil der SEZ und koordiniere als Fachpromotorin für lokale Partnerschaftsinitiativen Workshops und Seminare zu Themen, die für Partnerschaften relevant sind, zum Beispiel zu transkultureller Kommunikation, Kinderschutz, diskriminierungssensibler Sprache sowie Dekolonisierung der Partnerschaftsarbeit. Außerdem koordiniere ich eine Plattform für Austauschmöglichkeiten zwischen Engagierten und biete Beratungen für die Partnerschaftsgruppen in Baden-Württemberg an.

Vor kurzem wurde „Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren – ein Fragenkatalog“ überarbeitet und Sie waren aktiv an diesem Prozess beteiligt. Könnten Sie uns erklären, was genau dieser Fragenkatalog beinhaltet?

Der Fragenkatalog, sowohl die ursprüngliche als auch die aktuelle Version, richtet sich an Partnerschaftsgruppen, insbesondere an diejenigen, die sich in den Nord-Süd-Partnerschaften engagieren. Die Veröffentlichung bietet wertvolle Anregungen, um Partnerschaften auf verschiedenen Ebenen zu betrachten und kritisch zu durchdenken. Der Fragenkatalog enthält inspirierende Impulse und Handlungsanregungen, die dazu beitragen können, die eigene Arbeit sowie die Zusammenarbeit mit den Partner*innen zu reflektieren und bei Bedarf zu verändern.

Wir, die Fachpromotor*innen im Bereich internationale Kooperationen und Partnerschaften, haben bundesweit zusammengearbeitet, um Partnerschaftsgruppen bei ihrem Engagement zu unterstützen und frische Impulse für Nord-Süd-Partnerschaften zu setzen. Wir wünschen uns, dass der Fragenkatalog als nützliches Werkzeug verwendet wird, um die Zusammenarbeit nicht nur besser zu verstehen, sondern auch aktiv zu verbessern.

Weshalb wurde der erste Fragenkatalog überarbeitet?

Die Überarbeitung war notwendig, weil sich die Debatten und Perspektiven über Nord-Süd-Partnerschaften im Laufe der Zeit verändert haben. Zudem sind neue Fragen aufgetaucht, die sowohl die aktuelle Situation als auch die historische Entwicklung kritisch hinterfragen, während andere Fragen an Relevanz verloren haben. Dadurch konnten wir dazu beitragen, dass der Katalog weiterhin zeitgemäß und nützlich bleibt.

Welche Themen werden in der überarbeiteten Version aufgegriffen?

Die neue Ausgabe behandelt unter anderem aktuelle Debatten und Themen, die bisher in der Nord-Süd-Partnerschaftsarbeit häufig unbeachtet geblieben sind. Dazu gehören wichtige Themen wir Dekolonialisierung, machtkritische Perspektiven und globale Gerechtigkeit in Partnerschaften. Ebenso sind Fragen zur politischen Dimension, zu Menschenrechten und zur Geschlechtergerechtigkeit jetzt ein wichtiger Bestandteil des Fragenkatalogs.

Welche Vorteile bietet der Fragenkatalog für Nord-Süd-Partnerschaften?

Ich hoffe sehr, dass der Fragenkatalog viele Partnerschaftsgruppen erreicht und aktiv genutzt wird. Denn die Reflexion innerhalb von Partnerschaften kann die Kommunikation verbessern, gemeinsame Lernprozesse starten und allgemein eine bewusste Diskussion untereinander ermöglichen. Der Fragenkatalog ist flexibel einsetzbar, wird sicher nicht die letzte Version bleiben und sich weiter mit der Zeit entwickeln. Denn die Themen und Relevanz der Fragen verändern sich mit der Zeit. Deshalb möchten wir Partnerschaftsgruppen ermutigen, ihre eigenen Fragen zu stellen und gemeinsam mit ihren Partner*innen nach Lösungen zu suchen. Um die Nutzung noch breiter zu ermöglichen, planen wir die Broschüre noch in vier weitere Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch) zu übersetzen, damit auch Partner*innen im Globalen Süden mit dem Katalog arbeiten können.

Welche Empfehlung möchten Sie Partnerschaftsgruppen noch mit auf den Weg geben?

Meine persönliche Empfehlung für alle Engagierten in Nord-Süd-Partnerschaften ist, Partnerschaften als ein Lernfeld zu betrachten und immer offen zu sein, auch vom Globalen Süden zu lernen.

Vielen Dank für diesen Einblick.

Ihre Ansprechpartnerin

DR. KIDIST HAILU

Fachpromotorin für Internationale Partnerschaftsarbeit

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM SEZ

Kick-Off für virtuelle Austauschreihe junger Menschen zu Zukunftsfragen

© SEZ

Im virtuellen Raum treffen sich junge Menschen aus verschiedenen Ländern über Grenzen hinweg, stellen sich gegenseitig Projektideen vor, knüpfen Kontakte und arbeiten gemeinsam an einer besseren Zukunft.

Der Start der virtuellen Austauschreihe am 2. Juli war ein bedeutender Meilenstein in der internationalen Zusammenarbeit junger Menschen zwischen Baden-Württemberg, Burundi, Benin und weiteren Ländern.
Rund 28 junge Menschen nahmen an dem Kick-Off teil. Das virtuelle Treffen begann mit einem Kennenlernen auf persönlicher Ebene und der Organisationen, die die jungen Engagierten in ihren Ländern jeweils vertreten. Dafür trafen sich die Teilnehmenden in Speed-Dating-Sitzungen.

Die Teilnehmenden vertreten die unterschiedlichsten Bereiche von Klimagerechtigkeit über nachhaltige Entwicklung bis hin zu Diskrimnierungssensibilität engagierten sie sich ihn ihren Organisationen und mit ihren Projekten.

Welche Erwartungen haben Junge Menschen an den Austausch über Grenzen hinweg?

Ziel der Veranstaltung war es, beim ersten Treffen der Austauschreihe, die zukünftig alle 2 Monate stattfinden werden, herauszufinden, welche Erwartungen der Teilnehmer*innen an den Austausch haben und was sie für ihre Arbeit und ihr Engagement brauchen.

Das waren die zentrale Anliegen der jungen Menschen: bessere Bildung, mehr Klimagerechtigkeit, Unterstützung bei Unternehmertum, mehr Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen, Bewusstsein für Diskriminierung, gute Regierungsführung und die politische Teilhabe von Jugendlichen. Diese Themen sind die großen Herausforderungen und Chancen, denen sich die Jugend auf der ganzen Welt heute gegenüber sieht. Wie können sie sich gegenseitig bei der Bewältigung dieser Fragen unterstützen und welche weiteren Formen der Unterstützung gibt es?

Wie kann man sich bei der Bewältigung der großen Zukunftsfragen zusammentun und welche weiteren Formen der Unterstützung gibt es?

Im Verlauf der Veranstaltung wurden verschiedene Möglichkeiten für gemeinsame Projekte und deren Finanzierung vorgestellt. Sowohl bwirkt!Ausland als auch die AMAHORO Jubiläumsförderung wurden als Finanzierungsmöglichkeit genannt.

Als nächsten Schritt vereinbarten die jungen Menschen sich in zwei Monaten wieder zu treffen, um den Austausch über gemeinsame Projekte und Ideen weiterzuführen.

Möchten Sie bei den nächsten Treffen dabei sein und Teil von “Connecting Futures” werden? Kennen Sie junge Menschen für die das Angebot interessant wäre? Weitere Informationen dafür gibt es hier.

Ihr Ansprechpartnerin

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT BENEFIZ SEZ

Überschwemmungen in Burundi

Ausgaben von Hilfsgütern unterstützen Betroffene in Burundi. © Niko Zalac / Nidji Studio

"Allein in Gatumba und den benachbarten Regionen haben über 100.000 Menschen ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage durch die Überschwemmungen verloren."

So beschreibt Ange Muyubira, Geschäftsführerin von Kaz’O’zah in Bujumbura die Situation. Aufgrund extremer und langanhaltender Regenfälle ist der Tanganjika-See an vielen Orten entlang der Küsten weit über die Ufer getreten und Erdrutsche haben in weiten Teilen von Burundi Straßen, Felder und Häuser zerstört. Klimaexpert*innen zufolge hängen die Überschwemmungen mit dem Wetterphänomen El Niño zusammen und sind eine direkte Folge des Klimawandels. Burundi, eines der Länder, das am wenigsten zum Klimawandel beigetragen hat, trägt nun die Konsequenzen am stärksten. Lokale Hilfsorganisationen und Nachbarschaftshilfen richten Notunterkünfte ein und stemmen Rettungsaktionen. Die SEZ war gemeinsam mit der Stuttgarter Organisation STELP Anfang Mai in Burundi, um zusammen mit den lokalen Organisationen Fondation Stamm und Kaz’O’zah vor Ort zu unterstützen. „In dieser Katastrophe beispiellosen Ausmaßes sind wir froh über die Zusammenarbeit mit einer tatkräftigen Organisation wie STELP. Nun gilt es den lokalen Partner*innen gut zuzuhören, um gemeinsam die Situation zu bewältigen”, sagt Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ.

Unsere Partnerorganisationen in Burundi unterstützen die Bevölkerung mit Nahrungsmittelspenden und beim Wiederaufbau von Lebensgrundlagen. Denn es gilt auch die langfristigen Folgen der Hochwasserkatastrophe anzugehen.

Unterstützen Sie Projekte von Partner*innen wie beispielsweise das Projekt von Kaz’O’Zah, das 100 Frauen in Gatumba beim grenzüberschreitenden Handel in die Demokratische Republik Kongo unterstützt.

Alle Spenden gehen ohne Abzug von Verwaltungskosten direkt an unsere Projektpartner*innen. Für eine  Spendenbescheinigung geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Vielen Dank!

Spendenkonto

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)
IBAN: DE26 6005 0101 0001 3612 74
BIC: SOLADEST600

Verwendungszweck: Burundi

Man sieht eine Kirche, bei der es scheint, dass sie in einem See ist. Eine Person ist davor in einem Boot.
In Burundi haben über 100.000 Menschen durch die Überschwemmungen ihr zu Hause verloren. © Niko Zalac / Nidji Studio

Ihr Ansprechpartner

PHILIPP KEIL

Geschäftsführender Vorstand

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Burundische Delegation zu Besuch in Baden-Württemberg

(v.l.n.r.) Ange Nihimbaze, Protokoll des Außenministers, Botschafterin Annonciata Sendazirasa, burundische Botschafterin in Deutschland, Botschafter Albert Shingiro, Minister für auswärtige Angelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit in der Republik Burundi, Botschafter Dieudonné Ndabarushimana, Senior Advisor und Botschafter Egide Ndikuriyo, Direktor European Affairs, vor dem Bodensee (©: SEZ).

Im April wurde Stuttgart Schauplatz einer besonderen Begegnung:

Der Besuch des burundischen Ministers für Auswärtige Angelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit, Botschafter Albert Shingiro, samt einer hochrangigen Delegation aus Burundi, markierte den feierlichen Auftakt des Jubiläums der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Gemeinsam mit der neuen burundischen Botschafterin in Deutschland, Annonciata Sendazirasa, besuchte die Delegation vom 3. bis zum 7. April verschiedene Stationen in Baden-Württemberg. Begleitet wurden die burundischen Gäst*innen durch die SEZ, sowie durch das Staatsministerium. Auf dem Programm standen neben vielen politischen Gesprächen, der Austausch mit Unternehmen, sowie Gespräche mit zivilgesellschaftlichen und kommunalen Vertretenden. Eine Stadtrundfahrt mit privater Führung durch die Afrika Ausstellung im Linden-Museum rundete den Besuch ab. Dabei zeigte Fiona Siegenthaler, Kuratorin der Afrika-Abteilung im Linden-Museum Stuttgart, burundische Artefakte, deren genaue Herkunft und ihr Weg ins Museum bisher ungeklärt sind. Besonders interessiert und offen für eine weitere Zusammenarbeit zeigte sich die burundische Delegation beim Besuch von Off-Grid Europe in Pfullendorf. Der Anbieter für Solarlösungen hat sich spezialisiert auf den afrikanischen Markt und erhoffte sich durch den hohen Besuch aus Burundi einen Eintritt ins Partnerland. Einen Abschluss mit Seeblick ermöglichte der kurze Besuch am Bodensee, dem „Tanganjika Baden-Württembergs“.

Politische Gespräche auf der Messe Fair Handeln

Im Rahmen der Messe Fair Handeln hatte die Delegation fruchtbare Arbeitsgespräche mit dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir, dem baden-württembergischen Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, Staatssekretär Rudi Hoogvliet sowie den entwicklungspolitischen Sprechenden Catherine Kern (Grüne) , Georg Heitlinger (FDP), Tim Bückner (CDU) in Vertretung für Dr. Albrecht Schütte (CDU) und Sebastian Cuny (SPD) zur Vertiefung der Partnerschaft.

Bei der Eröffnung der Slow Food und Fair Handeln Messe übergab der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk als baden-württembergischer Regierungsvertreter den Geburtstagskuchen an Botschafter Albert Shingiro: vegan und lokal produziert steht die Torte von Kuchenliebe symbolisch für die Essenz der Partnerschaft. Eine Kombination aus heimischen Dinkel mit einer Creme aus Passionsfrucht und Kaffee ist Sinnbild für das, was die Partnerschaft ausmacht: der Austausch zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Die Delegation besuchte freudig verschiedene Stände und tauschte sich mit verschiedenen Akteur*innen aus. Ein besonderer Moment auf der Messe war die Entwicklungspolitische Landeskonferenz, die anlässlich des Jubiläums der AMAHORO! Landespartnerschaft einen regionalen Schwerpunkt auf das Partnerland Burundi legte. „Menschen und Ressourcen sind auf der Welt nicht gleich verteilt“ betonte Botschafter Albert Shingiro auf der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz. In seiner Rede stellte er die Notwendigkeit diplomatischer Wege heraus, um sich „auf eine faire und gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung von Ressourcen zu einigen“.

Am 7. April reiste die burundische Delegation rund um Botschafter Shingiro nach Berlin weiter für die Vertiefung der Zusammenarbeit auch auf Bundesebene. „Wir sind sehr herzlich empfangen worden und haben uns gefühlt wie zuhause“, beschreibt Minister Shingiro seinen ersten Besuch im Ländle. Es war eine Woche voller Begegnungen, Austausch und Potenzial für zukünftige Kooperationen, die sowohl die burundische Delegation als auch ihre Gastgeber*innen in Baden-Württemberg mit Zuversicht erfüllte. Wir freuen uns auf das Wiedersehen – Tuzosubira!

Man sieht drei Personen, die beinander stehen und sich unterhalten.
Botschafterin Annonciata Sendazirasa, burundische Botschafterin in Deutschland, und Botschafter Albert Shingiro, Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit, im Gespräch mit Nadine Elghonimy, SEZ, zur AMAHORO! Landespartnerschaft (©: SEZ / Fotonoid).
Man sieht eine Gruppe von Menschen, die gerade ankommt und begrüßt wird.
Off-Grid Europe begrüßte die burundische Delegation herzlich (©: Tom Lunk / Off-Grid Europe).
Man sieht Menschen, die um einen Konferenztisch sitzen und sich beraten.
Politische Gespräche zwischen Botschafter Albert Shingiro, Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Entwicklungszusammenarbeit, und Rudi Hoogvliet, Staatssekretär für Medienpolitik und Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund (©: Staatsministerium / Franziska Kraufmann)
Man sieht eine Frau, die vor einem Korb im Museum steht.
Botschafterin Annonciata Sendazirasa vor einem burundischen Artefakt im Linden-Museum (©: SEZ)
Man sieht eine Gruppe von Menschen, die für ein Bild posiert. Im Vordergrund ist eine Trommlergruppe in traditioneller Kleidung.
Die burundische Delegation freute sich über den Auftritt der Tambourinaires der burundischen Diaspora in Deutschland auf der entwicklungspolitischen Landeskonferenz (©: Staatsministerium / Franziska Kraufmann).

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Ange Muyubira

Ange Myubira in drei Aspekten: Burundi-Liebhaberin, geborene Unternehmerin und weltbegeistert (© SEZ/Ange Muyubira).

Die burundische Unternehmerin Ange Muyubira gründete bereits zu Schulzeiten ihr erstes Unternehmen. Damit war ihr Unternehmergeist geweckt. Heute ist sie CEO von Kaz’O’zah in Burundi. Im Gespräch erzählt sie uns mehr zu ihrer Arbeit und ihrer Motivation.

Kannst du dich und deine Arbeit vorstellen?

Mein Name ist Ange Muyubira und ich würde sagen, dass ich eine geborene Unternehmerin bin und gerne finanziell unabhängig bin. Ich mag es, die Welt zu erkunden und meine Talente in den Dienst meiner Gemeinschaft zu stellen. Ich möchte, dass die Menschen um mich herum dasselbe tun können.

