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BENEFIZ INTERVIEW PARTNERSCHAFT NORDIRAK PROJEKT­FÖRDERUNG

Im Gespräch mit Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad

Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad auf der Messe Fair Handeln 2025 (Foto: SEZ/fotonoid).

Nadia Murad ist eine weltweit bekannte Menschenrechtsaktivistin und Überlebende des Völkermords an den Jesid*innen durch den sogenannten Islamischen Staat im Nordirak im Jahr 2014. Für ihren Einsatz gegen sexualisierte Gewalt erhielt sie 2018 gemeinsam mit Dr. Denis Mukwege den Friedensnobelpreis. Als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel setzt sie sich unermüdlich für Gerechtigkeit und den Schutz verfolgter Minderheiten ein.

Dafür ist Nadia Murad viel unterwegs – im Nordirak, den USA aber auch in der Region Stuttgart, wo sie mittlerweile lebt. Nadia Murad ist eine von rund 1.100 jesidischer Frauen, die seit 2015 über ein Sonderkontingent nach Baden-Württemberg gekommen sind. Mit ihrer Organisation Nadia’s Initiative unterstützt sie Überlebende von Gewalt, fördert den Wiederaufbau von Gemeinden im Nordirak und kämpft für die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen. Ihr Ziel ist es, Betroffenen eine Stimme und Perspektive zu geben und, dass sich derartige Gräueltaten nicht wiederholen. Nadia’s Initiative wurde bereits mehrmals über die SEZ mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Im Interview spricht Nadia Murad über ihr Engagement, die Herausforderungen ihrer Arbeit und die Bedeutung von Partnerschaften – wie die Zusammenarbeit mit der SEZ. Erfahren Sie mehr über ihre Wünsche für die Zukunft und wie jede*r Einzelne dazu beitragen kann, Veränderung zu bewirken.

Frau Murad, Sie sind weltweit bekannt für Ihren Einsatz für die Rechte von Frauen und Minderheiten. Wenn Sie heute auf Ihren Weg bis hierhin zurückblicken: Was waren entscheidende Momente für Ihr Engagement und wie hat sich Ihr Engagement im Laufe der Jahre verändert?

Wenn ich zurückblicke, dann gibt es mehrere Momente, die mein Engagement befördert haben. In meinem autobiographischen Buch Ich bin eure Stimme habe ich beschrieben, wie ich Zeugin von einem der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit der heutigen Zeit geworden bin – das Töten und die Entführung meiner Familie, Freund*innen und Mitglieder meiner Gemeinschaft sowie die Zerstörung meines Zuhauses und Dorfes. Ich wurde Zeugin davon, was meiner Mutter, meinen Schwestern, Nichten und Neffen passiert ist und das sind Erinnerungen, die ich niemals vergessen kann.

Wir lebten ein einfaches Leben und wurden von einer der brutalsten Terrororganisationen der Welt angegriffen. Ihr Ziel war es nicht nur uns als Individuen zu vernichten, sondern unser Volk, uns Frauen und die gesamte Gemeinschaft auszulöschen. Ich überlebte, während es so viele Frauen und Mädchen nicht geschafft haben und das bewegte mich dazu, meine Geschichte zu erzählen und für diejenigen zu sprechen, deren Stimmen der Islamische Staat zum Schweigen bringen wollte.

Später traf ich auf Reisen in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Kenia, der Ukraine und Kosovo Überlebende sexueller Gewalt und da wurde mir klar, dass was den Jesid*innen widerfahren ist, kein Einzelfall war. Sexuelle Gewalt wird weltweit als Kriegswaffe eingesetzt. Diese Erkenntnis verstärkte mein Engagement – nicht nur für meine Gemeinschaft, sondern für Überlebende überall.

Allzu oft wird sexuelle Gewalt in Konflikten als Nebeneffekt des Krieges behandelt und nicht als bewusste Taktik. Diese Auffassung müssen wir ändern. Mein Weg wurde durch persönliche Verluste geprägt aber auch die Stärke von anderen Überlebenden hatte einen starken Einfluss. Deshalb setze ich mich weiterhin dafür ein, dass Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden und Überlebende Unterstützung erhalten, um ihr Leben wieder aufbauen zu können.

Sie inspirieren viele Menschen, doch häufig wissen diese nicht, wie genau sie Ihren Einsatz für Menschenrechte unterstützen können. Was wäre ein konkreter, vielleicht sogar ungewöhnlicher Rat, den Sie den Leser*innen aber auch uns, als Förderin, mit auf den Weg geben würden, um etwas zu bewegen?

Als ich es schaffte, aus der Gefangenschaft zu entkommen, waren mein Zuhause und mein Dorf zerstört und unter der Kontrolle des IS. Ich war gezwungen, in einem Geflüchtetenlager in meinem eigenen Land zu leben. Ich habe selbst erlebt, wie solche Lager das Gefüge von Familien und Gemeinschaften zerstören, weil es ihnen an Privatsphäre, Arbeitsmöglichkeiten, angemessener Bildung und der Sicherheit eines familiären Umfelds mangelt.

Diese Erfahrung hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass Geflüchtetenlager keine sichere und langfristige Lösung für Menschen sind, die einen Völkermord erlebt haben. Aus diesem Grund haben wir uns bei der Gründung von Nadia’s Initiative darauf konzentriert, Sindschar wieder aufzubauen, anstatt in den Lagern tätig zu werden. Wir haben in Projekte investiert, die Infrastruktur wieder aufzubauen, neue Möglichkeiten vor Ort zu schaffen und den Menschen eine Chance zu geben, sicher in ihre Heimat zurückzukehren.

Gleichzeitig habe ich die Regierungen der Länder in Europa, Nordamerika und darüber hinaus aufgefordert, Jesid*innen und anderen Überlebenden, die noch nicht in ihre Heimat zurückkehren können, Recht auf Asyl zu gewähren. Zwar haben einige Länder wie Frankreich, Deutschland, Kanada und Australien Überlebende aufgenommen, doch kein Land war bereit, allen Jesid*innen Schutz zu gewähren. Deshalb bin ich überzeugt, dass die wirksamste Hilfe, die Regierungen, lokale Behörden – einschließlich das Land Baden-Württemberg – und internationale Unterstützer*innen anbieten können darin besteht, direkt in nachhaltige Lösungen in Post-Konfliktregionen wie Sindschar zu investieren.

Mit anderen Worten: Der beste Weg, um langfristige Veränderungen zu erreichen, besteht nicht in kurzfristiger Hilfe, sondern darin, Gemeinschaften dabei zu unterstützen, ihre Heimat wiederaufzubauen, ihre Würde zurückzugewinnen und die Grundlage für eine sichere und stabile Zukunft zu schaffen.

Wenn Sie sich die Welt in 25 Jahren, im Jahr 2050, vorstellen: Was wäre für Sie das deutlichste Zeichen, dass Ihre Arbeit, die Ihrer Organisation und der Partnerschaft Baden-Württemberg und Nordirak – nachhaltig gewirkt hat?

Um ehrlich zu sein, ist es schwer vorstellbar, wie die Welt in 25 Jahren aussehen wird. Wir erleben rasante geopolitische Veränderungen, eine sich beschleunigende Klimakrise und tiefgreifende Erschütterungen der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Systeme.

Das deutlichste Zeichen für die nachhaltige Wirkung unserer Arbeit und dieser Partnerschaft wäre jedoch, wenn die heute initiierten Projekte langfristig weitergeführt, von der Gemeinschaft selbst getragen sind und sich darauf konzentrieren, die am meisten marginalisierten Menschen zu stärken – insbesondere Frauen und Mädchen.

Ein Beispiel dafür ist das erste Frauenzentrum, das wir in Sindschar gegründet haben. Es ist bereits zu einem Leuchtturmprojekt der Hoffnung geworden und hat das Potenzial, die Rechte von Frauen und Mädchen zu stärken und ihnen gleichzeitig die Bildung und Kenntnisse zu vermitteln, die sie für ihren Erfolg benötigen. Wenn solche Zentren im Jahr 2050 noch immer bestehen und wachsen, diese von lokalen Frauen geleitet werden, Generationen von Überlebenden unterstützen und zu einer stärkeren, widerstandsfähigeren Gemeinschaft beitragen, dann wäre das ein deutliches Zeichen dafür, dass unsere Arbeit nachhaltig etwas bewirkt hat.

Liebe Frau Murad, vielen herzlichen Dank für diesen Einblick und Ihre Zeit.

Projekte von Nadia’s Initiative beim Traditionellen Benefizkonzert der SEZ am 16. Oktober 2025 im Neuen Schloss in Stuttgart unterstützen

In diesem Jahr stehen Projekte der Partnerschaft mit dem Nordirak im Mittelpunkt. So beispielsweise das Projekt „Hoffnung durch Sport neu aufbauen – Jugendliche in Sindschar stärken“, durchgeführt von der Organisation Nadia’s Initiative, gegründet von Friedensnobelpreisträgerin und Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Darcy Mwuhiro

Bild: Daryc Mwuhiro stellte beim Smartphone Documentary Workshop vor seinen Mitschüler*innen und den Lehrer*innen sein Projekt vor © Burundi Film Center.

September 2024 in Bujumbura: Im Rahmen des Smartphone Documentary Workshops entstanden in kürzester Zeit neun beeindruckende Trailer. Das einzige Werkzeug? Ein Smartphone. Dieser Workshop entstand durch eine Kooperation zwischen der Filmakademie Baden-Württemberg und dem Burundi Film Center. Finanziert wurde das Projekt von der SEZ über Mittel des Staatsministeriums Baden-Württemberg, die vom Landtag Baden-Württemberg bewilligt wurden.

Darcy Mwuhiro ist ein junger Dokumentarfilmer und Fotograf aus Burundi. Sein Schwerpunkt liegt auf Geschichten der Resilienz, Hoffnung und Friedensbildung. So interviewte er beim Smartphone Documentary Workshop im September 2024 Geflüchtete aus der DR Kongo. Im Gespräch erfahren wir, was ihn inspiriert und wie er durch Filme Menschen zusammenbringt.

Amahoro, Darcy. Wie kamst du zum Film?

Seit meiner Kindheit war ich von Filmen umgeben. Sie eröffneten andere Welten und regten meine Vorstellungskraft wie kein anderes Medium an. Filme halfen mir zu träumen, zu staunen und das Leben aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Ursprünglich wollte ich kein Filmemacher werden: Ich begann Friedensförderung und Entwicklung zu studieren. Denn ich wollte verstehen, wie Gemeinschaften nach traumatischen Ereignissen – wie Bürgerkriegen oder Genoziden – heilen können. Mit der Zeit erkannte ich jedoch, dass sich manche Wahrheiten nicht in Lehrbüchern oder Daten finden lassen – sie leben in Gesichtern, Stimmen, in der Stille und in Auseinandersetzungen. Eine Kamera kann Dinge zeigen, die Worte nicht ausdrücken können.

Was inspiriert dich bei deiner Arbeit?

In meinem Heimatland, Burundi, gibt es eine Fülle von unerzählten Geschichten – Geschichten, die von Widerstandsfähigkeit, Hoffnung und dem andauernde Weg nach Frieden erzählen. Ich möchte diese Geschichten, diese Momente einfangen und sie einem breiteren Publikum zugänglich machen: Das ist der Kern meiner Motivation. Filme haben die einzigartige Fähigkeit, Empathien zu wecken und Menschen über Kulturen hinweg miteinander zu verbinden.

Auf welche Themen legst du den Fokus in deinen Filmen?