Deshalb geht es mir bei allem, was ich auf die eine oder andere Weise tue, vor allem darum, dass die Menschen ein gutes Einkommen erzielen, einen guten Lebensunterhalt haben und dass ihr Land davon profitiert. Drei Aspekte fassen mich gut zusammen: Burundi-Liebhaberin, geborener Unternehmerin, weltbegeistert.

Mein erstes Unternehmen gründete ich in der Schule. Es handelte sich dabei um einen Lieferdienst für NGOs und Unternehmen. Denn aufgrund des Krieges war es den Angestellten nicht möglich für das Mittagessen nach Hause zu fahren.

Als ich ins Vereinigte Königreich zum Studieren ging, halfen mir die Erfahrungen aus meinem ersten Unternehmen: Es war mir möglich, gleichzeitig zu studieren, zu arbeiten und das nächste kleine Unternehmen zu gründen. All diese Erfahrungen führten letztendlich dazu, dass ich jetzt ein soziales Unternehmen, eine gemeinnützige Organisation und eine Mikrofinanz-Organisation führe.

 

Was bedeutet Kaz’O‘zah?

Kaz’O’zah ist Kirundi und bedeutet „strahlende Zukunft“. Kaz’O’zah ist in drei Zweige unterteilt:

  1. Kaz’O’zah Arts für den kommerziellen Bereich
  2. Kaz’O’zah Keza ist eine Non-Profit-Organisation
  3. Kaz’O’zah Fund für Mikrofinanzierungen

Die Geschichte von Kaz’O’zah begann in der Zusammenarbeit mit Künstler*innen. Deshalb heißt der erste Zweig auch Kaz’O’zah Arts. Als Antwort auf die Bedarfe der Künstler*innen folgte die Non-Profit Organisation Kaz’O’zah Keza. Es unterstützt die Künstler*innen und Gemeinschaften dabei, ihre Business Development Fähigkeiten zu verbessern und bringt ihnen bei, wie sie ihre Einnahmen zur Verbesserung ihres Lebens nutzen können. Es geht also um Lebensunterhalt und finanzielle Eingliederung. Anschließend profitieren die Alumni von den Finanzdienstleistungen der Kaz’O’zah Fonds. All diese Zweige entstanden aus dem Bedarf des Marktes und den Bedürfnissen der Kund*innen.

 

Was war bei all diesen Erfahrungen bisher dein Highlight und was die größte Herausforderung?

Als ich aus England als Dolmetscherin zurückkam, hatte ich die Möglichkeit, einen sehr gut bezahlten Job in einer internationalen Organisation zu bekommen. Das wollte ich dann aber nicht. Ich sagte mir stattdessen, ich möchte mit den ländlichen Gemeinden zusammenarbeiten und zum Erfolg des Landes beitragen. Und ich sagte mir: Burundi hat ein Beschäftigungsproblem. Ich will nicht kommen und denjenigen die Arbeit wegnehmen, die keine haben. Sondern ich möchte Arbeitsplätze schaffen. Niemand hat daran geglaubt. Alle dachten, ich sei ein bisschen verrückt.

Und ich bin stolz darauf zu sehen, wie ich das geschafft habe. Ich habe 12 Jahre lang nicht aufgegeben, und Kaz’O’zah hat inzwischen über 20 000 Burundier*innen und über 300 Ugander*innen erreicht. Und ich bin so stolz darauf, dass sich das Einkommen der Menschen von 2 Dollar pro Tag auf 40 Dollar pro Tag erhöht hat.

Das ist es, was mich besonders stolz macht: zu sehen, dass es möglich ist. Entwicklung ist möglich. Und wenn man den Menschen etwas beibringt und ihnen eine Chance gibt, können sie sich entwickeln. Wenn ländliche Gemeinden eine Chance erhalten, können sie sich entwickeln.

Die größte Herausforderung, vor der ich bisher stand… Wenn ich ins Ausland reise, um Kooperationspartner*innen zu finden, stelle ich immer wieder fest, dass viele mit Ostafrika zusammenarbeiten, aber nicht mit Burundi. Das ist sehr schmerzhaft, weil man sich fragt: Wenn alle lieben, was du tust, war es ein Fehler im falschen Teil der Erde geboren worden zu sein? Aus diesem Grund habe ich großen Respekt vor der SEZ, die seit über 40 Jahren mit Burundi zusammenarbeitet.

 

Was motiviert dich für deine Arbeit?

Die Worte, die ich mir selbst gesagt habe: Ich möchte zur Entwicklung Burundis beitragen. Ich setze alles, was ich habe, dafür ein. Ich bin sehr leidenschaftlich und sehr engagiert, um positive Veränderungen in diesem Land herbeizuführen und der Welt die großartigen Dinge in unserem Land zu zeigen.

 

Du erwähntest den Aspekt der Zusammenarbeit und wie schwierig es manchmal ist, im Ausland Kooperationspartner*innen zu finden. Wie kann die AMAHORO! Partnerschaft eine Rolle bei deiner Arbeit in Burundi spielen?

In Kirundi gibt es ein Sprichwort „Ubwenge Burarahurwa“. Übersetzt: Weisheit muss eingekauft werden. Es bedeutet, dass die Weisheit nicht von selbst kommt. Stattdessen muss man sie woanders suchen. In Bezug auf die Zusammenarbeit bedeutet es, dass wir von den Deutschen etwas lernen wollen und wir wollen, dass die Deutschen auch etwas von uns lernen.

Es gibt auch ein anderes Sprichwort: „Iminwe iroyha inyuranye.“ Es bedeutet, dass Hände gut schmecken, wenn sie ausgetauscht werden. Also im übertragenen Sinne etwa: Ich füttere dich, du fütterst mich und dann schmeckt es gut. Wenn wir unser Wissen und das, was wir einbringen können, austauschen, wird ein gutes Ergebnis herauskommen.

Ich danke dir vielmals für dieses Interview. Tuzosubira.

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Feierliches Jubiläumsfest in Bujumbura

Godelieve Manirakiza, Association des Femmes Repatriées du Burundi, Salomée Ndayishimiye, Radio Indundi Culture, und Grace Fleur Francine Uwitonze, Association des Scouts du Burundi, diskutieren über die Förderung von Landfrauen. Diane Ndonse, Association des Femmes Journalistes du Burundi, moderierte (© SEZ).

Am 21. März 2024 wurde das Jubiläum der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi im burundischen Bujumbura gefeiert.

Bereits seit über vierzig Jahren verbinden Baden-Württemberg und Burundi freundschaftliche Beziehungen und vor genau zehn Jahren wurde die Partnerschaftsvereinbarung der beiden Regionen unterzeichnet.

Anlässlich des Monats März, der den Frauenrechten gewidmet ist, stand die Veranstaltung unter dem Thema „Förderung von Landfrauen für eine nachhaltige Entwicklung“ und hat mit ihren inspirierenden Redner*innen für Impulse bis Baden-Württemberg gesorgt. Die burundische Social Entrepreneurin, Ange Muyubira, gab Anregungen zu nachhaltigen Unterstützungsmöglichkeiten von Landfrauen in Burundi. Ihre Organisation, Kaz’O’zah (Kirundi für “glänzende Zukunft”) bringt Frauen Finanzbildung und Unternehmertum näher.

Die inspirierende Rednerin betonte hierbei die Wichtigkeit von Investitionen und der gleichzeitigen Vermittlung von Finanzwissen und unternehmerischen Fähigkeiten. Laut Ange Muyubira können dadurch Landfrauen in Burundi das eigene Geld investieren und schlussendlich ein unabhängiges Leben führen.

Nach den Impulsen von Ange Muyubira folgte eine spannende Paneldiskussion mit Godelieve Manirakiza, Association des Femmes Repatriées du Burundi, Salomée Ndayishimiye, Radio Indundi Culture, Grace Fleur Francine Uwitonze, Association des Scouts du Burundi und Ange Muyubira. Moderiert von Diane Ndonse, Association des Femmes Journalistes du Burundi. Die Diskussion zum Thema „Förderung von Landfrauen für eine nachhaltige Entwicklung“ führte zu einer regen Diskussion unter den Teilnehmenden.

Die Amahoro! Landespartnerschaft und die feministische Außenpolitik

In seiner Begrüßung hat Philipp Keil, der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), bei der die Koordination der AMAHORO! Landespartnerschaft verankert ist, die Wichtigkeit der langjährigen Partnerschaft betont.

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Burundi, Herr Carsten Hölscher, der im August 2023 sein Amt in Bujumbura angetreten ist, wies in seiner Ansprache auf die feministische Außenpolitik Deutschlands hin. Durch das Mainstreaming von Feminismus erhalten Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung von Frauen Einzug in die deutsche Außen- und Entwicklungspolitik.

Das erste Jubiläumsfest der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi war ein feierlicher Auftakt für das Jubiläumsjahr.

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Bischof Dr. Bigirimana

Bischof Dr. Éraste Bigirimana und Philipp Keil tauschten sich beim Besuch zur AMAHORO! Landespartnerschaft und Bildung aus (© SEZ).

Am 7. März 2024 besuchte der anglikanische Bischof von Bujumbura, Dr. Éraste Bigirimana, das Büro der SEZ in Stuttgart. Seine Vision: Bildung zu stärken und Lehrkräfte und Schüler*innen aus beiden Regionen miteinander zu verbinden. Die AMAHORO! Landespartnerschaft kann hierbei unterstützen.

Was sticht für Sie bei der AMAHORO! Landespartnerschaft heraus?

Ich schätze diese Partnerschaft sehr und bin dankbar, dass die Zivilgesellschaft, die Kirchen und andere Gruppen an dieser Partnerschaft beteiligt sind. Ich wünsche der Partnerschaft alles Gute zum Jubiläum und hoffe, dass sie stetig weiterwächst.

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft?

Wir möchten die guten Beziehungen innerhalb der AMAHORO! Partnerschaft aufrechterhalten und weiter ausbauen. Es ist wichtig, in die Jugend und die junge Generation zu investieren. Der Ausbau und die Förderung von Bildung, Berufsausbildung und berufliche Weiterbildung sind dafür essentiell. Denn das sind Investitionen in die Zukunft und deshalb müssen Projekte in diesem Bereich in Burundi unterstützt werden.

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Neu: AMAHORO! Jubiläums-Förderung

© SEZ; Grafik: Studio Micha Binder

Viele werden es bereits mitbekommen haben: Die AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi feiert Jubiläum. Seit über 40 Jahren verbinden partnerschaftliche Beziehungen Menschen vom Ländle bis ins Land der 1000 Hügel.

Damit das breite Netzwerk der Aktiven und Engagierten wächst, gibt es in diesem Jahr einmalig die AMAHORO! Jubiläums-Förderung speziell für Ihre burundibezogenen Veranstaltungen, Medien und Öffentlichkeitsarbeit.

Die AMAHORO! Landespartnerschaft soll bekannter werden, deshalb fördert die SEZ Ihre Ideen und Ihr Engagement mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Die AMAHORO! Jubiläums-Förderung in Kürze:

  • Gefördert werden öffentlichkeitswirksame Aktivitäten, Events, Medien etc. mit Bezug zu Burundi in Baden-Württemberg.
  • Förderfähig sind gemeinnützige, private Träger*innen, Vereine und Organisationen, die in Baden-Württemberg ansässig sind, insbesondere diasporische Organisationen.
  • Start der Förderung sowie der Aktivitäten ist ab sofort bis einschließlich 31. Dezember 2024.
  • Anträge sollten ca. 8 Wochen vor Durchführung der Aktivität gestellt werden.
  • Die Höhe der Förderung liegt bei max. 2.000 EUR pro Organisation.

Mehr Informationen zur AMAHORO! Jubiläums-Förderung, zu den Richtlinien und dem Antragsformular finden Sie hier.

Ihre Ansprechpartnerin

NADINE ELGHONIMY

Projektkoordination Dohuk und AMAHORO! Landespartnerschaft

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Divine Umulisa

Im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Divine Umulisa Gashugi © Divine Umulisa Gashugi

Erfahren Sie im Gespräch mit der Journalistin und Autorin, Divine Umulisa Gashugi, wie Sie Teil der AMAHORO! Landespartnerschaft geworden ist und welche Wünsche Sie als Koordinatorin insbesondere für die Schulinitiative Amahoro Burundi hat.

Was ist Ihre Tätigkeit in der AMAHORO! Landespartnerschaft?

Ich bin seit 2022 als Koordinatorin für die Schulinitiative Amahoro Burundi beim Entwicklungspädagogischen Informationszentrum Reutlingen (EPiZ) tätig. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen Kafalo Sékongo, Gundula Büker und Natalia Zumarán bin ich Teil des Clusters Bildung der AMAHORO! Landespartnerschaft. Wir arbeiten mit verschiedenen Akteur*innen im Bereich der Bildung zusammen, um die Partnerschaft bekannter zu machen. Unser Motto ist hierbei: voneinander lernen, anstatt übereinander lernen.

Dafür organisiere ich Veranstaltungen, bei denen die Schüler*innen aus Baden-Württemberg in einen Austausch mit Jugendlichen aus Burundi kommen. Außerdem unterstützen wir auch Schulen, die schon in der Partnerschaft aktiv sind.

Wie sind Sie Teil der Partnerschaft geworden?

In erster Linie natürlich über meinen Job als Koordinatorin der AMAHORO! Schulinitiative. Aber auch über meine persönliche Geschichte: Ich bin in Ruanda geboren und habe bereits in Burundi gelebt. Ich habe also viele Freund*innen und Bekannte in Burundi. Bereits vor meiner Rolle als Koordinator*in für Schulpartnerschaften habe ich über zehn Jahre mit Jugendlichen aus Burundi zusammen gearbeitet. Zum Beispiel in kreativen Projekten für politische Bildung sowie in den Bereichen Kunst und Kultur.

Jetzt wohne ich in Baden-Württemberg und die Partnerschaft ist für mich eine Möglichkeit, meine Zusammenarbeit mit Menschen in Burundi fortzusetzen. Mir gefällt es, dass es nun mein Job ist, beide Kulturen zusammen zu bringen. Jedes Mal, wenn ich im Kontakt mit unseren burundischen Partner*innen und Kolleg*innen bin, fühlt es sich so an, als ob wir schon immer gemeinsam arbeiten würden. Unser gemeinsames Verständnis macht unsere Zusammenarbeit besonders produktiv.

Was ist Ihr Wunsch für die Partnerschaft?

Mein Wunsch für die Partnerschaft ist natürlich , dass sie mehr Sichtbarkeit bekommt. Leider sind Schulen in Baden-Württemberg immer noch schwer  für eine Schulpartnerschaft im Allgemeinen zu gewinnen und es ist besonders schwer, wenn es um das Partnerland Burundi geht. Denn das Land ist ja nicht so bekannt und für Menschen in Deutschland eher kein touristisches Ziel. Mein Wunsch wäre, dass wir die Schulpartnerschaft mit Burundi finanziell unterstützen, damit eine Partnerschaft mit dem Partnerland von Baden-Württemberg attraktiver für die hiesigen Schulen wird.

Grundsätzlich wünsche ich der AMAHORO! Landespartnerschaft zum Jubiläum mehr Sichtbarkeit und die Verstärkung ihrer Arbeit.

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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(POST)MIGRANTISCHE ORGANISATIONEN SEZ

Perspektivenwechsel – Afrikabilder im Spiegel der Generationen

Teilnehmer*innen des Netzwerktreffens auf der Fair Handeln: Im Gespräch über Afrikabilder im Spiegel der Generationen (© Cengiz Akaygün)

Am 06. April 2024 haben sich 50 Stimmen aus der Afrodiaspora in Baden-Württemberg und Interessierte auf der Messe Fair Handeln für das Netzwerktreffen Afrika Forum Baden-Württemberg getroffen, um über Afrikabilder im Spiegel der Generationen zu sprechen.

Etablierte und junge Stimmen aus der Afrodiaspora haben während des Netzwerktreffens in Wohnzimmer-Gesprächen ihre persönlichen Erfahrungen und Begegnungen mit Afrikabildern und der stereotypen Darstellung des Kontinents in Baden-Württemberg geteilt. 

Moderiert von Faisal Osman (Black Community Foundation Stuttgart e.V.) gab es zwei Gesprächsrunden:

Im ersten Gespräch haben sich Grace Alele von SIMAMA – STEH AUF e.V. und Eric Kamguia von Awoli e.V. über ihre persönlichen Erfahrungen mit Afrikabildern ausgetauscht. In der zweiten Runde haben Naemi Mirene Makiadi von Afrokids International e.V. und dem ReCollect Kollektiv und Komlan Batema von KAMA MBOWOU e.V. über die Vielfalt und Komplexität des afrikanischen Kontinents gesprochen. In beiden Gesprächen wurden die Zuhörer*innen von den Speaker*innen auf eine intergenerationale Zeitreise in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft genommen.