Mit meinem Hintergrund in Friedensförderung und Entwicklung habe ich mich schon immer für Geschichten interessiert, die Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung fördern. Was mich wirklich fasziniert, sind die kleinen, kraftvollen Akte der Resilienz – Menschen, die im Verlust Sinnhaftigkeit entdecken, und Chaos in Kunst verwandeln. Das sind die Geschichten, die es verdienen, erzählt zu werden. Seit ich an der renommierten Filmakademie Baden-Württemberg studiere, beschäftige ich mich auch mit dem Spielfilm. Manchmal kann der Dokumentarfilm nicht die tief unterschwelligen Wahrheiten einfangen. Die Fiktion greift, wo die Realität versagt: Die Fantasie bringt Botschaften besser hervor und Emotionen können mehr erreichen. Ich lerne, beide Welten – Fiktion und Realität – zu verbinden. Damit ich Geschichten erzähle, die nicht nur informieren, sondern Menschen zum Handeln bewegen.

Im vergangenen Jahr hast du am Smartphone Documentary Workshop teilgenommen. Was hast du aus diesem Workshop mitgenommen?

Der Smartphone Documentary Workshop mit dem Burundi Film Center, der Filmakademie Baden-Württemberg und der SEZ hat uns gelehrt: Was zählt ist die Geschichte und der Mut, sie zu erzählen. Nur mit einem Smartphone in der Hand haben wir gelernt, bewusst die Welt zu sehen und zielgerichtet zu filmen.
Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war eine eindringliche Diskussion über Ethik im Dokumentarfilm mit unseren Trainer*innen aus Deutschland. Wir haben darüber gesprochen, was es wirklich bedeutet, die Würde der Menschen zu schützen, die uns ihre Geschichten anvertrauen. Dieses Gespräch hat mich sehr bewegt. Es hat mich daran erinnert, dass es bei der Dokumentararbeit nicht nur darum geht, Bilder einzufangen, sondern darum, die Wahrheit eines Menschen mit Sorgfalt zu vermitteln.
Dieser Workshop hat mir nicht nur beigebracht, wie man ohne großes Budget bessere Geschichten erzählt, sondern auch, wie ich meiner Stimme als Filmemacher vertrauen kann. Selbst mit einem Smartphone als Werkzeug kann eine gut erzählte Geschichte viel bewirken.

Wie kann die AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi junge Künstler*innen unterstützen?

Die AMAHORO! Partnerschaft birgt ein immenses Potenzial für junge Künstler*innen wie mich, insbesondere in Burundi. Sie kann uns den entscheidenden Zugang zu Ressourcen, Mentor*innen und Vertriebsplattformen verschaffen, die für uns oft unerreichbar sind. Darüber hinaus kann sie ein wichtiges Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt fördern, sodass Künstler*innen voneinander lernen und sich auf ihrem kreativen Weg weniger alleine fühlen.
Meiner Erfahrung nach brauchen junge Künstler*innen vor allem Empowerment und Selbstvertrauen. Wir müssen daran glauben, dass unsere einzigartigen Perspektiven und Geschichten auf der globalen Bühne wirklich zählen.
Die AMAHORO! Partnerschaft kann eine wichtige Brücke sein, die burundische Künstler*innen mit der Welt verbindet und uns allen hilft, unser volles Potenzial auszuschöpfen.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke, Darcy!

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Montag, 3. Juli 2023

AMAHORO! Landespartnerschaft

Die AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi Gelebte Partnerschaften zwischen Baden-Württemberg und Burundi Seit mehr als 40 Jahren bilden partnerschaftliche

AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT
SEZ
Montag, 19. Mai 2025

Friedensarbeit mitten im Konflikt?

Der anhaltende Konflikt im Osten der DRK und die Auswirkungen auf Burundi und Ruanda beschäftigen die Landespartnerschaft.
AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT
BWIRKT!
ENGAGIERTE IN BADEN-WÜRTTEMBERG
PARTNER­SCHAFTS­GRUPPEN
PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM
Mittwoch, 30. April 2025

Veränderung beginnt in der Art, wie wir die Welt erzählen.

Öffentlichkeitsarbeit bedeutet Verantwortung, insbesondere auch in der internationalen Partnerschaftsarbeit.

Ihre Ansprechpartnerin

Anna Leicht
ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi
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(POST)MIGRANTISCHE ORGANISATIONEN ENGAGIERTE IN BADEN-WÜRTTEMBERG INTERVIEW

Im Gespräch mit Paulino José Miguel

Paulino José Miguel beim 2. Afrika Forum Baden-Württemberg in Ludwigsburg im Herbst 2024 (©CamiloAmayaFotograf).

Seit Jahrzehnten setzt sich Paulino José Miguel für die Teilhabe von Migrant*innen in der Entwicklungspolitik ein. Lesen Sie im Interview, wie sein Engagement für Migration und Entwicklung ihn geprägt und welche Erwartungen er an die Zukunft hat.

Lieber Paulino, herzlichen Glückwunsch zum Bundesverdienstkreuz und zur Ehrung deines langjährigen Engagements. Du bist Fachpromotor für (post-)migrantische Vereine beim Forum der Kulturen Stuttgart e.V., vernetzt so die Branche und prägst mit deiner Arbeit aktiv unser interkulturelles Miteinander in Stuttgart, im Ländle und weit darüber hinaus. Du hast maßgeblich das Verständnis von Migration und Entwicklung geprägt. An was denkst du, wenn wir von „Migration & Entwicklung“ sprechen?

Wenn wir von Migration und Entwicklung sprechen, denke ich zuallererst an die Menschen. Ich denke an die Menschen, die an diesem Prozess beteiligt sind. Es sind Menschen, die nicht nur an sich selbst denken, sondern auch an die Gemeinschaften, aus denen sie ursprünglich kommen und in denen sie aktuell leben und darüber hinaus. Das sind Menschen, die die Gesellschaften zusammenhalten wollen und nicht spalten. Deshalb arbeiten Sie an der Verbesserung der Bedingungen in ihren Herkunftsländern und hier sowie weltweit.

Vielen Dank für die Einordnung. Kannst du uns einen Einblick geben, was in diesem Jahr ansteht?

In diesem Jahr haben wir einiges vor. Ein Punkt bleibt weiterhin die Bekanntmachung und der Austausch über unser Positionspapier mit Handlungsimpulsen zur besonderen Stellung des (post-)migrantischen Engagements in der entwicklungspolitischen Förderlandschaft. Das Interesse daran ist groß – wir haben zahlreiche Anfragen von unterschiedlichen Akteur*innen erhalten.

Zudem arbeiten wir an einem Expert*innenpapier, in das wir gezielt migrantische Expert*innen aus verschiedenen Einrichtungen einbinden möchten. Gerade jetzt, da Migration zunehmend zum Reizthema geworden ist – eine Entwicklung, die ich mit Sorge betrachte – braucht es eine klare, starke Position. Unser Ziel ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und unsere Demokratie zu stärken.

Welche Erwartungen hast du an Organisationen wie die SEZ aber auch die Politik, um (post-)migrantisches Engagement in der entwicklungspolitischen Arbeit voranzubringen? In welcher Rolle siehst du die SEZ?

Organisationen wie die SEZ und die Politik spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung des (post-)migrantischen Engagements. In den letzten Jahren wurden bereits wichtige Fortschritte erzielt, doch es bleibt noch viel zu tun.

Die SEZ hat bereits zahlreiche Projekte realisiert, die (post-)migrantische Akteur*innen stärken. Ein Beispiel ist das Afrika Forum, das von Anfang an nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch von der SEZ begleitet und mit koordiniert wurde. Auch das baden-württembergische Staatsministerium unterstützt unsere Arbeit – etwa durch das migrantische entwicklungspolitische Netzwerk, in dem Landesbeamte und sogar Staatssekretär Rudi Hoogvliet aktiv den Austausch mit Migrant*innen suchen.

Ich wünsche mir, dass die SEZ diesen Weg weitergeht und noch mehr Stiftungen und Organisationen davon überzeugt, das Engagement von (post-)migrantischen Initiativen gezielt zu fördern. Diese Unterstützung sollte möglichst viele erreichen, um nachhaltige Wirkung zu entfalten.

Was wünschst du dir für das nächste Jahr für deine Arbeit und dein Engagement?

Für das kommende Jahr wünsche ich mir, dass die Anerkennung meines Engagements auch auf andere Menschen mit Migrationsgeschichte ausgeweitet wird – insbesondere durch eine stärkere Unterstützung von Projekten, die von und für (post-)migrantische Gemeinschaften initiiert werden. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, Menschen mit Migrationsgeschichte in Schlüsselpositionen, wie Gremien und Vorständen von Dachverbänden, stärker zu verankern. Ihre Präsenz und Mitgestaltung auf diesen Ebenen sind essenziell, um ihre Perspektiven sichtbarer zu machen und strukturelle Veränderungen voranzutreiben.

Was bedeutet die offizielle Anerkennung deiner Arbeit durch das Bundesverdienstkreuz für dich?

Die offizielle Anerkennung meiner Arbeit ist für mich zugleich eine Würdigung des Engagements aller (post-)migrantischen Akteur*innen. Ich sehe mich dabei lediglich als Mittler, als eine Stimme für all jene Menschen mit Migrationsgeschichte, die sich täglich für das Gemeinwohl einsetzen.

Das Bundesverdienstkreuz habe ich stellvertretend für sie alle entgegengenommen – für diejenigen, die oft unsichtbar bleiben, aber durch ihre Arbeit unsere Gesellschaft maßgeblich mitgestalten.

Danke für deine Zeit und deinen unermüdlichen Einsatz für eine offene Gesellschaft!

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW

Im Gespräch mit Prof. Dr. Aloys Misago

Prof. Dr. Aloys Misago und Philipp Keil bei der BW-Burundi Konferenz 2022 in Stuttgart (© SEZ/ Amani Papy).

Unser langjähriger Partner Prof. Dr. Aloys Misago aus Burundi war im November zu Besuch in Baden-Württemberg und bei der SEZ. Im Interview lernen Sie Ihn und seine wichtige Arbeit im Deutschzentrum kennen.

Hallo Herr Prof. Dr. Misago, können Sie sich kurz vorstellen und uns über Ihre Arbeit und das Deutschzentrum in Burundi berichten?

Ich bin Vorstandsvorsitzender des Deutschzentrums in Bujumbura. Das Zentrum wurde 2022 gegründet, aber Deutschkurse gibt es bereits seit 2014.

Im Jahr 2014 kam eine Delegation aus Baden-Württemberg zu Besuch. Damals war ich Dekan des Wirtschaftswissenschaftlichen Institut. Die Delegation hat während der Reise die Umstände gesehen, unter denen wir arbeiten mussten: zu dem Zeitpunkt gab es zwei Lehrkräfte mit einem PHD, die mehr als 2.000 Studierende zu betreuen hatten. Die Delegation hat sich danach dazu entschieden, fünf Studierenden pro Jahr das Angebot zu machen, einen PHD in Deutschland abzuschließen. Das Problem: 2014 konnte ich keine fünf Leute finden, die über ausreichende Deutsch-Kenntnisse verfügten. So schickte ich nur zwei Lehrkräfte nach Deutschland. Diese zwei Lehrkräfte waren meine ersten beiden Deutsch-Studierenden

2015 folgten dann Unruhen in Burundi und die Partnerschaft ist etwas eingeschlafen. Aber 2017 wurde die Partnerschaft wiederbelebt und wir konnten mit 79 neuen Deutschlernenden beginnen. Damals ist die SEZ eingesprungen und finanzierte den ersten Deutschkurs nach 2015. Seitdem wächst die Zahl der Lernenden rasant, so dass wir heute 2540 eingeschriebene Studierende für die Deutschkurse haben. 2014 haben wir „klein“ angefangen – heute haben wir mehrere Campusse, an denen Deutsch gelehrt wird:

  • vier in Bujumbura,
  • drei in Gitega,
  • eine in Ngozi,
  • eine in Rumonge und
  • drei Stellen in Nyanza Lac.