Musikalisch hat die Künstlerin Akeva! Malayika die Veranstaltung mit ihren Liedern umrahmt.

Danke an alle Teilnehmer*innen und Unterstützer*innen!

Werden Sie Teil des Netzwerkes

Sie möchten sich gemeinsam mit dem Netzwerk Afrika Forum Baden-Württemberg für mehr Austausch zwischen Akteur*innen der afrodiasporischen Zivilgesellschaft und Vertreter*innen aus der Landespolitik, Stiftungen, kommunalen Vertretungen und  der Verwaltung einsetzen?

Als Teil des Netzwerkes stärken Sie die Partnerschaften und die Partizipation der Engagierten zu globalen Themen und tragen aktiv dazu bei, dass das Afrikabild in Baden-Württemberg neu gedacht wird.

Wir freuen uns über neue Gesichter und Ihr Interesse am Netzwerk Afrika Forum Baden-Württemberg und laden Sie herzlich dazu ein, Teil des Netzwerkes zu werden. Besuchen Sie eine der Veranstaltungen aus dem Netzwerk oder kontaktieren Sie uns, wenn Sie in unseren Verteiler mit aufgenommen werden wollen.

IHRE ANSPRECHPARTNERINNEN

SAMRAWIT PETROS

Strategie Partnerschaften & Afrika-Forum

Leslie Hawener

Referentin der Geschäftsleitung & Kommunikation

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

In Dankbarkeit für Erich Schneider

Anlässlich des 90. Geburtstages von Herrn Erich Schneider, Landtagspräsident a. D., in Burgstetten im August 2023: SEZ Geschäftsführer Herr Philipp Keil neben Herrn Erich Schneider und Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras (v.l.n.r.) in Burgstetten. ©Gemeinde Burgstetten

Erich Schneider als Wegbereiter der Amahoro! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi

Am 8. Februar 2024 ist unser langjähriger Freund und Unterstützer, Herr Erich Schneider, Landtagspräsident und Bürgermeister a. D., verstorben. Schneider war von 1982 bis 1992 Präsident des Landtages Baden-Württemberg und hat gemeinsam mit Erwin Teufel, dem früheren Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, die Gründung der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg vorangetrieben.

Schneider hat sich seit seiner Zeit im Landtag für unser Partnerland Burundi engagiert und dieses Engagement auch unter dem Dach des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) aktiv vorangetrieben. Daraus ist 2006 der Erich-Schneider-Stiftungsfonds Burundi entstanden, der Projekte für die Bildung und Ausbildung junger Menschen im ostafrikanischen Land unterstützt.

Mit seinem Engagement für Burundi hat Schneider die Amahoro Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi angestoßen, deren mehr als 40-jähriges Jubiläum wir dieses Jahr feiern.

Philipp Keil, Geschäftsführer der SEZ, hat Erich Schneider bei den Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag in Burgstetten als Wegbereiter für diese Partnerschaft geehrt und seine Dankbarkeit für das langjährige Engagement mit Burundi in folgende Worte gefasst:

In Baden-Württemberg einst gedacht,
Entstand eine Partnerschaft, prachtvoll gemacht.
Herr Landtagspräsident Schneider war es, der es schenkte,
Die Bande mit Burundi, die uns heute lenkte.

Nun feiern wir den 90. Geburtstag sein
Ein Leben voll Wirken, groß und fein.
Die Landespartnerschaft, ein Erbe so wert,
Für Frieden und Freundschaft, die uns verehrt.

Dank Herrn Schneider, stehen wir Hand in Hand,
Mit Burundi verbunden, im fernen Land.
Die Jahre vergehen, doch die Freundschaft bleibt bestehen,
Ein Band der Herzen, das uns wird stets begleiten und lehren.

So erheben wir das Glas und singen ein Lied,
Für Herrn Landtagspräsident Schneider, voll Dankbarkeit.
Ein Leben voll Taten, ein Herz voller Güte,
Zu 90 Jahren gratulieren wir heute!

Wir verbleiben in tiefer Dankbarkeit für Herrn Erich Schneider als Wegbereiter der Amahoro Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Philipp Keil und Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Gespräch

Ein besonderer Moment bildlich festgehalten: Philipp Keil lädt Ministerpräsident Winfried Kretschmann persönlich zur Partnerschaftsfeier zwischen Baden-Württemberg und Burundi ein.

Die wichtigste Botschaft an Herrn Kretschmann, die Philipp Keil beim Gespräch in der Villa Reitzenstein deutlich machen konnte ist, dass Entwicklungszusammenarbeit bei uns in Baden-Württemberg beginnt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

Dass Baden-Württembergs Verbindungen in die Welt vielfältig sind und gerade das Engagement von Vereinen, Kirchen und Kommunen internationale Partnerschaften Baden-Württembergs darstellen und die Beziehungen in Wirtschaft und Forschung ergänzen, war der große Rahmen, den Philipp Keil im Gespräch spannte. Partnerschaften zwischen Städten, Gemeinden, von NGOs und Vereinen ermöglichen Begegnungen zwischen Süd und Nord und bringen Baden-Württemberger*innen mit Menschen auf der ganzen Welt zusammen. Diese entwicklungspolitischen Partnerschaften und inhaltliche Schwerpunkte sind in den Entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes verfasst, die das Staatsministerium in einem aufwändigen Beteiligungsprozess gemeinsam mit der Zivilgesellschaft erarbeitetet hat. Der Rat für Entwicklungszusammenarbeit berät die Landesregierung zu deren Umsetzung und wird von der SEZ koordiniert.

Zum Gespräch mitgebracht hat Philipp Keil auch einen anderen Blick auf den afrikanischen Kontinent, auf die BW-Burundi-Partnerschaft und darauf, was Entwicklung bedeutet: Dass wir in Baden-Württemberg als Exportweltmeister nicht selbstverständlich auf Kosten anderer leben können und neben natürlichen Ressourcen vor allem auch den Wert von Ideen der Partnerländer erkennen müssen. Unsere maßgeblich von westlichen Ländern geprägte Welt hat Klimawandel hervorgebracht und große Konflikte bis heute nicht gelöst. Wir sehen uns aktuell sogar vor besonders großen Herausforderungen, weshalb neue Ideen dringend notwendig sind.

So nahm Philipp Keil den Ministerpräsidenten mit auf den Perspektivwechsel, dass es eine Aufgabe für Baden-Württemberg ist zu lernen, dass unser Partnerland Burundi ein fruchtbares, traditionsreiches Land mit einer innovationsfreudigen Jugend ist. Das viele Baden-Württemberger*innen noch gar nicht kennen. Und dass ein auf Ideen, Menschen und Kooperationsmöglichkeiten gerichteter Blick ein Gewinn für beide Seiten ist. Denn jede*r kennt den Moment der Erleuchtung aus dem Urlaub oder, wenn man mit jemandem durch den Heimatort läuft, der diesen noch nicht kennt: man sieht plötzlich mit anderen Augen.

Daher konnte die Einladung an den Ministerpräsidenten, das Jubiläum der BW-Burundi-Partnerschaft gemeinsam mit dem Staatsministerium, dem Landtag Baden-Württemberg und den burundischen und baden-württembergischen Protagonist*innen der Partnerschaft zu feiern, auf fruchtbaren Boden fallen. Als Geschenk brachte Philipp Keil dem Ministerpräsidenten eine kleine Trommel aus Burundi mit, die ein nationales Wahrzeichen repräsentiert und weltberühmt ist. Die burundischen Trommeln und der rituelle Tanz übermitteln kulturelle, politische und soziale Botschaften und bringen Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft zusammen, um Einheit und sozialen Zusammenhalt zu fördern. Seit 2014 sind die rituellen Tänze und Trommeln aus Burundi Weltkulturerbe der UNESCO.


Stiftungsrat der SEZ


Philipp Keil zu Gast beim Podcast der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin


Entwicklungszusammenarbeit des Staatsministeriums Baden-Württemberg

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SEZ WIRTSCHAFT

G-PAD Forum 2023: Politik trifft Panafrikanismus

Redner*innen und Besucher*innen von G-PAD 2023 (v.l.n.r.): Herr Philipp Keil (Geschäftsführer der SEZ), S.E. Herr Igor César (Botschafter von Ruanda), Timi Olanrewaju (LEAD Africa International e.V.), S.E. Frau Alice Mashingaidze (Botschafterin von Simbabwe), S.E. Herr Mbana Makina (Botschaftsrat von Äquatorialguinea) © LEAD Africa International e.V.

Am 20. Oktober 2023 haben sich in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin sowie online 250 Teilnehmer*innen des Global Partnership for African Development (G-PAD) Forum 2023 zusammengefunden. Das diesjährige Forum mit dem Thema „Africa’s Outlook as an Emerging Global Market“ lud das Publikum ein, sich über die Perspektive Afrikas als zukünftigen Weltmarkt auszutauschen.

Bereits zum sechsten Mal hat der Verein LEAD Africa International e.V. Referent*innen aus diversen Sparten und Ländern eine Bühne gegeben, um über Leadership, Startups und ein neues Afrikabild zu sprechen. Dieses Jahr war neben Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auch eine aktivistische Stimme zu hören – die des renommierten Panafrikaners Prof. PLO Lumumba.

Prof. PLO Lumumba betonte, dass jede*r sich die Frage stellen muss „In wessen Interesse ist die Beziehung?“ wenn über Beziehungen und Partnerschaften gesprochen wird. Denn Afrika sei und wäre schon immer ein Kontinent des Interesses für den Westen gewesen. Aber Diskussionen im Westen seien nicht zum Vorteil des Kontinents, sondern erinnerten teils an die Berliner Konferenz 1884/ 1885. Prof. PLO Lumumba forderte einen neuen, anderen Stil von Partnerschaften mit Afrika: nicht parasitär, sondern symbiotisch.

Das G-PAD Forum 2023 zeichnet sich dadurch aus, dass unbequeme und offene Worte neben Impulsen aus der Politik und Wirtschaft Gehör finden.

Auch Staatssekretär Rudi Hoogvliet sprach in seiner Begrüßung von neuen Partnerschaften. Denn es sei an der Zeit für Deutschland, aufzuholen, wie andere Länder in Beziehungen mit dem Kontinent stünden. Man habe sich viel zulange nach hinten gelehnt und auf alte Narrative berufen. Afrika sei der Kontinent der Zukunft und deshalb seien neue Partnerschaften nötig.

Mit dem diesjährigen G-PAD Forum im politischen Berlin ist der Organisator Timi Olanrewaju mit dem von ihm gegründeten Verein LEAD Africa International e.V. im Hinblick auf neue Partnerschaften, neue Freundschaften und eine faire Zusammenarbeit einen Schritt weitergegangen.

Diese Statements haben wir bei G-PAD 2023 gehört

Panafrikanische Impulse nach Berlin

Neben Einblicken in bisherige und zukünftige Partnerschaften hat Prof. PLO Lumumba auch die aktuelle Lage der panafrikanischen Kooperation thematisiert. Afrika sei in der Pflicht sich zu verbünden. Denn sonst springe man lediglich als Jo-Jo von G20- zu BRICS- zu G20-Treffen. Panafrikanische Institutionen müssten deshalb gestärkt werden und Afrika selbst müsse sich definieren, organisieren und seine Prioritäten identifizieren. Damit man selbst die Agenda kontrolliere und sich stark machen könne, gehört zu werden. Mit der Agenda 2063 habe der Kontinent die Infrastruktur dafür, diese müsse nun genutzt und Vorhaben umgesetzt werden.

Als wichtigen Punkt hob er heraus, dass Afrika anfangen müsse einen Mehrwert zu schaffen und dafür panafrikanische Treffen nötig seien. Doch Afrika habe nie Unterhaltungen unter sich, die Treffen seien immer gefördert durch die GIZ und ähnliche Akteure. Deshalb adressierte Prof. PLO Lumumba zuletzt eine Aufforderung an den Westen: „Lasst uns allein, um allein zu diskutieren!“ Mit Ergebnissen, die daraus resultieren, könne man dann wieder in den Austausch treten.

Ergänzt wurden Prof. PLO Lumumbas panafrikanische Impulse durch Stimmen aus der afrikanischen Diaspora, die ehrlichen und respektvollen Austausch einfordern. Das G-PAD Forum 2023 bot mit der Plattform in der Baden-Württembergischen Landesvertretung hierfür eine Bühne.

Kooperationspartner*innen

Ihre Ansprechpartnerinnen

SAMRAWIT PETROS

Strategie Partnerschaften & Afrika-Forum

Leslie Hawener

Referentin der Geschäftsleitung & Kommunikation

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BENEFIZ PROJEKT­FÖRDERUNG SEZ

Weihnachts-Spendenaktion 2023

Machen Sie bei der Weihnachts-Spendenaktion der SEZ mit!

Nächstes Jahr feiern wir das Jubiläum der Partnerschaft zwischen Burundi und Baden-Württemberg. Wir setzen uns deshalb besonders für deren Förderung ein. Schließlich sind langjährige Projekte und Freundschaften die Basis der BW-Burundi-Partnerschaft. Eines davon ist das Gesundheitszentrum in Mutumba, das sich bereits seit 1963 für eine umfassende medizinische Versorgung der lokalen Bevölkerung einsetzt.

In Anlehnung an das kirundische Sprichwort Abāntu n’íbīntu ní magiríranire möchten wir Sie deshalb in diesem Jahr um Ihre Unterstützung für jenes Gesundheitszentrum in Mutumba bitten. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Partnerorganisation dabei, einen nachhaltigen Beitrag für das Wohlbefinden von Müttern, Kindern und bedürftigen Menschen in Mutumba zu leisten. Denn wie die burundische Weisheit besagt, leistet jede*r einen Beitrag zum Ganzen.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie auch Teil der Partnerschaft werden und bei der diesjährigen Weihnachts-Spendenaktion der SEZ mitmachen.

Unterstützen Sie gemeinsam mit uns das Gesundheitszentrum in Mutumba im Osten Burundis und werden Sie bei Wunsch als Förder*in auf unserer Website genannt. Unten finden Sie weitere Informationen zum Projekt.

Ihre Spende unterstützt das Gesundheitszentrum dabei, die medizinische Versorgung in Mutumba zu gewährleisten und so einen nachhaltigen Beitrag für das Wohlbefinden von Müttern, Kindern und bedürftigen Menschen in Mutumba zu leisten.

Die Spenden gehen ohne Abzug von Verwaltungskosten direkt an unsere Projektpartner*innen. Für eine Spendenbescheinigung geben Sie bitte Ihre Adresse an. Vielen Dank!

Spendenkonto

Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)

IBAN: DE26 6005 0101 0001 3612 74 BIC: SOLADEST600

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SEZ WIRTSCHAFT

G-PAD Forum 2023

Am 20.Oktober 2023 findet erneut das Global Partnership for African Development (G-PAD) Forum statt. Thema ist dieses Jahr “Africa’s Outlook as an Emerging Global Market” – melden Sie sich direkt an und diskutieren Sie gemeinsam mit spannenden Speaker*innen über die Perspektive Afrikas als Weltmarkt.

 

Dieses Jahr findet bereits zum sechsten Mal die Veranstaltung Global Partnership for African Development (G-PAD) Forum des Vereins Lead Africa International e.V. mit Unterstützung der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) statt.

Am 20. Oktober 2023 treffen sich in der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin und online die engagierte afrikanische Diaspora, afrikanische politische Entscheidungsträger*innen, Akteur*innen aus der Wirtschaft, Politik sowie Zivilgesellschaft, um über Afrikas Perspektive als aufstrebender Weltmarkt zu diskutieren.

G-PAD 2023 findet hybrid in Berlin und online statt. Die Konfernzsprache ist Englisch. Alle weiteren Informationen finden Sie über den Anmeldungslink.

Lassen Sie sich von den vielseitigen Redner*innen und Gäst*innen inspirieren. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

BENEFIZKONZERT DER SEZ 2023

Tamara Bueno de la Torre brillierte als Solistin (Foto: SEZ).

In den Weißen Saal des neuen Schlosses kamen am 11. Mai knapp zweihundert Freund*innen, Spender*innen und Partner*innen zum Benefizkonzert der SEZ.

Unter der virtuosen Leitung von Dirigent Radoslaw Szulc bescherte uns die Camerata Europeana im schönsten und besondersten Saal in Stuttgart einen unvergleichlichen Abend, der unter dem Zeichen der BW-Burundi-Partnerschaft stand.

Mit Adagio for Strings von Samuel Barber begann das Benefizkonzert, mit dem Spenden für das Projekt “Stärkung der wirtschaftlichen Fähigkeiten von Hausfrauen und jungen Müttern in Gitega, Ngozi, Rutana und Cibitoke“ der BW-Burundi-Partnerschaft geworben und diese gleichzeitig auch gefeiert wurde.