Das Interesse an der deutschen Sprache in Burundi ist so stark gestiegen, dass wir die Teilnehmendenzahl begrenzen müssen. Denn wir haben zwei Probleme:

Das erste Problem ist die geringe Anzahl an Lehrkräften. Die ersten die Deutsch unterrichtet haben, sind diejenigen, die in Deutschland studiert haben und deshalb die Sprache gelernt haben. Als die Zahl der Interessenten stieg, mussten wir die ehemaligen Studierenden mit B1 und B2 motivieren, dass sie auch zu Deutschlehrkräften werden. Heute können wir diesen Bedarf decken.

Das zweite Problem sind die Räumlichkeiten. Von Anfang an haben wir die Räume der Universität genutzt. Auch heute nutzen wir diese Räume oder Räume an Schulen. Das geht aber nur mit Abendkursen. Für das Niveau B2 braucht man mit der Abendschule vier Jahre. Für Interessenten, die es eilig haben, ist das zu langsam. Sie haben zum Beispiel ein Stipendium oder möchten zu ihrer Familie in Deutschland. Diese Menschen können keine vier Jahre lernen. Deshalb bieten wir auch Intensivkurse an, in denen die Studierenden und Schüler*innen von 7:30 bis 12:30 Uhr lernen. Zu diesen Zeiten benötigen aber auch die Institutionen ihre Räume. Also stellt sich für uns gerade die Frage: Wie können wir neue Räume finden, damit wir mit den Intensivkursen weitermachen können?

Danke für diesen Einblick – die Entwicklung von 79 Lernenden zu über 2.500 ist sehr beeindruckend. Aber ja damit gehen natürlich auch andere Anforderungen in Bezug auf die Räumlichkeiten einher.

Es gibt das burundische Sprichwort „Inzira ntibara inkuru – Auf einer Reise begegnet man einer Vielzahl von Geschichten“. Du bist ja schon lange Jahre mit deinen Deutschkursen und auch so Teil der AMAHORO! Landespartnerschaft. Fällt dir eine Geschichte, eine Anekdote aus der Partnerschaft ein, die du erlebt hast und gerne mit uns teilen möchtest?

Das ist eine schwierige Frage, ich habe schon so viel Unterschiedliches in der Partnerschaft erlebt. Könntest du mir eine Richtung geben?

Wie wäre es mit einem Highlight? Oder einer Begegnung, wo du jemand besonderes getroffen hast?

Was mich sehr beeindruckt in der Partnerschaft ist, dass die Partnerschaft nicht nur Zahlen, nicht nur Gebäude sind, sondern eine persönliche Begegnung. Aus der Partnerschaft heraus habe ich sehr viele Freund*innen gefunden, sodass ich, wenn ich nach Deutschland reise, mich wie zuhause fühle. Und ich habe auch erlebt, dass viele Partner*innen sich so wohl miteinander fühlen, dass man sich gegenseitig nach Hause einlädt. Das begeistert mich am meisten an der Partnerschaft.

Meinst du das liegt auch an den Deutschkursen vor Ort? Dass dadurch neue Begegnungen entstehen und Menschen sich austauschen können? Dass dadurch neue Freundschaften und Familien entstehen, weil man sich unterhalten kann?

Ja natürlich. Es gibt viele Deutschlernende, die im Austausch zu Freund*innen werden. Selbst im erweiterten Netzwerk, also Menschen, die schon länger nicht mehr aktiv Deutschkurse besuchen, kommen zu Netzwerktreffen. Es gibt leider wenig Besucher*innen aus Deutschland, die nach Burundi kommen, um die Deutschlernenden kennenzulernen. Aber ich denke in der Zukunft werden auch mehr Interessierte aus Deutschland kommen und dadurch können natürlich neue Freundschaften entstehen.

Vielleicht wird es in der Zukunft dann mehr Austausch in beide Richtung geben …

Ja in Burundi lernen wir Deutsch. Ich träume davon, dass eines Tages deutsche Schüler*innen auch Kirundi lernen werden.

Ja sehr gerne, dann müssen wir hier auch ein Kirundi-Zentrum aufbauen und vielleicht haben wir dann auch eines Tages über 2000 Schüler*innen, die Kirundi lernen.

Ja es würde schon reichen, wenn Schulen oder Unis freiwillige Kirundi-Kurse anbieten würden.

Genau, dann könnte man im Austausch mit beiden Sprachen sprechen – Deutsch und Kirundi. Das ist eine schöne Idee.

Unsere letzte Frage geht in eine ähnliche Richtung, hast du einen Wunsch für die Partnerschaft?

Ja, ich wünsche mir noch mehr Hin und Her in der Partnerschaft. Oft ist es noch eine Einbahnstraße. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass auch im Bereich Kultur oder Wirtschaft mehr hin und her passiert. Dass zum Beispiel die Partnerschaft sich für mehr Unternehmen einsetzt, die in Burundi ansässig werden.

Für mehr Austausch, mehr Hin und Her setzen wir uns gerne weiterhin ein. Danke für dein Engagement und das Interview!

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW

Im Gespräch mit Prof. Émile Mworoha

Prof. Dr. Émile Mworoha hatte gemeinsam mit Erich Schneider die Vision einer Partnerschaft (Screenshot: SEZ)

Erfahren Sie im Gespräch mehr zu den Anfängen der AMAHORO! Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi.

Prof. Émile Mworoha wurde in Kayanza geboren. Er war Lehrer und schloss an der Universität einen Master in Geschichte ab. Sein Fokus in der Doktorarbeit lag auf der Geschichte der Region der Großen Seen, die den Titel „Institutionen, Riten und staatliche Strukturen im Afrika der Großen Seen“ trug. Eine seiner bedeutenden Publikationen war „Peuples et rois de l’Afrique des lacs: Le Burundi et les royaumes voisins au XIXe siècle“. In den 1980er Jahren war Mworoha Präsident der Nationalversammlung von Burundi. In dieser Zeit reiste er nach Baden-Württemberg und initiierte gemeinsam mit Erich Schneider, Landtagspräsident a. D., die AMAHORO! Landespartnerschaft.