Als Solistin war die Sopranistin Tamara Bueno de la Torre zu hören. Darauf folgte Antonín Dvořáks Notturno in E-Dur und „Song my mother taught me“. Nach der Pause stand Antonín Dvořáks Notturno in E-Dur auf dem Programm. Seit vielen Jahren lädt die SEZ zu ihrem traditionellen Benefizkonzert im Herbst ein. In den vergangenen drei Jahren konnte das Konzert wegen der Corona-Pandemie leider nicht stattfinden, sodass wir uns ganz besonders gefreut haben, das Benefizkonzert der SEZ endlich wieder aufleben zu lassen. Für diese lange herbei gesehnte Zusammenkunft bei exzellenter Musik an einem einzigartigen Ort haben wir nun den schönen Frühling gewählt – eine Zeit des Aufwachens, der Hoffnung und der Freude darüber, dass wir uns wieder treffen und zusammen feiern konnten. Mit dem Spendenerlös des diesjährigen Konzertabends wird das Projekt “Stärkung der wirtschaftlichen Fähigkeiten von Hausfrauen und jungen Müttern in Gitega, Ngozi, Rutana und Cibitoke“ im baden-württembergischen Partnerland Burundi unterstützt. Getragen wird das Projekt vom Verein Association des Femmes Musulmanes du Burundi (AFEMUBU). Die Schirmherrschaft für das diesjährige SEZ-Benefizkonzert hatte Herrn Minister Peter Hauk übernommen. Wir sammeln immer noch Spenden für das Benefizprojekt! Der Spendenerlös kommt direkt und ohne Abzug von Verwaltungskosten dem Projekt zugute. Die Projektbeschreibung können Sie hier herunterladen.

Spenden

Spendenkonto: BW Bank 

IBAN: DE26 6005 0101 0001 3612 74

BIC: SOLADEST600

Vielen Dank!

Danke, dass Sie unsere Gäste waren.

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PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM SEZ

OFFENER BRIEF ZU POLIZEIEINSATZ IN MANNHEIM

Gemeinsam mit dem Dachverband Entwicklungpolitik Baden-Württemberg e.V. beziehen wir, die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg, in einem Offenen Brief an Innenminister Strobl Position zu einem gewaltvollen Polizei-Einsatz, der sich Ende April im Mannheim ereignete und Klima-Aktivist*innen aus Westafrika betroffen hat. Wir sind schockiert über die Ereignisse und sprechen den jungen Erwachsenen und der Black Academy unsere volle Solidarität aus. Aus unserer langjährigen Arbeit wissen wir, dass solche Ereignisse leider keine Einzelfälle sind und Rassismus stets in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext zu betrachten ist. Der aktuelle Fall zeigt strukturelle Probleme auf, die nur durch entschlossenes politisches Handeln adressiert werden können. Darum stellen wir in unserem Offenen Brief konkrete Forderungen an die Politik.

Hier steht der Offene Brief zum Download zur Verfügung:

Sie möchten sich mit uns hinter die Forderungen stellen und Ihre Unterstützung zeigen? Wenn Sie sich den Forderungen des Briefs anschließen möchten, schicken Sie bitte eine kurze Mail bis zum 16. Juni 2023 an info@deab.de. Die gesamte Liste der unterstützenden Organisationen erscheint dann hier: https://www.deab.de/aktuell/de…

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SEZ

Jubiläumskonzert “30 Jahre SEZ”

Yoya Jamal eröffnet das Jubiläumskonzert 2021 der SEZ. Begleitet wurde er auf der Gitarre von Marcus Halver.

Kleines Land trifft Ländle – Wie Burundi und Baden-Württemberg auf dem Jubiläumskonzert der SEZ in Stuttgart feierten

Mit Musik aus Burundi und Baden-Württemberg feierte die Stiftung-Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) am Abend des 28. Oktober 2021 im Neuen Schloss in Stuttgart ihr 30. Jubiläum. Rund 80 geladene Gäste der SEZ lauschten im Weißen Saal des Neuen Schlosses den Klängen des burundischen Musikers Yoya Jamal und des Kammerorchesters Camerata Europeana. Das Konzert stand ganz im Zeichen der menschlichen Begegnungen und Partnerschaften, welche die SEZ seit über 30 Jahren ermöglicht. So trafen sich zwei der geladenen Gäste an diesem Abend zum ersten Mal: Appolonie Nibona, die Botschafterin der Republik Burundi und Rudi Hoogvliet, Staatssekretär für Medienpolitik, Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund und neuer Stiftungsratsvorsitzender der SEZ.

Das „Kleine Land“ – unter diesem Namen wurde Burundi durch den namensgleichen Roman des französisch-burundischen Autors Gaël Faye bekannt – und das baden-württembergische Ländle verbindet viel: Bereits seit den 1980ern bestehen zahlreiche zivilgesellschaftliche, religiöse und informelle Verbindungen. Die SEZ griff diese Verbindungen in den 1990ern auf und bündelte sie, so zum Beispiel in den seit 1996 regelmäßig stattfindenden Burundi-Treffen als Raum für Begegnungen und Austausch. Spätestens seit 2009 heißt es auch in Baden-Württemberg immer öfter Amahoro (Kirundi für Frieden) – denn in diesem Jahr wurde das Kompetenzzentrum Burundi der SEZ gegründet, das seither burundisch-baden-württembergische Vernetzungen koordiniert und neue Partnerschaften fördert.

Begegnungen, Partnerschaften und Vernetzungen waren die Leitthemen des Abends. In ihren Grußworten stellten Philipp Keil (Geschäftsführender Vorstand der SEZ), Rudi Hoogvliet, Mirjam Schwink (Leiterin Stiftungsmanagement der BW-Bank) und Appolonie Nibona heraus, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement für eine gerechtere Welt ist und dankten allen Engagierten und Unterstützer*innen der SEZ. Im von Lena Wimmer (SEZ) moderierten Podiumsgespräch betonten Astere Hatungimana (Vorsitzender der Burundischen Diaspora Deutschland), Gudrun Heute-Bluhm (Geschäftsführende Vorständin des Städtetags Baden-Württemberg), Claudia Duppel (Geschäftsführerin des Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg) und Erich Schneider (Landtagspräsident a.D.) die entwicklungspolitischen Errungenschaften der letzten drei Jahrzehnte und diskutierten, welche entwicklungspolitischen Impulse die Zukunft braucht. Einen detaillierten Rückblick auf vergangene Meilensteine aus 30 Jahren SEZ und einen Ausblick auf unsere Zukunftsvision finden Sie in der Jubiläumsbroschüre “30 Jahre SEZ”, die am Festabend vorgestellt wurde.

Ihre Ansprechpartnerin

DIANA GRIESINGER

Kommunikation & Rat für Entwicklungszusammenarbeit

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SEZ

Jubiläumsbroschüre “30 Jahre SEZ” ist erschienen

30 Jahre SEZ - 30 Jahre menschliche Begegnungen.

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) feiert Geburtstag! Schon ganze 30 Jahre steht die SEZ für gemein-
sames nachhaltiges Handeln in Baden-Württemberg und der Welt. Anlässlich des besonderen Datums blicken wir in unserer neu erschienenen Jubiläumsbroschüre zurück auf vergangene Meilensteine und teilen mit Ihnen die Vision für unseren zukünftigen Weg.

In unserer Jubiläumsbroschüre geben wir und Wegbegleiter*innen der SEZ einen Einblick in die Momente, die uns alle besonders bewegt haben und bis heute in Erinnerung geblieben sind. Es sind genau diese Geschichten und menschlichen Begegnungen, die uns mehr als einmal gelehrt haben, dass es sich immer wieder lohnt, auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit alte Strukturen in Frage zu stellen und sich an neue Visionen für die Zukunft heranzuwagen. So blicken wir in unserer Jubiläumsbroschüre zunächst mit Wegbegleiter*innen zurück auf unsere Erkenntnisse der zurückliegenden Jahre, um dann nach vorne zu schauen und einen Ausblick darauf zu geben, welche entwicklungspolitischen Impulse, Debatten und Schritte die Zukunft braucht.

Die ganze Jubiläumsbroschüre “30 Jahre SEZ” finden Sie hier zum Download:

Ihre Ansprechpartnerin

DIANA GRIESINGER

Kommunikation & Rat für Entwicklungszusammenarbeit

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SEZ

Stream: Einblicke in unser Jubiläumskonzert

**** Bei Wiedergabeschwierigkeiten direkt über unseren YouTube Kanal streamen: klicken Sie hier ****

30 Jahre SEZ – 30 Jahre menschliche Begegnungen. Am 28. Oktober 2021 feierten wir unser 30. Jubiläum mit einem Jubiläumskonzert im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart. Sie konnten das Jubiläumskonzert ab 19:00 Uhr live im Stream auf unserem Youtube-Kanal mitverfolgen. Den ersten Teil stellen wir Ihnen hier weiterhin zum Anschauen zur Verfügung.

Das Programm:

Festakt

  • Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ
  • Rudi Hoogvliet, Staatssekretär für Medienpolitik und Bevollmächtigter des Landes beim Bund
  • Uwe Adamla, Bereichsvorstand Wealth Management Landesbank Baden-Württemberg
  • Appolonie Nibona, Burundische Botschafterin in Deutschland

Fest-Talk

  • Astere Hatungimana, Vorsitzender der Burundischen Diaspora Deutschland
  • Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführende Vorständin des Städtetags Baden-Württemberg
  • Claudia Duppel, Geschäftsführerin des Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg
  • Erich Schneider, Landtagspräsident a.D.

Musikalisches Programm

Das musikalische Programm des Abends steht ganz im Zeichen der Partnerschaft Burundis mit Baden-Württemberg. Den Auftakt gestaltet der burundische Musiker Yoya Jamal. Das Kammerorchester Camerata Europeana wird unter der Leitung des Dirigenten Radoslaw Szulc Stücke von Vivaldi und Tschaikowski spielen.

Wir freuen uns sehr zusammen mit Ihnen diesen besonderen Jubiläumsabend zu feiern – wenn auch nicht im Konzertsaal so doch mit der Möglichkeit, dass Sie aus ganz verschiedenen Orten der Feier beiwohnen können und mit einem besonderen Programm.

Spendenprojekt

Mit dem Benefizkonzert unterstützt die SEZ die Aktivitäten von Partner*innen in Burundi. In diesem Jahr ist es einProjekt, das Jugend und burundische Kultur in der Gemeinde Kabezi fördert.

Wir freuen uns über Ihre Spende.

Spendenkonto:
BW Bank
IBAN: DE26 6005 0101 0001 3612 74
BIC: SOLADEST600

Stichwort: Jubiläumskonzert

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SEZ WIRTSCHAFT

Afrika ist der Zukunfts- und Startup Kontinent

TechnologieRegion nimmt (Ost-)Afrika in den Blick und will Kooperationen auf Augenhöhe ermöglichen – Aufbau von Vertrauen wichtige Voraussetzung

Gemeinsam haben die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), TechnologieRegion Karlsruhe GmbH (TRK) sowie sieber l wensauer-sieber l partner (swsp) die online Auftaktveranstaltung des Digital Hub Africa auf die Beine gestellt mit dem Ziel, nach und nach Verbindungen zwischen der Region und Ost-Afrika zu intensivieren.„Afrika ist der Zukunfts- und Startup Kontinent, von dem wir sehr viel lernen können“, so Philipp Keil geschäftsführender Vorstand der SEZ.

Die Zusammenarbeit mit Start-ups und Unternehmen aus afrikanischen Ländern weckt immer mehr Interesse und so rückt auch in der TechnologieRegion Karlsruhe Afrika stärker in den Blick. Das wurde insbesondere durch den Impuls von James Shikwati, kenianischer Ökonom und Gründer des Interregionalen Wirtschaftsnetzwerks IREN, deutlich. Er gab Einblicke in die ostafrikanische Gründerszene in den Bereichen Mobilität, Energie und Digitalisierung. Shikwati, der aus Nairobi zugeschaltet war, kam zu dem Schluss, dass neben Vertrauen der Weg zueinander über Aufgeschlossenheit und Flexibilität der Beteiligten führt. Um erfolgreich zu sein, so der 51-jährige ehemalige Robert Bosch Fellow, ist es hilfreich auf etablierten Start-ups und Unternehmen aufzubauen und sich der in Ost-Afrika bestehenden Hubs sowie deren Wissen zu bedienen.

Als Stakeholder-Dialog konzipiert, hatte die Auftaktveranstaltung mit über 70 angemeldeten Teilnehmenden aus den Bereichen Start-ups, Unternehmen, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Ministerien sich vorgenommen, bereits bestehende Netzwerke in der TRK, aber auch darüber hinaus stärker zu vernetzen sowie interessierte Startups und Unternehmen aus den Bereichen Energie, Mobilität und Digitalisierung zu aktivieren. Gemeinsam wurden Wege und Notwendigkeiten erörtert, um stabile Kooperationen in Zukunft zu ermöglichen. Erste virtuelle Treffen zwischen deutschen und afrikanischen Interessierten sollen im November erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der TechnologieRegion Karlsruhe und in der Pressemitteilung vom 30.09.2021.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT JUNGE AKTIVE SEZ

Event: Dekolonisierung universitärer Partnerschaften und der Beitrag junger Menschen

Raïssa Mpundu (links oben, SEZ), Philipp Keil (links unten, SEZ),Podiumsdiskussion (v.l.): Mimmy Bigirimana (Unternehmerin und Miss Zero Plastic 2019), Yves Irakoze (YAGA-Burundi), Diomede Mujojoma (AYEI-Burundi) und Augusta Muhimpundu (Unternehmerin at 3hi); Theatergruppe Umunyinya (unten mitte) ***************************** Raïssa Mpundu (à gauche en haut, SEZ), Philipp Keil (à gauche en bas, SEZ), Panel (de gauche vers la droite): Mimmy Bigirimana (Entrepreneure et Miss Zéro Plastique 2019), Yves Irakoze (YAGA-Burundi), Diomède Mujojoma (AYEI-Burundi) et Augusta Muhimpundu (Entrepreneure à 3hi); Troupe de théâtre Umunyinya (en bas au milieu)

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français ci-dessous
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Partnerschaft. Universitäten. Eine gemeinsame Vergangenheit, die immer noch in der Gegenwart lebt. Ein gegenwärtiges und sichtbares Erbe, aber eine vom Gesetz nicht anerkannte Identität. Einzelpersonen und Institutionen. Koloniale oder antikoloniale Strukturen oder koloniale Kontinuitäten. Eine Gruppe von Blogger*innen. Eine Institution der Entwicklungszusammenarbeit. Was haben diese Gruppen miteinander zu tun?

In Zusammenarbeit mit YAGA-Burundi, einer Gruppe junger burundischer Blogger*innen, hat die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) am 05. Und 06. August 2021 eine zweitägige Konferenz und Debatte im Französischen Institut in Bujumbura ausgerichtet. Im Fokus der Konferenz standen das Thema Dekolonisierung der interuniversitären Partnerschaft und die Frage, wie insbesonders junge Menschen diesen Prozess vorantreiben können. Diese Veranstaltung ist in der Geschichte der SEZ bisher einzigartig, sowohl aufgrund ihres Veranstaltungsortes als auch aufgrund der Arbeitssprachen: Rundi war die Hauptsprache des zweiten Tages.

Zu den Hauptpunkten der beiden Tage gehörten eine Podiumsdiskussion, Präsentationen und künstlerische Darbietungen der Theatergruppe Umunyinya, die dieses heikle Thema auf tiefgründige, spielerische und humorvoll Weise behandelte. In einer Szene spielte die Theatergruppe eine Situation nach, bei der die strukturelle Ausgrenzung in Bezug auf Mobilität deutlich wurde: Welchen Weg deutsche Personen gehen müssen, um ein Visum zu bekommen und welchen Weg burundische Personen gehen müssen, mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit, das Visum nach mehrmaligem Wiederholen dann letztlich doch nicht zu bekommen. Stereotypen Bilder und Vorstellungen sind nach wie vor sehr vorherrschend. Gerade in universitären Partnerschaften sind gegenseitige Besuche, gemeinsame Forschungsvorhaben etc. stark von solchen strukturellen Unterschieden betroffen.

Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ, eröffnete den Austausch, indem er darauf hinwies, dass die burundischen und baden-württembergischen Partner*innen den gegenseitigen Austausch und das Lernen voneinander sehr schätzen. Muna Hassaballah, Leiterin des Kompetenzzentrums Burundi der SEZ, erwähnte, dass zu den Zielen der SEZ für dieses und letztes Jahr die Beteiligung junger Menschen an der Arbeit der Partnerschaft gehören, aber auch der notwendige undschmerzhafte Prozess der Dekolonisierung unseres Denkens, Handelns und Konsumierens.

Die verschiedenen Themen des Abends konzentrierten sich unter anderem auf die Anfänge der Universitätspartnerschaft in Burundi und ihre heutigen Probleme, wie Eric Nkurunziza, Dekan der Fakultät für Psychologie an der Universität der Großen Seen in seinem Beitrag erzählte. Er den Aspekt der Dekolonisierung, und zwar nicht nur der politischen, die am Tag der Unabhängigkeit erreicht wurde, sondern auch der „sprachlichen, intellektuellen, geistigen, kulturellen, ideologischen und finanziellen “ Dekolonisierung. Ohne die Wichtigkeit von Nord-Süd-Partnerschaften zu vernachlässigen, plädierte Eric Nkurunziza auch für die Stärkung von Süd-Süd-Hochschulpartnerschaften und wies darauf hin, dass es notwendig sei, „die interuniversitäre Zusammenarbeit zu depolitisieren und abwertende Sprache zu vermeiden, die Spaltungen kultiviert und verstärkt“. Einige der Folgen der Kolonialisierung, die noch heute sichtbar sind, wurden erörtert, wie z. B. die Identitätsrechte der Kinder ehemaliger Kolonisator*innen und burundischer Elternteile in Burundi, über die Issa Niyongere, der Rechtsvertreter der Association des Mulâtres des Grands Lacs, berichtete.

In der Diskussion wurden auch Lösungen angesprochen. Im Gegensatz zu dem, was wir heute sehen, sollte ein Universitätsabschluss das größte Kapital für den Einstieg in das Unternehmertum sein, um den Mangel an Arbeitsplätzen zu beheben, wie Augusta Muhimpundu und Mimmy Bigirmana, beide Unternehmerinnen, betonten. Auch die Wiederaneignung von Sprache, Geschichte, Kultur und Narrativen wurde im Hinblick auf eine bessere interuniversitäre Partnerschaft erörtert. Dies würde auch bedeuten, dass Themen wie die Rückgabe burundischer Artefakte, die während der Kolonialzeit entwendet wurden, durch die Museen in aufgeklärter Weise angegangen werden, wie Aminadab Havyarimana, Dozent und Forscher für Anthropologie an der Universität von Burundi, betonte. Da die Kultur die Seele einer Nation ist, ermutigte der Schriftsteller und Unternehmer Diomède Mujojoma junge Menschen dazu, sich unternehmerisch zu betätigen, insbesondere in der Agrarwirtschaft. Er ermutigte die Jugendlichen, mit dem Schreiben anzufangen, denn wie seine eigene Geschichte zeigt, ist es möglich, sein Ziel zu verfolgen, auch wenn man am Anfang keine Mittel hat : So hinderte ihn sein anfängliches Schreiben auf Bananenblättern nicht daran, letztendlich in Frankreich zu veröffentlichen und zur jährlichen Buchmesse in Frankreich eingeladen zu werden.

Zielgruppe dieses Events waren vor Allem junge Menschen. Menschen, die interessiert sind Partnerschaften zwischen dem songenannten Norden und Globalem Süden so zu gestalten, dass beide Gebiete respektvoll und würdevoll miteiandern arbeiten können. Der Austausch zeigte, dass dies nur unter stetiger Kotextualisierung der gemeinsamen Geschichte geschehen kann. Es bleibt aber nicht beim Blick zurück, sondern der Blick ist ebenfalls stark nach vorne gerichtet, um die Zukunft gemeinsam zu verändern. Damit interuniversitäre Partnerschaften Zugänge für junge Menschen ermöglichen und eine gemeinsame Welt erschaffen.

Beachten Sie, dass auf den verschiedenen Seiten von YAGA-Burundi sowie auf Twitter und Facebook verschiedene Beiträge veröffentlicht wurden. Wenn Sie weiterhin über die Aktivitäten des Komptenzzentrum Burundi auf dem Laufenden bleiben möchten, können Sie sich hier für die digitalen Burundi Nouvelles registrieren.

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De la décolonisation et du partenariat : quelle est la part des jeunes des universités ?

Partenariat. Universités. Un passé commun qui vit encore dans le présent. Un patrimoine présent et visible, mais une identité non reconnue par la loi. Individus et institutions. Structures coloniales ou anticoloniales ou continuités coloniales. Un groupe de blogueurs. Une institution de coopération au développement. Qu’est-ce que ces groupes ont à voir les uns avec les autres ?

En coopération avec YAGA-Burundi, un groupe de jeunes blogueurs burundais, la Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) a organisé une conférence-débat de deux jours à l’Institut français de Bujumbura les 5 et 6 août 2021. La conférence s’est concentrée sur le thème de la décolonisation du partenariat interuniversitaire et sur la question de savoir comment les jeunes en particulier peuvent faire avancer ce processus. Cet événement est unique dans l’histoire de la ZES jusqu’à présent, tant par son lieu que par les langues de travail : le Rundi était la langue principale du deuxième jour.

Les deux journées ont été marquées par un débat, des présentations et des performances artistiques du groupe de théâtre Umunyinya , qui a abordé cette question sensible de manière profonde, ludique et humoristique. Dans une scène, le groupe de théâtre a mis en scène une situation dans laquelle l’exclusion structurelle en matière de mobilité est apparue clairement : Quel chemin les Allemands doivent-ils prendre pour obtenir un visa et quel chemin les Burundais doivent-ils prendre, avec une probabilité beaucoup plus élevée de ne pas obtenir le visa au bout du compte après avoir répété plusieurs fois. Les images et les idées stéréotypées sont encore très répandues. Ces différences structurelles ont une incidence considérable sur les partenariats universitaires, les visites mutuelles, les projets de recherche conjoints, etc.

Philipp Keil, directeur exécutif de SEZ, a ouvert les activités d’échange en soulignant que les partenaires Burundais et du Bade-Wurtemberg accordent une grande importance aux échanges et à l’apprentissage mutuels. Muna Hassaballah, responsable du Centre de Compétence sur le Burundi de la SEZ, a mentionné que les objectifs de SEZ pour cette année et l’année dernière incluent la participation des jeunes dans le travail du partenariat, mais aussi le processus nécessaire et douloureux de décolonisation de notre façon de penser, d’agir et de consommer.

Les différents thèmes de la soirée ont porté, entre autres, sur les débuts du partenariat universitaire au Burundi et ses problèmes aujourd’hui, comme l’a raconté dans son intervention Eric Nkurunziza, doyen de la faculté de psychologie de l’Université des Grands Lacs. Il a souligné l’aspect de la décolonisation, non seulement la décolonisation politique réalisée le jour de l’indépendance, mais aussi la décolonisation “linguistique, intellectuelle, spirituelle, culturelle, idéologique et financière”. Sans négliger l’importance des partenariats Nord-Sud, Eric Nkurunziza a également plaidé pour le renforcement des partenariats universitaires Sud-Sud, soulignant la nécessité de “dépolitiser la coopération interuniversitaire et d’éviter le langage péjoratif qui cultive et renforce les divisions”. Certaines des conséquences de la colonisation encore visibles aujourd’hui ont été discutées, comme les droits d’identité des enfants d’anciens colonisateurs et de parents burundais au Burundi, dont a parlé Issa Niyongere, le représentant légal de l’Association des Mulâtres des Grands Lacs.

Des solutions ont également été évoquées au cours de la discussion. Contrairement à ce que nous voyons aujourd’hui, un diplôme universitaire devrait être le meilleur atout pour se lancer dans l’entreprenariat afin de remédier au manque d’emplois, comme le soulignent Augusta Muhimpundu et Mimmy Bigirmana, toutes les deux sont des entrepreneures. La réappropriation de la langue, de l’histoire, de la culture et des récits a également été discutée dans l’optique d’un meilleur partenariat interuniversitaire. Cela signifie également que des questions telles que la restitution d’objets burundais volés pendant la période coloniale sont abordées par les musées de manière éclairée, comme l’a souligné Aminadab Havyarimana, enseignant et chercheur en anthropologie à l’université du Burundi. La culture étant l’âme d’une nation, l’écrivain et entrepreneur Diomède Mujojoma a encouragé les jeunes à faire preuve d’esprit d’entreprise, notamment dans l’agroalimentaire. Il a encouragé les jeunes à se lancer dans l’écriture car, comme le montre sa propre histoire, il est possible de poursuivre son objectif même si l’on n’a pas les moyens au départ : par exemple, le fait qu’il ait d’abord écrit sur des feuilles de bananier ne l’a pas empêché de publier en France et d’être invité au salon annuel du livre en France.

Le groupe cible de cet événement était principalement les jeunes. Les personnes qui souhaitent créer des partenariats entre le Nord et le Sud global de manière à ce que les deux régions puissent travailler ensemble dans le respect et la dignité. L’échange a montré que cela ne peut se faire qu’en cotextualisant constamment l’histoire commune. Toutefois, l’accent n’est pas seulement mis sur le passé, mais aussi fortement sur l’avenir afin de changer le futur ensemble. Pour que les partenariats interuniversitaires ouvrent un accès aux jeunes et permettent ainsi la création d’un monde commun.

Notez que plusieurs posts ont été publiés sur les différentes pages de YAGA-Burundi comme sur Twitter et sur Facebook. Si vous souhaitez continuer à vous tenir au courant des activités du Centre de Compétence du Burundi, vous pouvez vous inscrire au bulletin numérique Burundi Nouvelles ici.

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GLOBALE KOMMUNE MEINE. DEINE. EINE WELT. PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM SEZ WELT:BÜRGER GEFRAGT!

Entwicklungspolitische Landeskonferenz am 17.09.2021

Teilnehmende der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz im Jahr 2019 auf der Messe Stuttgart.

Bei der jährlichen Entwicklungspolitischen Landeskonferenz können engagierte Bürger*innen die baden-württembergische Entwicklungspolitik mitgestalten.

Die Anmeldung zur virtuellen Entwicklungspolitischen Landeskonferenz am 17. September 2021 ist ab jetzt möglich. Bei der jährlichen Konferenz rund um aktuelle entwicklungspolitische Themen und neue Perspektiven auf globale Verantwortung haben Engagierte die Gelegenheit, mit Vertreter*innen der Landesregierung zu diskutieren und so neue inhaltliche Impulse auf die Agenda zu setzen. In offenen und inklusiven Gesprächsrunden besteht die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen – dabei ist kein besonderes Vorwissen notwendig, denn jede und jeder kann sich bei der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz einbringen.

Mit Ihrer Teilnahme an der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz 2021 beteiligen Sie sich an der Suche nach Lösungen für Globale Verantwortung in Baden-Württemberg und den Aufbau gleichberechtigter Partnerschaften. Sie können eigene Inhalte direkt an Ihrem eigenen kostenlosen Stand auf dem virtuellen Markt der FAIRänderung vorstellen und sich so direkt mit Anderen austauschen und vernetzen. Weitere Informationen zur Entwicklungspolitischen Landeskonferenz 2021 und das Programm sowie die Workshops zum Download finden Sie hier.

Ihre Ansprechpartnerin

Lena Wimmer

Teamleitung Kommunikation

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SEZ und Städtetag verstärken Zusammenarbeit

Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ, und Gudrun Heute-Bluhm, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im Juni 2021 in Stuttgart.

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) arbeitet in Zukunft noch enger mit dem Städtetag Baden-Württemberg zusammen.

Beide Organisationen haben jetzt ein entsprechendes Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen des 3. Kommunalen Spitzengesprächs Entwicklungspolitik.

Die SEZ und der Städtetag Baden-Württemberg arbeiten bereits seit drei Jahrzehnten erfolgreich auf dem Gebiet der kommunalen Entwicklungspolitik zusammen. Jüngste Ergebnisse der erfolgreichen Zusammenarbeit sind das Handbuch zu kommunaler Entwicklungspolitik und das Handlungskonzept für die kommunale Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg als Leitkonzept für die kommunale Entwicklungspolitik im Land. Das MoU bildet die Basis für die weitere Zusammenarbeit im Rahmen verschiedener Projekte wie der landesweiten Initiative Meine. Deine. Eine Welt der SEZ, der Messe Fair Handeln oder des Stuttgarter Forum für Entwicklung. Ein regelmäßiger Austausch zwischen der SEZ und dem Städtetag Baden-Württemberg ist geplant.

Der Städtetag ist ordentliches Mitglied im Kuratorium der SEZ und stellt historisch den Kuratoriumsvorsitz; derzeit ist Oberbürgermeister Richard Arnold, Schwäbisch Gmünd, Kuratoriumsvorsitzender der SEZ.

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30 Jahre SEZ

Gemeinsam. Nachhaltig. Handeln. Dafür steht die SEZ seit ganzen 30 Jahren. In diesem besonderen Jubiläumsjahr blicken wir auf vergangene Meilensteine, Partnerschaften auf "Augen- und Herzhöhe" und in die Zukunft.

Die SEZ feiert Geburtstag! Wir freuen uns darauf, 30 Jahre SEZ mit Ihnen zu feiern und Ihnen in unserem Jubiläumsjahr Einblicke in die Erfolge und Erkenntnisse der zurückliegenden Jahre zu geben, um schließlich nach vorne zu schauen und darüber nachzudenken, welche entwicklungspolitischen Impulse die Zukunft braucht. Am 28. Oktober 2021 möchten wir mit Ihnen unseren runden Geburtstag mit einem großen Jubiläumskonzert feiern – gerne können Sie sich den Termin schon einmal vormerken. Die ganze Geschichte der SEZ finden Sie hier.

Partnerschaften auf “Augen- und Herzhöhe”

Den Geburtstag der SEZ zu feiern bedeutet auch, Ihnen allen zu danken: Was Sie als Engagierte in Baden-Württemberg für mehr Gerechtigkeit und mehr globale Nachhaltigkeit in den letzten 30 Jahren erreicht haben, ist bemerkenswert und Zeugnis dafür, welch enorme Kraft aus menschlichen Begegnungen geschöpft werden kann. Die Zusammenarbeit mit Menschen aus Baden-Württemberg und der Welt zeigt uns immer wieder, dass wir von Partner*innen aus Burundi und den Ländern des sogenannten globalen Südens lernen können und müssen.

Leichter Zugang für Ihr Engagement – so bleiben Sie mit uns verbunden

Hier auf der Website und im Kompetenzzentrum Burundi finden Sie laufend aktualisierte Neuigkeiten. Alles zu nachhaltigen Textilien mit Future Fashion finden Sie auf dieser Website, bei Facebook und Instagram. Mit dem SEZletter, den Burundi Nouvelles und dem Future Fashion Newsletter bleiben Sie über uns, die Partnerschaft mit Burundi und Konsum von morgen auf dem Laufenden. Und auch Anträge für die Projektförderung mit bwirkt!oder Mindchangers laufen komplett digital über unser neues Antragsportal.

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Mehr globale Nachhaltigkeit in den Kommunen

Eine „Trau-dich-Kasse“ im Supermarkt, an der Kundinnen und Kunden den ökologischen Fußabdruck ihrer Einkäufe unter die Lupe nehmen können, ist einer dieser zehn Vorschläge. Eine Matching-Plattform, mit der Städte in Baden-Württemberg die für sie passende Partnerstadt im globalen Süden finden können, ein anderer.

Insgesamt haben die Teilnehmenden des 7. Stuttgarter Forum für Entwicklung, das von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) veranstaltet wurde, zehn Möglichkeiten entwickelt, um in und mit der Kommune eine global nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Im Blick hatten sie dabei vor allem die Bereiche Digitalisierung, Beschaffung, Wirtschaft und Kultur. Um eine möglichst kreative Herangehensweise zu gewährleisten, wurde dazu in den verschiedenen Workshops mit der Design-Thinking-Methode gearbeitet. Diese sorgte nicht nur dafür, dass sämtliche Wände mit bunten Post-Its beklebt waren, sondern auch dafür, dass die Teilnehmenden um die Ecke denken und sich auf spielerische Art und Weise an die Problemlösung heranbegeben mussten.

Eine methodische Herangehensweise mit handfesten Ergebnissen, die auch bei Staatsministerin Theresa Schopper, die gleichzeitig auch Stiftungsratsvorsitzende der SEZ ist, ein offenes Ohr fanden. „Ich finde Ihre Ideen wichtig und richtig. Ich werde sie mitnehmen und in unsere Häuser mit einspeisen.“ Denn, so die Ministerin, angesichts der weltweiten Krisen und der Tatsache, dass für die Umsetzung der Agenda 2030 nur noch zehn Jahre bleiben, müssten wir einen Gang raufschalten. Es sei wichtig, dass die vielbeschworene Solidarität mit dem globalen Süden auch mit Taten unterfüttert werde, und zwar sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene und im kommunalen Bereich. „Wir haben mit der Ideenwerkstatt heute beim Stuttgarter Forum einen richtig wichtigen Punkt gesetzt.“ Sie betonte die „verlässlichen Strukturen und Ansprechpartner“ auf der kommunalen Ebene und verwies darauf, dass das Land die Entwicklungspolitik der Kommunen stärken und bestehende Vernetzungen weiter ausbauen und noch deutlicher mit der Bundesebene verweben wolle.