Prof. Mworoha, Sie sind einer der Gründerväter der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Während Ihrer Reise nach Baden-Württemberg trafen Sie den damaligen Präsidenten des Landtages, Erich Schneider. Wie kam es zu dieser Reise und können Sie die Anfänge dieser Partnerschaft beschreiben?
Im Jahr 1984, während meines Besuchs in Baden-Württemberg, kam mir eine wunderbare Idee, die ich gemeinsam mit meinem Freund Erich Schneider entwickelte: eine Partnerschaft zwischen der Provinz Kayanza in Burundi und dem Land Baden-Württemberg ins Leben zu rufen und zu fördern. Diese Vision nahm schnell Gestalt an. Wir haben also die Partnerschaft begonnen.

Sie begann damit das Kunsthandwerk in Kayanza zu fördern, das sich durch die Unterstützung Baden-Württembergs zu einem Kunsthandwerkszentrum entwickelte. Auch im Gesundheitswesen konnten wir wichtige Fortschritte erzielen. So wurde das Krankenhaus in Kayanza mit Ausrüstung ausgestattet, was die medizinische Versorgung der Menschen verbesserte. Diese Partnerschaft ist für mich ein Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit über Grenzen hinweg greifbare Ergebnisse erzielen kann.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft der Partnerschaft?
Ich wünsche mir sehr, dass das Jubiläum ein Anlass ist, die Partnerschaft noch weiter zu vertiefen. Eine Herzensangelegenheit ist für mich die Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg im handwerklichen Bereich in Kayanza. Ich wünsche mir, dass diese wieder aufgenommen wird.

Es ist mein Wunsch, dass auch die burundische Diaspora in Deutschland eine aktive und solidarische Rolle dabei spielt, die Partnerschaft zu intensivieren. Gemeinsam können wir sicherstellen, dass diese Verbindung nicht nur bestehen bleibt, sondern für die kommenden 40 oder 50 Jahre noch stärker wird.

Ihre Ansprechpartnerin

ANNA LEICHT

ÖA & Eventmanagement in AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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ENGAGIERTE IN BADEN-WÜRTTEMBERG INTERVIEW PARTNER­SCHAFTS­GRUPPEN PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM SEZ

Im Gespräch mit Dr. Kidist Hailu

Neu veröffentlicht: der komplett überarbeitete Fragenkatalog “Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren”. Dr. Kidist Hailu war aktiv am Prozess beteiligt (© SEZ).

Erfahren Sie im Gespräch mit Dr. Kidist Hailu, Fachpromotorin für lokale Partnerschaftsinitiativen, mehr über den Fragenkatalog „Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren“.

Bereits im Jahr 2020 wurde der Kriterienkatalog „Partnerschaften reflektieren“ veröffentlicht. Unter dem Motto „Wer Fragen stellt, verändert die Welt“ wurde damals die erste Ausgabe eingeleitet. Im Juni wurde nun ein zweiter Fragenkatalog von Fachpromotor*innen aus dem Bereich internationale Kooperationen und der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e. V. veröffentlicht. Im Gespräch mit Dr. Kidist Hailu erhalten Sie Informationen über „Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren – Ein Fragenkatalog“ und erfahren, welche Empfehlungen die Broschüre und die Fachpromotorin den Partnerschaftsgruppen mit auf den Weg geben.

Können Sie uns kurz beschreiben, was genau Ihre Tätigkeit ist?

Ich bin seit 2021 Teil der SEZ und koordiniere als Fachpromotorin für lokale Partnerschaftsinitiativen Workshops und Seminare zu Themen, die für Partnerschaften relevant sind, zum Beispiel zu transkultureller Kommunikation, Kinderschutz, diskriminierungssensibler Sprache sowie Dekolonisierung der Partnerschaftsarbeit. Außerdem koordiniere ich eine Plattform für Austauschmöglichkeiten zwischen Engagierten und biete Beratungen für die Partnerschaftsgruppen in Baden-Württemberg an.

Vor kurzem wurde „Nord-Süd-Partnerschaften reflektieren – ein Fragenkatalog“ überarbeitet und Sie waren aktiv an diesem Prozess beteiligt. Könnten Sie uns erklären, was genau dieser Fragenkatalog beinhaltet?

Der Fragenkatalog, sowohl die ursprüngliche als auch die aktuelle Version, richtet sich an Partnerschaftsgruppen, insbesondere an diejenigen, die sich in den Nord-Süd-Partnerschaften engagieren. Die Veröffentlichung bietet wertvolle Anregungen, um Partnerschaften auf verschiedenen Ebenen zu betrachten und kritisch zu durchdenken. Der Fragenkatalog enthält inspirierende Impulse und Handlungsanregungen, die dazu beitragen können, die eigene Arbeit sowie die Zusammenarbeit mit den Partner*innen zu reflektieren und bei Bedarf zu verändern.

Wir, die Fachpromotor*innen im Bereich internationale Kooperationen und Partnerschaften, haben bundesweit zusammengearbeitet, um Partnerschaftsgruppen bei ihrem Engagement zu unterstützen und frische Impulse für Nord-Süd-Partnerschaften zu setzen. Wir wünschen uns, dass der Fragenkatalog als nützliches Werkzeug verwendet wird, um die Zusammenarbeit nicht nur besser zu verstehen, sondern auch aktiv zu verbessern.

Weshalb wurde der erste Fragenkatalog überarbeitet?

Die Überarbeitung war notwendig, weil sich die Debatten und Perspektiven über Nord-Süd-Partnerschaften im Laufe der Zeit verändert haben. Zudem sind neue Fragen aufgetaucht, die sowohl die aktuelle Situation als auch die historische Entwicklung kritisch hinterfragen, während andere Fragen an Relevanz verloren haben. Dadurch konnten wir dazu beitragen, dass der Katalog weiterhin zeitgemäß und nützlich bleibt.