Weitere Informationen zum 7. Stuttgarter Forum für Entwicklung (SFE) finden Sie hier.

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Impressionen vom 7. Stuttgarter Forum für Entwicklung
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Entwicklung beginnt in den Kommunen

„Entwicklung beginnt vor Ort und da ganz zentral in den Kommunen“, sagte Philipp Keil bei der Eröffnung des 7. Stuttgarter Forums für Entwicklung (SFE). Der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) betonte in seiner Rede die Notwendigkeit lokaler Antworten auf die globale Verantwortung, die wir alle haben.

Die Covid-19-Pandemie zwinge uns zum Umdenken und dazu, auch Antworten auf die Frage zu finden, wo wir uns hin entwickeln wollen. „Mit dem diesjährigen Stuttgarter Forum für Entwicklung wollen wir Impulse geben und neue Wege finden, wie Entwicklungspolitik in den Kommunen künftig verstanden werden kann. Denn kommunale Entwicklungspolitik bedeutet, die Kommunen enkeltauglich zu machen.“

Prof. Chirine Etezadzadeh setzte sich in ihrem Vortrag intensiv mit den Kommunen der Zukunft auseinander. Sie stellte fest, es herrsche weltweit „eine Aufbruchstimmung, die wir nutzen müssen“. Wir hätten die Chance, unsere Wirtschaftsweise neu auszurichten und die Produktion in die Regionen und Kommunen zurückzuführen. Dies würde auch zu mehr Resilienz der Kommunen beitragen. „Wir brauchen resiliente Städte, wir brauchen eine Kultur der Resilienz, die auf gesellschaftlichem Zusammenhalt basiert“, so Etezadzadeh. Voraussetzung dafür ist Nachhaltigkeit: „Es gibt keine Nachhaltigkeit ohne Resilienz und keine Resilienz ohne Nachhaltigkeit.“

Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist eine smarte Infrastruktur; allerdings, so Etezadzadeh, dürfe die Digitalisierung nicht zu technischer Dominanz führen. Vielmehr sei eine digitale Konsumentenbildung und digitale Inklusion aller Altersgruppen eine Aufgabe der Kommunen. Diese Bürgerorientierung sei wichtig, denn nur so könne die Smart City der Zukunft gelingen. In Anbetracht der Datenmengen, die es für eine Smart City braucht, forderte sie: „Wir müssen in Deutschland dafür sorgen, dass Menschen selbstbestimmt und eigenstndig bestimmen, wie mit ihren Daten umgegangen wird.“ Dafür brauche es einen Ethikrat für Künstliche Intelligenz.

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7. SFE – Kommunen im Fokus

Das 7. Stuttgarter Forum für Entwicklung (SFE) findet am 9. Oktober statt. Thematisch dreht sich dieses Jahr alles um die Kommunen, die wichtigsten Akteure für die Umsetzung der Agenda 2030. Der Titel des 7. SFE lautet: „Global Cities of Tomorrow – Gemeinsam die Chancen der Krise sehen und Kommunen global nachhaltiger gestalten“.

In mehreren Design-Thinking-Workshops werden sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Aspekten des Themas befassen. Mit Digitalisierung und Entwicklungspolitik ebenso wie mit nachhaltiger Beschaffung, Kultur, Bildung für die Agenda 2030 oder Partnerschaftsarbeit im Inland.

Das Forum findet als Präsenzveranstaltung statt. Es gibt die Möglichkeit, an Teilen der Veranstaltung digital teilzunehmen.

Die Details zum Programm und Ablauf des 7. SFE sowie die Details zur Anmeldung finden Sie hier: https://sez.de/veranstaltungen…

Das 7. Stuttgarter Forum für Entwicklung ist eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, dem Städtetag Baden-Württemberg und der Friedrich-Naumann-Stiftung.

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Corona-Krise: Nachdenken über Konsumverhalten

„Für mich ist Entwicklung kein Geldtransfer von Nord nach Süd, sondern die Frage: Wie wollen wir auf der Welt zusammenleben.“ Dies sagt Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Und diese Frage müsse man vor Ort auch in Baden-Württemberg diskutieren

Eine Möglichkeit ist in seinen Augen, staatliche Förderung und Investitionen an Bedingungen für Transparenz in den Lieferketten zu binden. Oder nur solche Unternehmen zu subventionieren, bei denen soziale und ökologische Kriterien fester Bestandteil der Unternehmenspolitik sind. Als Checkliste sollte dabei den Landesministerien die Agenda 2030 mit ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung dienen. Damit könnten sie überprüfen, ob eine Entscheidung den Nachhaltigkeitszielen widerspreche. „Die Frage, wie wir die Nachhaltigkeitsziele erreichen, müsste einen genauso hohen Stellenwert haben wie zurzeit etwa die Frage, wie es mit der deutschen Autoindustrie weitergeht.“

Viele Menschen, so Keil, hätten in der Corona-Krise neu über das eigene Konsumverhalten und nachgedacht. Und darüber, was jede und jeder Einzelne für eine gerechtere Welt tun könnten „und manche“, da ist er sich sicher, „sind vielleicht zu anderen Antworten gekommen als vorher.“ Er sei sicher, dass wir alle aus der Corona-Krise etwas Wichtiges lernen könnten für den Weg hin zu einer gerechteren Welt.

Bezogen auf staatliches Handeln hat in seinen Augen die Krise gezeigt, dass der Staat viel stärker in unser Leben eingreifen kann als wir das in der Zeit davor je für möglich gehalten hätten. Diese Erfahrung mache in Zukunft Politikerinnen und Politiker „sehr unglaubwürdig, wenn sie sagen: Kitas zu, Innenstädte dicht, Grenzen geschlossen, das haben wir zwar alles gemacht – aber gegen die Tatsache, dass die Handys und die Akkus, die wir hier kaufen, Kobalt enthalten, der im Kongo von Kindern abgebaut wird und dabei täglich Kinder sterben, können wir leider nichts tun.“

Das Interview wurde in der Stuttgarter Zeitung vom 5. Juni 2020 auf S. 4 veröffentlicht unter der Überschrift „Werden Politiker nach der Corona-Krise umdenken?“

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ABSAGE – Veranstaltung zu Lithiumabbau in Bolivien

Prävention ist das Stichwort und wir folgen den Empfehlungen, die die Behörden geben, um das Risiko der Ausbreitung von Corona zu verringern. Aus diesem Grund haben sich die Kooperationspartner entschieden, die heutige Abendveranstaltung über den Lithiumabbau abzusagen und auf einen späteren Termin zu verschieben! Wir sind mit den Referierenden im Gespräch und informieren Sie, sobald der neue Termin gefunden wurde.

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Spende vom Lions-Club Böblingen-Schönbuch

Scheckübergabe des Lions-Clubs. Thomas Leonhardt, Susanne Pflüger, Philipp Keil und Ulrike Rödl (v.l.n.r.)

Anlässlich eines Vortrags, den Philipp Keil, geschäftsführender Vorstand der SEZ, hielt, spendete der Lions Club Böblingen-Schönbuch 500,- Euro an die SEZ. Die Spende kommt dem Zachäus-Haus zu Gute, einem Heim für körperlich beeinträchtigte Kinder und Jugendliche in Gitega, der neuen Hauptstadt Burundis.

Zur Übergabe des Scheck erschienen die Präsidentin des Lions-Clubs Ulrike Rödl zusammen mit Thomas Leonhardt und Susanne Pflüger. Die SEZ leitet das Geld ohne Abzug von Verwaltungskosten zu 100% an das Zachäus-Haus weiter, das damit einen Viehstall errichten wird. Die Kaninchen und Ziegen dienen sowohl der Selbstversorgung als auch dem Verkauf auf dem Markt, um damit Geld für Medikamente, Prothesen und Schulmaterial zu erwirtschaften.

Wenn auch Sie das Projekt mit Ihrer Spende unterstützen möchten, können Sie das hier tun:

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Philipp Keil als Speaker beim TEDx Talk 2019

Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) war einer der Speaker beim diesjährigen TEDx Talk in Stuttgart.

Unter dem Titel „Warum wir Entwicklung neu denken müssen“ setzte er sich kritisch mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit auseinander. Eine seiner Thesen: „Die reichen Länder entwickeln die armen Länder hinunter.“

Das TEDx Talk-Video mit Philipp Keil können Sie hier sehen: https://www.tedxstuttgart.com/…

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“Eine Institution verabschiedet sich”

Mit einer Veranstaltung in der BW-Bank Stuttgart verabschiedete sich Klaus Weingärtner vor rund 170 Gästen Ende September in den Ruhestand. „Mit ihm geht eine Institution in der Institution“, so Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ. Drei Jahrzehnte lang hat Klaus Weingärtner das Gesicht und die Arbeit der SEZ wesentlich mitgeprägt. Anfangs standen der Aufbau eines Netzwerks und die Professionalisierung der haupt- und ehrenamtlichen Eine-Welt-Akteurinnen und Akteure im Mittelpunkt der Arbeit.

Klaus Weingärtner war ein Mann der ersten Stunde. Nur wenige Monate nach der Gründung im Januar 1991 fing er bei der SEZ an zu arbeiten. „Es war genau die Stelle, die ich mir damals vorgestellt habe“, sagt Weingärtner. Er war zuvor vier Jahre als Entwicklungshelfer im westafrikanischen Niger tätig, „und ich habe gesehen, dass es notwendig ist, die Menschen hier in Baden-Württemberg auf die Herausforderungen und die Verhältnisse in den Ländern des globalen Südens hinzuweisen und auf Möglichkeiten, wie man es anders machen kann.“

Valère Hiobi, Vorstandsvorsitzender von MyAfrica e. V. und Steffen Weber, Geschäftsführer des Weltladen-Dachverbands und Vorstandsmitglied im Forums Fairer Handel standen mit ihren Beiträgen stellvertretend für die zwei Schwerpunktthemen, für die sich Klaus Weingärtner besonders einsetze: die Partnerschaft mit Ländern des Globalen Südens und der Faire Handel. Die Weltläden und der Faire Handel lagen Weingärtner immer ganz besonders am Herzen. Sein tatkräftiges Engagement führte dazu, dass es im Jahr 2005 im Haus der Wirtschaft eine erste bundesweite Messe für den Fairen Handel gab. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die Messe Fair Handeln.

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel würdigte anlässlich der Verabschiedung die Arbeit von Klaus Weingärtner und seinen Einsatz für den Fairen Handel mit den Worten: „Mit der Messe Fair Handeln haben Sie eine ausgezeichnete Öffentlichkeit und viele Unterstützer gewonnen. Er sagte: „Ich habe großen Respekt vor ihm gewonnen. Er hat sich für Gerechtigkeit weltweit eingesetzt. Für ihn stand nie das Ich im Vordergrund, sondern immer das Wir. Er hat großen Sachverstand, Kompetenz, Überzeugungskraft und Verantwortungsgefühl.“

Zur Pressemitteilung

 

Interview mit Klaus Weingärtner

Wir sprachen mit Klaus Weingärtner über seine Zeit bei der SEZ.

Wie sind Sie zur SEZ gekommen?

Ich hab die Stellenausschreibung in der Zeitung gesehen und mich darauf beworben, es war genau die Stelle, die ich mir vorgestellt hatte. Es ging darum, Bildungsarbeit in Baden-Württemberg zu machen. Ich war zuvor vier Jahre als Entwicklungshelfer tätig gewesen und habe gesehen, dass es notwendig ist, die Menschen hier auf die Probleme und die Verhältnisse in den Ländern des globalen Südens hinzuweisen und auf Möglichkeiten, wie man es anders machen kann.

Sie waren jetzt drei Jahrzehnte bei der SEZ. Was hat Sie motiviert?

Ich konnte das, was ich für notwendig erachtet habe und wofür ich gerne gearbeitet habe, in meinem Berufsleben umsetzen. Das war mein Antrieb die letzten 30 Jahre.

Die SEZ wurde im Januar 1991 errichtet, Sie haben im Mai angefangen. Was waren denn die Herausforderungen in der ersten Zeit?

Es gab zwar ein Büro, aber kein Sekretariat und kein technisches Gerät und die Briefe für die Einladung zur Büroeröffnung an den Stiftungsrat mussten dringend geschrieben werden. Ich hab dann mit meiner Kofferschreibmaschine jeden einzelnen Brief abgetippt – ihr könnt euch vorstellen, wie viel Tipp-Ex ich verbraucht hab.

Wie haben die ersten Schritte bei der inhaltlichen Arbeit ausgesehen?

Uns war bewusst, dass wir die Entwicklungszusammenarbeit in Baden-Württemberg nicht alleine verändern können. Daher haben wir uns in den Anfangsjahren mit vielen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen getroffen und sie gefragt, wo der Schuh drückt. Damit wir wissen, wo wir den Hebel ansetzen können. Wir haben die ersten Seminare gemacht, beispielsweise zur Projektförderung oder zur Pressearbeit, und wir haben 1991 auch schon mit der Weltladenberatung begonnen.

Wie waren denn die Reaktionen auf die SEZ und ihre Arbeit?

Ich war überrascht, wie die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung von den Vertreterinnen und Vertretern der Nichtregierungsorganisationen gesehen wurde. Wir hatten das Gefühl, die haben nur auf uns gewartet. Es hat sich sehr dynamisch entwickelt, weil die Eine-Welt-Engagierten gesehen haben, dass die Stiftung gute Angebote und gute Arbeit macht. Uns war auch immer wichtig, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Beispielsweise haben wir für die Weltladenfortbildung Referenten vom Einzelhandelsverband geholt, um hier den wirtschaftlichen Bereich stärker reinzubringen. Wir haben aber auch Angebote geschnürt, um die politische Ausrichtung der aktiven Gruppierungen weiter fortzuführen.

Mit welchem Wort könnte man die ersten zehn Jahre der SEZ beschreiben?

Die ersten zehn Jahre waren Aufbauarbeit. Wir hatten keine Gelder, um uns bekannt zu machen. Wir mussten Verbündete suchen und wir wollten natürlich auch neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter finden. Wir haben mit Verbänden wie der IHK, dem Sparkassenverband oder dem Genossenschaftsverband zusammen Veranstaltungen gemacht, um deren Klientel auch mit ins Boot zu holen und sie für diese Thematik zu interessieren. Und ich würde sagen, das ist uns gelungen.

Gehen wir ins zweite Jahrzehnt, in die Jahre 2001 bis 2011. Mit welchem Begriff lassen die sich beschreiben?

Das war die Phase der Konsolidierung, des Festschreibens des Programms, das wir damals hatten. Aus den Seminaren, die wir in den Anfangsjahren angeboten haben, hat sich auch einiges weiterentwickelt. Die Messe Fair Handeln ist so ein Beispiel. Die Idee kam aus den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Weltläden, die an mich herangetreten sind und gesagt haben, wir möchten einfach mal sehen, was es eigentlich im Fairen Handel gibt. Ich habe dann gesagt, okay, lass es uns doch mal versuchen mit so einer Messe. Und 2005 haben wir dann im Haus der Wirtschaft in Stuttgart die erste bundesweite Messe zum fairen Handel mit rund 30 Ausstellern ins Leben gerufen.

Andere Veranstaltungen wie das Stuttgarter Forum für Entwicklung oder die landesweite Initiative Meine. Deine. Eine Welt. hat die Stiftung ebenfalls in diesem zweiten Jahrzehnt aus den vorhandenen Anfängen weiterentwickelt und etabliert. Auch der Eine-Welt-Preis, mit dem die SEZ das entwicklungspolitische Engagement der vielen Ehrenamtlichen würdigt, wurde in dieser Zeit ins Leben gerufen.

Und wo führt der Weg im dritten Jahrzehnt hin? Wo steht die SEZ heute?

Wir sind ein großes Netzwerk geworden in Baden-Württemberg. Wir sind eine anerkannte Organisation und werden als solche in sehr vielen Kreisen wahrgenommen. Sei es in der Politik oder Wirtschaft, aber auch bei den Aktiven im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Es ist ja kein einfaches Thema, die Entwicklungszusammenarbeit. Wir werden von Schulen angesprochen, von Kommunen, von Weltläden – sei es für personelle Unterstützung, für finanzielle Unterstützung oder für die Vermittlung von Referenten, Ausstellungen und Bildungsmaterial. Wir sind mittlerweile eine gefragte Einrichtung, und das finde ich schon schön.

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FAIR HANDELN SEZ

SEZ-Weltladenforum bei Fairphone zu Gast

Das diesjährige Weltladenforum der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) führte die Teilnehmenden in die Niederlande und ins Rheinland.