Welche Themen werden in der überarbeiteten Version aufgegriffen?

Die neue Ausgabe behandelt unter anderem aktuelle Debatten und Themen, die bisher in der Nord-Süd-Partnerschaftsarbeit häufig unbeachtet geblieben sind. Dazu gehören wichtige Themen wir Dekolonialisierung, machtkritische Perspektiven und globale Gerechtigkeit in Partnerschaften. Ebenso sind Fragen zur politischen Dimension, zu Menschenrechten und zur Geschlechtergerechtigkeit jetzt ein wichtiger Bestandteil des Fragenkatalogs.

Welche Vorteile bietet der Fragenkatalog für Nord-Süd-Partnerschaften?

Ich hoffe sehr, dass der Fragenkatalog viele Partnerschaftsgruppen erreicht und aktiv genutzt wird. Denn die Reflexion innerhalb von Partnerschaften kann die Kommunikation verbessern, gemeinsame Lernprozesse starten und allgemein eine bewusste Diskussion untereinander ermöglichen. Der Fragenkatalog ist flexibel einsetzbar, wird sicher nicht die letzte Version bleiben und sich weiter mit der Zeit entwickeln. Denn die Themen und Relevanz der Fragen verändern sich mit der Zeit. Deshalb möchten wir Partnerschaftsgruppen ermutigen, ihre eigenen Fragen zu stellen und gemeinsam mit ihren Partner*innen nach Lösungen zu suchen. Um die Nutzung noch breiter zu ermöglichen, planen wir die Broschüre noch in vier weitere Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch) zu übersetzen, damit auch Partner*innen im Globalen Süden mit dem Katalog arbeiten können.

Welche Empfehlung möchten Sie Partnerschaftsgruppen noch mit auf den Weg geben?

Meine persönliche Empfehlung für alle Engagierten in Nord-Süd-Partnerschaften ist, Partnerschaften als ein Lernfeld zu betrachten und immer offen zu sein, auch vom Globalen Süden zu lernen.

Vielen Dank für diesen Einblick.

Ihre Ansprechpartnerin

DR. KIDIST HAILU

Fachpromotorin für Internationale Partnerschaftsarbeit

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Ange Muyubira

Ange Myubira in drei Aspekten: Burundi-Liebhaberin, geborene Unternehmerin und weltbegeistert (© SEZ/Ange Muyubira).

Die burundische Unternehmerin Ange Muyubira gründete bereits zu Schulzeiten ihr erstes Unternehmen. Damit war ihr Unternehmergeist geweckt. Heute ist sie CEO von Kaz’O’zah in Burundi. Im Gespräch erzählt sie uns mehr zu ihrer Arbeit und ihrer Motivation.

Kannst du dich und deine Arbeit vorstellen?

Mein Name ist Ange Muyubira und ich würde sagen, dass ich eine geborene Unternehmerin bin und gerne finanziell unabhängig bin. Ich mag es, die Welt zu erkunden und meine Talente in den Dienst meiner Gemeinschaft zu stellen. Ich möchte, dass die Menschen um mich herum dasselbe tun können.

Deshalb geht es mir bei allem, was ich auf die eine oder andere Weise tue, vor allem darum, dass die Menschen ein gutes Einkommen erzielen, einen guten Lebensunterhalt haben und dass ihr Land davon profitiert. Drei Aspekte fassen mich gut zusammen: Burundi-Liebhaberin, geborener Unternehmerin, weltbegeistert.

Mein erstes Unternehmen gründete ich in der Schule. Es handelte sich dabei um einen Lieferdienst für NGOs und Unternehmen. Denn aufgrund des Krieges war es den Angestellten nicht möglich für das Mittagessen nach Hause zu fahren.

Als ich ins Vereinigte Königreich zum Studieren ging, halfen mir die Erfahrungen aus meinem ersten Unternehmen: Es war mir möglich, gleichzeitig zu studieren, zu arbeiten und das nächste kleine Unternehmen zu gründen. All diese Erfahrungen führten letztendlich dazu, dass ich jetzt ein soziales Unternehmen, eine gemeinnützige Organisation und eine Mikrofinanz-Organisation führe.

 

Was bedeutet Kaz’O‘zah?

Kaz’O’zah ist Kirundi und bedeutet „strahlende Zukunft“. Kaz’O’zah ist in drei Zweige unterteilt:

  1. Kaz’O’zah Arts für den kommerziellen Bereich
  2. Kaz’O’zah Keza ist eine Non-Profit-Organisation
  3. Kaz’O’zah Fund für Mikrofinanzierungen

Die Geschichte von Kaz’O’zah begann in der Zusammenarbeit mit Künstler*innen. Deshalb heißt der erste Zweig auch Kaz’O’zah Arts. Als Antwort auf die Bedarfe der Künstler*innen folgte die Non-Profit Organisation Kaz’O’zah Keza. Es unterstützt die Künstler*innen und Gemeinschaften dabei, ihre Business Development Fähigkeiten zu verbessern und bringt ihnen bei, wie sie ihre Einnahmen zur Verbesserung ihres Lebens nutzen können. Es geht also um Lebensunterhalt und finanzielle Eingliederung. Anschließend profitieren die Alumni von den Finanzdienstleistungen der Kaz’O’zah Fonds. All diese Zweige entstanden aus dem Bedarf des Marktes und den Bedürfnissen der Kund*innen.

 

Was war bei all diesen Erfahrungen bisher dein Highlight und was die größte Herausforderung?

Als ich aus England als Dolmetscherin zurückkam, hatte ich die Möglichkeit, einen sehr gut bezahlten Job in einer internationalen Organisation zu bekommen. Das wollte ich dann aber nicht. Ich sagte mir stattdessen, ich möchte mit den ländlichen Gemeinden zusammenarbeiten und zum Erfolg des Landes beitragen. Und ich sagte mir: Burundi hat ein Beschäftigungsproblem. Ich will nicht kommen und denjenigen die Arbeit wegnehmen, die keine haben. Sondern ich möchte Arbeitsplätze schaffen. Niemand hat daran geglaubt. Alle dachten, ich sei ein bisschen verrückt.