„Wir wollten den Mitarbeitenden der baden-württembergischen Weltläden einen etwas anderen Blick hinter die Kulissen ermöglichen“, sagt Klaus Weingärtner. Der stellvertretende SEZ-Geschäftsführer im Amt begleitete die rund 30 Teilnehmenden auf der 4-tägigen Reise.

Erste Station war der FairRegio-Weltladen Andernach, der mit einem Regiomarkt der Andernacher Perspektive gGmbHkooperiert. „Das ist etwas Besonderes, denn es zeigt, dass fair weit mehr ist als nur fair gehandelte Ware aus Ländern des globalen Südens“, so Weingärtner. „Fair bedeutet auch soziale Gerechtigkeit und Schaffung von Perspektiven für benachteiligte Menschen hier bei uns. Der Weltladen in Andernach zeigt sehr eindrücklich und beispielhaft, wie das gehen kann.“

Weiter ging es ins niederländische Culemborg zur World Fair Trade Organization (WFTO), die dort ihren Sitz hat. Das weltweit tätige Netzwerk der Fair-Handelsunternehmen wurde 1989 gegründet. Mehr als 320 Fair-Handelsorganisationen sowie rund 70 Unterstützungsorganisationen und Netzwerke sind Mitglied bei der WFTO. Gemeinsam fördern sie den fairen Handel in 75 Ländern weltweit. FairForward, ein weiterer Akteur der Fairhandelsszene, ist Mitglied bei WFTO. Das Unternehmen, das seinen Sitz ebenfalls in Culemborg hat, handelt faire Innenaccessoires und Geschenkartikel.

In Amsterdam stand Fairphone im Mittelpunkt des Weltladenforums. Der Amsterdamer Smartphone-Hersteller setzt auf Nachhaltigkeit und soziale Werte. Mit seinen Kampagnen lenkt Fairphone die Aufmerksamkeit der Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Konfliktmaterialien, die in Smartphones enthalten sind, und auf die oftmals menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen der Minenarbeiter.

Über Utrecht ging es wieder zurück nach Deutschland, ins westfälische Gronau. Der Besuch bei Niehoffs Kaffeeröstereigab den Teilnehmenden einen tieferen Einblick ins Kaffeegeschäft. Die älteste Bio-Rösterei deckt die gesamte Kaffee-Wertschöpfungskette ab – vom Kaffeestrauch bis zur fertig gerösteten Bohne. Ermöglicht wurde der Besuch durch die Vermittlung von GEPA. Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch des Weltladens Mühlheim und die Besichtigung des Fair-Handelszentrums Rheinland in Alfter-Witterschlick. Das Fair-Handelszentrum ist ein regionaler Großhändler für fair gehandelte Produkte. Als Besonderheit hat das Fair-Handelszentrum Feinkost-Produkte und Weine im Sortiment, die von italienischen Kooperativen stammen. Diese bauen die Produkte auf konfiszierten Ländereien an, die früher im Besitz der Mafia waren.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Land unterstützt Agroforstprojekt in Burundi

Übergabe des Förderbescheids bei der Messe Fair Handeln durch Staatsministerin Theresa Schopper

Das Agroforstprojekt fördert den Umbau der Kaffeefelder, weg von der Monokultur hin zu einem ökologisch vielfältigen System, das neben Kaffee auch Bauholz, Brennholz und Nahrungsmittel liefert. Rund 10.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in 15 Genossenschaften werden von dem Projekt profitieren.

Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) konnte am Eröffnungstag der Messe Fair Handeln einen Scheck in Höhe von 185.800 Euro für das Agroforstprojekt in Burundi entgegennehmen. Kooperationspartner der SEZ bei dem Vorhaben in Burundi sind die Hochschule für Forst in Rottenburg, Weltpartner eG in Ravensburg, Naturland sowie der burundische Kaffeegenossenschaftsverband COCOCA.

Übergeben wurde der Scheck von Staatsministerin Theresa Schopper, die auch Stiftungsratsvorsitzende der SEZ ist, und Ministerialdirektorin Grit Puchan vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Angesichts der politischen Lage im baden-württembergischen Partnerland Burundi sagte Staatsministerin Schopper: „Ich finde es wichtig, dass wir das, was über lange Jahre gewachsen ist, auch weiterhin unterstützen. Die Zivilgesellschaft ist im Moment unser wichtigster Partner in Burundi.“

Grit Puchan ergänzte: „Burundi hat es nötig, dass wir zu unserer Partnerschaft stehen.“ Man müsse an klugen Projekten arbeiten und das Agroforst-Projekt sei ein solches. Dieses Vorhaben sei ein „fantastisches Projekt“, so Philipp Keil, der ebenfalls die Bedeutung der Partnerschaft mit Burundi betonte.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT SEZ

Wege zur Ernährungssicherheit in Burundi

Ernährung und Landwirtschaft in Burundi standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung auf dem diesjährigen Hidden Hunger Congress an der Universität Hohenheim.

Professor Aloys Misago von der Université du Burundi bezeichnete die Armut in den ländlichen Regionen des Landes als alarmierend. Die Ernährungsunsicherheit in Burundi sei doppelt so hoch wie in anderen afrikanischen Ländern südlich der Sahara. 1,7 Millionen Menschen, das ist knapp ein Sechstel der Gesamtbevölkerung, leiden unter Ernährungsunsicherheit, an den meisten Tagen im Jahr stehen pflanzliche Nahrungsmittel auf dem Speiseplan. Der durchschnittliche Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten liegt bei weniger als fünf Kilo pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland liegt allein der durchschnittliche Fleischverzehr bei knapp 60 Kilo im Jahr. Die Hauptursache für die schlechte Ernährungslage ist die Armut der Menschen. Burundi gehört weltweit mit zu den ärmsten Ländern, knapp die Hälfte der Haushalte des ostafrikanischen Landes leidet unter extremer Armut. Das beutet, sie haben ein Einkommen von weniger als 1,9 US-Dollar pro Person und Tag.

Burundi ist reich an Bodenschätzen, die dazu beitragen könnten, die Armut zu lindern, wie Professor Pascal Nkurunziza von der Université du Burundi betonte. Allerdings ist die Landwirtschaft der wichtigste Sektor, vier Fünftel der Bevölkerung sind hier tätig. Vorherrschend ist die Subsistenzlandwirtschaft, von der 91 Prozent der Menschen leben, wie Professorin Heidi E. Megerle von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg in ihrem Vortrag ausführte. Seit 2012 hat die Hochschule eine Partnerschaft mit der Université du Burundi, gemeinsam führen sie ein Projekt zur Agroforstwirtschaft in Burundi durch. „Burundi ist Weltmeister im Abholzen“, betonte Megerle. Der Grund: Holz ist fast der einzige Energielieferant, den die Menschen in Burundi verwenden. Die Folge ist Erosion und Degradation der Böden, sie verlieren ihre Fruchtbarkeit. Doch die Abholzung hat noch weiterreichende Folgen. Mit dem Bewuchs verlieren die Böden auch die Fähigkeit, Wasser zu speichern. Dies zusammen mit dem starken Bevölkerungswachstum lässt Burundi auf eine Wasserkrise zusteuern, befürchtet Megerle. „Es ist eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale.“

Lösungsmöglichkeiten, so die Fachleute bei dem Kongress, sind Aufforstung und Agroforstwirtschaft, vor allem aber mehr und besser ausgebildete Menschen. Auch Entwicklungspartnerschaften mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen, aber auch mit Privatunternehmen sind, so Aloys Misago, hilfereich.

Das Land Baden-Württemberg hat schon seit Jahren eine Partnerschaft mit Burundi, „Burundi ist im Fokus der baden-württembergischen Entwicklungszusammenarbeit“, betonte Grit Puchan vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Das Land wolle unter anderem Initiativen für Frauen unterstützen, die in ländlichen Regionen leben. „Burundi ist ein wichtiges Partnerland für uns. Wir wollen unsere Partnerschaft mit Burundi ausweiten.“

Das Burundi-Forum beim Hidden Hunger Congress wurde vom Kompetenzzentrum Burundi der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) durchgeführt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Muna Hassaballah, Referentin bei der SEZ für das Kompetenzzentrum Burundi. Der 4. Hidden Hunger Congress fand vom 27. Februar bis 1. März 2019 an der Universität Hohenheim statt.

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SEZ WIRTSCHAFT

Philipp Keil trifft James Shikwati in Kenia

Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) traf in Kenia James Shikwati, den Direktor des Inter Region Economic Network (IREN).

Keil nahm während seines Besuches auch am Small and Medium Enterprises Forum (SME) des IREN teil. Im Mittelpunkt des kenianischen Thinktanks IREN steht die Entwicklung politischer und wirtschaftlicher Strategien, die dazu beitragen, Afrika vorwärts zu bringen.

Die Verbindung zwischen SEZ und IREN besteht schon seit längerem, James Shikwati war 2018 zu Besuch in Stuttgart und besuchte dort unter anderem die Messe Fair Handeln, bei der er auch als Keynote Speaker zu einem größeren Publikum sprach.

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INTERVIEW SCHULE UND GLOBALES LERNEN SEZ

Im Gespräch: SEZ-Vorstand Philipp Keil am WG West

„Die Erläuterungen von Phillip Keil haben das, was wir bisher gelernt haben, nochmals in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen“, fasst Felix Heck, Schüler der Jahrgangsstufe 2 des WG West, am Ende der zwei Schulstunden zusammen.

„Das hat unseren Blick über den Tellerrand der schulischen Bildung hinaus maßgeblich gefördert.“

Nachhaltiges Handeln in einer globalisierten Welt, die Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen im Entwicklungssektor und die Schaffung einer wirtschaftlichen Gemeinschaft, die allen nützt: Diese Themen standen über das vergangene halbe Schuljahr im Mittelpunkt des Stundenplans der Jahrgangsstufen 2 des Wirtschaftsgymnasiums West (WG West) am Feuersee. Den Abschluss dieser Lehrplaneinheit bildete ein Expertengespräch mit Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ).

Eingeladen zu dem Experteninterview hatte ein Schülerteam, bestehend aus Felix Heck und Philipp Krüger. Die beiden Abiturienten hatten sich zuvor im Rahmen einer Präsentation in dem Nebenfach Global Studies, das mit einem bilingualen Aufbau auf globale Probleme der Politik, Wirtschaft und Geografie eingeht, eingehend über Nichtregierungsorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit informiert. Ausgestattet mit einigem an Expertenwissen luden sie Philipp Keil als abschließende Prüfungskomponente zu einem anderthalbstündigen Gespräch in die Räume des Wirtschaftsgymnasiums West an der Rotebühlstraße ein.

Keil ging in seiner Funktion als Geschäftsführender Vorstand der SEZ insbesondere auf die Arbeit seiner eigenen Organisation ein, wagte aber auch immer wieder weitläufige Blicke in verwandte Themengebiete. So stand nicht nur die SEZ und ihr Stiftungsauftrag im Mittelpunkt des Interesses: Auch die Aktivitäten der vielen Kooperationspartner der SEZ, die heutigen Probleme einer effektiven Zusammenarbeit und die Schaffung eines verantwortungsvollen Konsumentenhandelns im Allgemeinen schafften es auf die dichtgefüllte Agenda der ersten zwei Unterrichtsstunden.

Mit einer angeregten Diskussions- und Fragerunde endete nach 90 Minuten der Besuch des Praktikers am WG West.

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SEZ WIRTSCHAFT

SEZ auf start-up bw summit 2019

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) hat auf dem diesjährigen start-up bw summit erstmalig Start-ups mit Afrikabezug als Aussteller in die „international corner“ eingeladen.

Damit bot sie jungen social entrepreneurs mit Produkten aus Afrika die Möglichkeit, ihr Unternehmen zu präsentieren und trug gleichzeitig zur internationalen Vernetzung der baden-württembergischen Szene bei.

Drei Jungunternehmer mit Afrikabezug nutzten die Chance. Kizito Odhiambo aus Kenia bietet mit seinem Unternehmen agriBORA Geo-Informationsdienstleistungen für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern an, mit denen Ernteergebnisse kalkuliert werden und Empfehlungen für den Anbau gegeben werden. Für Odhiambo war der Tag sehr erfolgreich. „Ich hatte sehr viele spannende Fachdiskussionen über unsere Idee und unser Angebot“, erzählt er. „Ich habe tatsächlich einen Investor gefunden und jemandender uns bei der Softwareentwicklung unterstützen möchte.“

Auch für Victor Thien und sein Unternehmen afringa mit Standort in Südafrika verlief der Tag gut. „Ich konnte neue Fachkräfte für die Datenbank aufnehmen, ob ich auch Kunden für unseren Service gewonnen habe, wird sich zeigen“, bilanziert der Jungunternehmer. afringa ist die erste online-Geschäfts- und Karriereplattform, die sich ausschließlich auf den afrikanischen Kontinent spezialisiert hat.

„Das Interesse an meiner Initiative war größer, als ich gedacht habe“, berichtet Babatunde Ogboru aus Nigeria. Er ist Gründer von Rethink Lagos – Institute of Entrepreneurship. Ziel des Start-ups ist es, bessere Bedingungen und ein nachhaltiges Wachstum der nigerianischen Millionenmetropole zu schaffen „Vor allem Unternehmen und andere Social Start-ups haben sich für mich und meine Geschäftsidee interessiert.“ Nach dem erfolgreichen Netzwerken sieht er den Bedarf, ein eigenes Netzwerk in Lagos zu gründen und dort innovative Start-ups miteinander in Kontakt zu bringen. Babatunde Ogboru möchte sich mit seinem Institut für Partnerschaften zwischen deutschen und nigerianischen Unternehmen einsetzen. Rethink Lagos wird von der SEZ ideell unterstützt.

„Ich bin begeistert, wie viele Besucherinnen und Besucher des Summits gezielt aufgrund ihres Interesse am afrikanischen Kontinent zu uns und den Sozialunternehmern an den Stand gekommen sind“ sagt SEZ-Mitarbeiterin Lena Wimmer. „Wir sehen in Partnerschaften zwischen social entrepreneurs aus Baden-Württemberg und afrikanischen Ländern eine große Chance für beide Seiten.“

Die Kontakte zu den auf dem start-up BW Summit 2019 vertretenen Sozialunternehmern knüpfte die SEZ im Herbst 2018 während der ASA Autumn School for Sustainable Entrepreneurship, die sie in Kooperation mit Engagement Global durchführte.

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BENEFIZ SEZ

Die SEZ sagt danke

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) sagt danke für 17.220 Euro Spendengelder.

Die Spenden haben wir anlässlich der Weihnachtsaktionen der CDU-Landtagsfraktion, der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN sowie der Druckerei Maier GmbH in Rottenburg und der Familien Maier, ebenfalls Rottenburg, erhalten.

Die Spendengelder kommen zwei Projekten im baden-württembergischen Partnerland Burundi und einem Projekt im Südsudan zugute. Unterstützt wird in Burundi die Betreuung von Opfern sexueller und sexualisierter Gewalt. Der Verein RBP+ hat dafür in der Kommune Bubanza nördlich von Bujumbura eine Betreuungsstelle ins Leben gerufen.

Das zweite Burundi-Projekt, das mithilfe der Spendengelder unterstützt werden kann, ist das Krankenhaus in Rumonge im Süden von Burundi. Es versorgt rund 30.000 Menschen und benötigt dringend eine bessere Grundausstattung sowie medizinische Geräte.

Im Südsudan kommen die Spendengelder dem Ausbau der Grundschule in Raja im Bundesstaat Lol zugute. Hier werden 250 Kinder in provisorischen Hütten unterrichtet. Sie sollen Klassenräume mit regenfesten Dächern und einem Fundament erhalten.

Weiterführende Links:

Spenderinnen und Spender

Projektspende https://www.prima-maier.de/

https://fraktion.cdu-bw.de/

https://www.gruene-landtag-bw….

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SEZ

Zum Tod von Dr. Bernhard Lasotta

„Der Tod von Dr. Bernhard Lasotta hat uns tief erschüttert. Mit ihm verlieren wir einen langjährigen Förderer unserer Stiftung und unserer Arbeit", so Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ).

„Als langjähriges Mitglied des Stiftungsrats der SEZ und als entwicklungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im baden-württembergischen Landtag hat sich Dr. Lasotta stets für die Belange der Stiftung und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Menschen in Baden-Württemberg und Ländern des globalen Südens eingesetzt. Er wird uns allen fehlen.“

Der in der Nacht von Freitag auf Samstag verstorbene CDU-Abgeordnete Dr. Berhard Lasotta war seit 2001 Mitglied im Stiftungsrat der SEZ, davon zwei Jahre als stellvertretendes Mitglied. Von 2008 bis 2016 war Lasotta stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats.

Bernhard Lasotta war seit 2001 Mitglied im Landtag von Baden-Württemberg. Er vertrat dort den Wahlkreis Neckarsulm.

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BENEFIZ SEZ

Benefizkonzert 2018 der SEZ jetzt auf CD

Das Benefizkonzert der SEZ vom 25. Oktober 2018 gibt es jetzt auch als CD. Ein ideales Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk für alle, die klassische Musik lieben.

Die CD enthält folgende Stücke: das Divertimento KV 136 und die Serenata notturna KV 239 von W.A. Mozart, das Violinkonzert a-Moll von Vivaldi, das Andante festivo von Jean Sibelius, die Danze antiche von Ottorino Respighi, Crisantemi von Giacomo Puccini sowie die Arie Lascia ch’io pianga aus der Oper Almira von Händel.

Gespielt hat das Orchester Camerata Europeana unter der Leitung von Radoslaw Szulc, als Solistin ist die Sopranistin Tamara Bueno de la Torre zu hören.

CD-Bestellungen (10 Euro zzgl. Versand) sind möglich unter: info@sez.de

Die SEZ veranstaltet seit 1993 für ihre Freunde und Förderer regelmäßig Benefizkonzerte im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart.

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GLOBALE KOMMUNE SEZ

Dokumentation: 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung

Die Dokumentation zum 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung fasst die wichtigsten Ergebnisse in übersichtlicher Form zusammen.

Das 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung stand unter dem Titel “Für weltweit gute Aussichten: Klimagerechtigkeit für alle!“ und fand am 19. Oktober 2018 statt.

Die nun vorliegende Ergebnispapier fasst die Veranstaltung zusammen und stellt die wichtigsten Diskussionspunkte vor. “Klimagerechtigkeit heißt, Betroffene einzubeziehen” ist eine der zentralen Aussagen des Stuttgarter Forums für Entwicklung. “Nur gemeinsam können wir etwas bewegen” – eine weitere zentrale Botschaft des Tages. Regierungen und Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, Bürgerinnen und Bürger müssen zusammenarbeiten und das Aufhalten des Klimawandels als ihre gemeinsame Aufgabe verstehen. Alle müssen wachsam und aktiv bleiben. Die Zeit drängt!

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BENEFIZ SEZ

Voller Saal, tosender Applaus – Benefizkonzert 2018

Die rund 400 Gäste des diesjährigen traditionellen SEZ-Benefizkonzerts waren begeistert und spendeten minutenlang Applaus am Ende des Konzerts.

Die Mitglieder der Camerata Europeana unter der Leitung von Radoslaw Szulc hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine musikalische Reise durch Europa mitgenommen. Sie spielten Stücke von Mozart, Vivaldi, Massenet, Sibelius, Respighi und Puccini. Als Solistin war die Sopranistin Tamara Bueno de la Torre zu hören.

Seit vielen Jahren lädt die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) im Herbst zu ihrem traditionellen Benefizkonzert ein. Mit dem Spendenerlös des diesjährigen Konzertabends wird ein Projekt zur dörflichen Trinkwasserversorgung in Gambia unterstützt. Schirmherrin des Benefizkonzerts 2018 war ChildFund Deutschland e.V. aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Organisation.

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SEZ WIRTSCHAFT

ASA Autumn School in Stuttgart

Nachhaltiges Wirtschaften muss gelernt sein. Vom 22. bis 26. Oktober treffen sich in Stuttgart Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer aus Afrika und Deutschland.

Die Teilnehmenden der ASA Autumn School for Sustainable Entrepreneurship lernen in Workshops und Coachings, was sie als erfolgreiche Sozialunternehmerinnen und -unternehmer brauchen. Dazu gehört unter anderem auch das Wissen, wie man einen Businessplan macht oder wie man das eigene Unternehmen in drei Minuten erfolgreich darstellt. Im Mittelpunkt der diesjährigen ASA Autumn School steht das Thema Digitalisierung und Nachhaltige Entwicklung.

Einen wichtigen Stellenwert nimmt der gegenseitige Austausch ein und der Austausch mit Expertinnen und Experten. Dem dient auch die Exkursion zur SAP-Zentrale in Walldorf bei Heidelberg.

Den Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss der ASA Autumn School for Sustainable Entrepreneurship bildet das ASA-Kaleidoskop. Es bringt Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden der ASA Autumn School diskutieren sie über Themen globalen nachhaltigen Wirtschaftens und vernetzen sich untereinander.

Die diesjährige Autumn School for Sustainable Entrepreneurship des ASAProgramms von Engagement Global findet 2018 das erste Mal in Kooperation mit der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) statt.

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SEZ

Klimagerechtigkeit für alle!

"Klimagerechtigkeit für alle!" lautet der Titel des 6. Stuttgarter Forums für Entwicklung am 19. Oktober. Die eintägige Konferenz beleuchtet das Thema Klimagerechtigkeit aus den unterschiedlichsten Perspektiven.

Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage: Was können wir tun und wie können wir unserer Verantwortung gerecht werden? In 12 Foren gehen Referierende und Teilnehmende diesen Fragen nach. Globale Wertschöpfungsketten, vom Klimawandel verursachte Migration, CO2-Kompensation, Welternährung – dies sind nur einige der Aspekte, die das diesjährige 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung beleuchtet. Schülerinnen und Schüler haben ein eigenes Panel, in dem sie sich damit auseinandersetzen, wie sich der Klimawandel auf die Handelspartner des Fairen Handels imGglobalen Süden auswirkt. Und sie lernen etwas über die Strategien, die diese entwickelt haben, um mit den Folgen des Klimawandels umzugehen.

Keynote Speakerin Anjalina Diana Podder aus Bangladesch berichtet aus eigenem Erleben über die Folgen, die der Klimawandel für dieses Land hat. Podder ist Abteilungsleiterin des Klimareferats der Bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Bischofskonferenz Bangladesch. Das Land ist aufgrund seiner Lage von den Folgen der globalen Erderwärmung – vor allem dem Anstieg des Meeresspiegels – besonders betroffen.

Seit Mai 2018 hat Deutschland seine natürlichen Ressourcen bereits verbraucht, die für 2018 theoretisch zur Verfügung stehen. Und am 1. August 2018 hatte die Weltbevölkerung ihre natürlichen Ressourcen verbraucht. Bis zum Jahresende leben wir auf Kosten der Menschen im Globalen Süden und künftiger Generationen. Während Industriestaaten den Klimawandel am stärksten befördern, leidet der globale Süden am stärksten unter den Folgen. Extreme Wetterlagen vernichten Ernten und zerstören Lebensräume. Menschen müssen hungern, viele verlassen ihre Heimat. Internationale Klimaabkommen und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wollen alle Länder weltweit stärker verpflichten, die Erderwärmung zu reduzieren und den Klimawandel zu stoppen.

Die SEZ lädt gemeinsam mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global und einer Vielzahl verschiedener Institutionen zum 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung ein!

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BWIRKT! PROJEKT­FÖRDERUNG SEZ

Land stockt Fördergelder auf 1 Million auf

Unter dem Label „bwirkt!“ stellt das Land Baden-Württemberg erstmalig eine Million Euro jährlich für entwicklungspolitische Projekte zur Verfügung.

„Damit wollen wir die Förderung des Landes für Projekte aus der Zivilgesellschaft spürbar aufstocken und das große ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich deutlich aufwerten“, sagte Staatsministerin Theresa Schopper, die auch Vorsitzende des Stiftungsrats der SEZ ist.

„Durch die Aufstockung von 385.000 Euro auf eine Million Euro pro Jahr in 2018 und 2019 können wir insbesondere die Beziehungen Baden-Württembergs zu unseren Nachbarn in Afrika sichtbar machen, bündeln und vertiefen.“ Möglich sei die Erhöhung auch durch die Unterstützung der Regierungsfraktionen in den Haushaltsberatungen geworden.

Seit vielen Jahren unterstützt das Land Baden-Württemberg zivilgesellschaftliche Organisationen bei der Finanzierung von entwicklungspolitischen Projekten weltweit. Zweimal im Jahr werden zu diesem Zweck Fördermittel durch die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) für die Inlands- und Auslandsprojektarbeit ausgeschrieben. Außerdem werden für die Jahre 2018 und 2019 gezielt jeweils 250.000 Euro für Projekte im Partnerland Burundi in Ostafrika zur Verfügung gestellt. Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) koordiniert hierbei die Ausschreibungen, berät die Antragstellenden und stellt Qualitätsstandards sicher. Ein von Staatssekretärin Schopper berufenes unabhängiges Gutachtergremium prüft die Projektanträge und wählt die zu fördernden Projektanträge aus.

„Die zusätzlichen Fördermittel des Landes für ‚bwirkt!‘ sind eine Aufwertung der Entwicklungszusammenarbeit im Land. Sie geben uns die Möglichkeit, deutlich mehr Initiativen im In- und Ausland zu unterstützen als dies bislang der Fall ist“, sagte Philipp Keil, der Geschäftsführende Vorstand der SEZ. „Wir wollen diese Gelder nach Möglichkeit für innovative partnerschaftliche Sozialprojekte und beispielhafte Leuchtturmprojekte einsetzen. Mit der neuen Förderlinie für Projekte in und mit Bezug zum Partnerland des Landes Baden-Württemberg Burundi wird zudem ein Beitrag zur Stärkung und Verstetigung der Landespartnerschaft geleistet.“ Ein weiteres Ziel sei es, die geförderten Akteure im Land zu vernetzen und das Engagement im Land sichtbarer zu machen. Leuchtturmprojekte des jeweiligen Förderjahres sollen außerdem künftig im Rahmen einer Veranstaltung der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Weitergehende Informationen finden Sie auf den Themenseiten bwirkt!.

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SEZ

Abendessen mit Umweltminister Untersteller

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (links) mit Gewinner Udo Großwendt.

Udo Großwendt ist kein bisschen aufgeregt, auch wenn es nicht jeden Tag vorkommt, dass er sich mit einer Größe wie Umweltminister Untersteller aus der Landespolitik trifft.

Er ist zum Abendessen mit dem baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller verabredet. Das exklusive Essen hat Udo Großwendt bei einem Gewinnspiel der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) gewonnen.

Treffpunkt ist das Stuttgarter Restaurant AMBIENTE AFRIKA. Für beide Herren eine Premiere, denn sie haben beide noch nie afrikanisch gegessen. Franz Untersteller ist auf das Treffen und vor allem auf das Gespräch mit Udo Großwendt gespannt; für ihn hat so etwas Seltenheitswert, „denn normalerweise habe ich außerhalb meiner beruflichen Verpflichtungen keine Zeit für ein Abendessen“. Für den Gewinner des SEZ-Gewinnspiels war das gemeinsame Essen mit dem baden-württembergischen Umweltminister ein voller Erfolg. „Der Abend mit Herrn Untersteller war sehr unterhaltsam und informativ. Durch meine berufliche Tätigkeit haben wir schnell Themen gefunden, die uns beide berühren. Aber auch persönliche Fragen waren kein Tabu“, berichtet er.

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SEZ

6. Stuttgarter Forum für Entwicklung

Save the date! Am 19. Oktober findet das 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung statt. „Für weltweit gute Aussichten: Klimagerechtigkeit für alle!“ lautet der Titel der Tagung.

Seit Mai hat Deutschland seine natürlichen Ressourcen bereits verbraucht, die für 2018 theoretisch zur Verfügung stehen. Bis zum Jahresende leben wir auf Kosten der Menschen im Globalen Süden und künftiger Generationen. Während Industriestaaten den Klimawandel am stärksten befördern, leidet der globale Süden am stärksten unter den Folgen. Extreme Wetterlagen vernichten Ernten und zerstören Lebensräume. Menschen müssen hungern, viele verlassen ihre Heimat. Internationale Klimaabkommen und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wollen alle Länder weltweit stärker verpflichten, die Erderwärmung zu reduzieren und den Klimawandel zu stoppen.

Das 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung will Antworten finden auf Fragen wie: Welchen Beitrag können wir zu einer klimagerechten Entwicklung leisten? Wie können sich Kommunen sowie lokale zivilgesellschaftliche Akteurinnen, wie kann sich jede und jeder Einzelne in die Gestaltung und Umsetzung für mehr Klimagerechtigkeit einbringen?

Die SEZ lädt gemeinsam mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global und einer Vielzahl verschiedener Institutionen zum 6. Stuttgarter Forum für Entwicklung ein!

Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungskalender der SEZ: https://sez.de/veranstaltungen…

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Wir sagen Dankeschön

„Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die sich die Zeit genommen und unseren recht umfangreichen Fragebogen ausgefüllt haben“, freut sich Astrid Saalbach, die für die große SEZ-Umfrage verantwortlich ist.

Bei dieser Umfrage, die vom 24. Mai bis 8. Juni durchgeführt wurde, ging es vor allem um eine nutzerorientierte Verbesserung des Serviceangebots der SEZ für alle Eine Welt-Engagierten in Baden-Württemberg. Als Dankeschön für die Teilnahme an der Umfrage gab es für viele ein Päckchen Café du Burundi.

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SEZ-Jahresbericht 2018 erschienen

Der Jahres- und Wirkungsbericht der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) informiert über die Angebote und Wirkungen der im Jahr 2018.

Die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit hat ihren Jahresbericht erstmals nach den Vorgaben des Social Reporting Standard erstellt. Der Bericht informiert über die Vision und den Ansatz, den die SEZ mit ihrer Arbeit verfolgt, sowie über die verschiedenen Angebote und Aktivitäten der Stiftung. Mit mehr als 80 öffentlichen Veranstaltungen, Fortbildungen und Vorträgen informierte die SEZ über Themen der nachhaltigen Entwicklung und trug so zur Bewusstseinsbildung für globale Verantwortung bei. Mit Spendengeldern förderte die SEZ im Jahr 2018 insgesamt 30 Projekte, mit Landesmitteln 53. Mit 47 Vorhaben entfiel der Großteil der aus Landesmitteln geförderten Projekte auf die Förderlinie bwirkt! Über die Wirkungen der SEZ-Arbeit berichten Testimonials aus verschiedenen Bereichen der SEZ-Arbeit.

Den Jahres- und Wirkungsbericht 2018 der SEZ können Sie hier herunterladen.

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SEZ

SEZ-Jahresbericht 2017 erschienen

In ihrem jetzt erschienen Jahresbericht informiert die SEZ über die vielfältigen Stiftungsaktivitäten im Jahr 2017.

Rund 23.600 entwicklungspolitisch interessierte Menschen erreichte die SEZ mit ihren 50 Veranstaltungen im vergangenen Jahr Neben der Stärkung entwicklungspolitischen Engagements ist die Bewusstseinsbildung für globale Verantwortung ein zentraler Auftrag der SEZ. Für ihre Inlands- und Auslandsarbeit setzt die SEZ eigene Mittel und Spendenmittel ein. Darüber hinaus erhält sie Mittel des Landes Baden-Württemberg, mit denen im Jahr 2017 insgesamt 26 Maßnahmen gefördert wurden.

Den Jahresbericht können Sie hier herunterladen:

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SEZ

„Die EZ ist tot“

Mit dieser Aussage brachte Günther Maihold von der Stiftung Wissenschaft und Poltik (SWP) in Berlin die aktuelle Diskussion um die klassische Entwicklungszusammenarbeit auf den Punkt.

Bei dem Seminar zur Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit, das Anfang Mai im oberschwäbischen Weigarten stattfand, fragte Maihold nach der Legitimation der Entwicklungszusammenarbeit überhaupt. Sie sei, so der Wissenschaftler, in fast alle Politikfelder vorgedrungen und leide nun an Selbstüberforderung. Er verwies auf die internationale Debatte über Hilfe und Entwicklung, ausgelöst durch die Agenda 2030 und den damit verbundenen Perspektivwechsel. Maihold forderte die Auflösung bestehender Strukturen und die Schaffung eines globalen Nachhaltigkeitsfonds. Ziel eines solchen Fonds wäre seinen Angaben zufolge die Zusammenführung von Entwicklungs- und Nachhaltigkeitszielen und die Überwindung starrer Ressortgrenzen.

In Workshops erarbeiteten die Teilnehmenden der Veranstaltung Lösungsansätze und Ideen für ein Selbstverständnis einer neuen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Seminarreihe Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert ist eine gemeinsame Veranstaltung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Hochschule Esslingen und der SEZ.

Die Publikationen zu den Veranstaltungen der Vorjahre können Sie hier erwerben:

http://www.nomos-shop.de/Sangmeister-Wagner-Entwicklungszusammenarbeit-40-Digitalisierung-globale-Verantwortung/productview.aspx?product=36363

http://www.nomos-shop.de/Sangmeister-Wagner-Ver%c3%a4ndert-europ%c3%a4ische-Fl%c3%bcchtlingskrise-Entwicklungszusammenarbeit/productview.aspx?product=28702

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