Und ich bin stolz darauf zu sehen, wie ich das geschafft habe. Ich habe 12 Jahre lang nicht aufgegeben, und Kaz’O’zah hat inzwischen über 20 000 Burundier*innen und über 300 Ugander*innen erreicht. Und ich bin so stolz darauf, dass sich das Einkommen der Menschen von 2 Dollar pro Tag auf 40 Dollar pro Tag erhöht hat.

Das ist es, was mich besonders stolz macht: zu sehen, dass es möglich ist. Entwicklung ist möglich. Und wenn man den Menschen etwas beibringt und ihnen eine Chance gibt, können sie sich entwickeln. Wenn ländliche Gemeinden eine Chance erhalten, können sie sich entwickeln.

Die größte Herausforderung, vor der ich bisher stand… Wenn ich ins Ausland reise, um Kooperationspartner*innen zu finden, stelle ich immer wieder fest, dass viele mit Ostafrika zusammenarbeiten, aber nicht mit Burundi. Das ist sehr schmerzhaft, weil man sich fragt: Wenn alle lieben, was du tust, war es ein Fehler im falschen Teil der Erde geboren worden zu sein? Aus diesem Grund habe ich großen Respekt vor der SEZ, die seit über 40 Jahren mit Burundi zusammenarbeitet.

 

Was motiviert dich für deine Arbeit?

Die Worte, die ich mir selbst gesagt habe: Ich möchte zur Entwicklung Burundis beitragen. Ich setze alles, was ich habe, dafür ein. Ich bin sehr leidenschaftlich und sehr engagiert, um positive Veränderungen in diesem Land herbeizuführen und der Welt die großartigen Dinge in unserem Land zu zeigen.

 

Du erwähntest den Aspekt der Zusammenarbeit und wie schwierig es manchmal ist, im Ausland Kooperationspartner*innen zu finden. Wie kann die AMAHORO! Partnerschaft eine Rolle bei deiner Arbeit in Burundi spielen?

In Kirundi gibt es ein Sprichwort „Ubwenge Burarahurwa“. Übersetzt: Weisheit muss eingekauft werden. Es bedeutet, dass die Weisheit nicht von selbst kommt. Stattdessen muss man sie woanders suchen. In Bezug auf die Zusammenarbeit bedeutet es, dass wir von den Deutschen etwas lernen wollen und wir wollen, dass die Deutschen auch etwas von uns lernen.

Es gibt auch ein anderes Sprichwort: „Iminwe iroyha inyuranye.“ Es bedeutet, dass Hände gut schmecken, wenn sie ausgetauscht werden. Also im übertragenen Sinne etwa: Ich füttere dich, du fütterst mich und dann schmeckt es gut. Wenn wir unser Wissen und das, was wir einbringen können, austauschen, wird ein gutes Ergebnis herauskommen.

Ich danke dir vielmals für dieses Interview. Tuzosubira.

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Divine Umulisa

Im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Divine Umulisa Gashugi © Divine Umulisa Gashugi

Erfahren Sie im Gespräch mit der Journalistin und Autorin, Divine Umulisa Gashugi, wie Sie Teil der AMAHORO! Landespartnerschaft geworden ist und welche Wünsche Sie als Koordinatorin insbesondere für die Schulinitiative Amahoro Burundi hat.

Was ist Ihre Tätigkeit in der AMAHORO! Landespartnerschaft?

Ich bin seit 2022 als Koordinatorin für die Schulinitiative Amahoro Burundi beim Entwicklungspädagogischen Informationszentrum Reutlingen (EPiZ) tätig. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen Kafalo Sékongo, Gundula Büker und Natalia Zumarán bin ich Teil des Clusters Bildung der AMAHORO! Landespartnerschaft. Wir arbeiten mit verschiedenen Akteur*innen im Bereich der Bildung zusammen, um die Partnerschaft bekannter zu machen. Unser Motto ist hierbei: voneinander lernen, anstatt übereinander lernen.

Dafür organisiere ich Veranstaltungen, bei denen die Schüler*innen aus Baden-Württemberg in einen Austausch mit Jugendlichen aus Burundi kommen. Außerdem unterstützen wir auch Schulen, die schon in der Partnerschaft aktiv sind.

Wie sind Sie Teil der Partnerschaft geworden?

In erster Linie natürlich über meinen Job als Koordinatorin der AMAHORO! Schulinitiative. Aber auch über meine persönliche Geschichte: Ich bin in Ruanda geboren und habe bereits in Burundi gelebt. Ich habe also viele Freund*innen und Bekannte in Burundi. Bereits vor meiner Rolle als Koordinator*in für Schulpartnerschaften habe ich über zehn Jahre mit Jugendlichen aus Burundi zusammen gearbeitet. Zum Beispiel in kreativen Projekten für politische Bildung sowie in den Bereichen Kunst und Kultur.

Jetzt wohne ich in Baden-Württemberg und die Partnerschaft ist für mich eine Möglichkeit, meine Zusammenarbeit mit Menschen in Burundi fortzusetzen. Mir gefällt es, dass es nun mein Job ist, beide Kulturen zusammen zu bringen. Jedes Mal, wenn ich im Kontakt mit unseren burundischen Partner*innen und Kolleg*innen bin, fühlt es sich so an, als ob wir schon immer gemeinsam arbeiten würden. Unser gemeinsames Verständnis macht unsere Zusammenarbeit besonders produktiv.

Was ist Ihr Wunsch für die Partnerschaft?

Mein Wunsch für die Partnerschaft ist natürlich , dass sie mehr Sichtbarkeit bekommt. Leider sind Schulen in Baden-Württemberg immer noch schwer  für eine Schulpartnerschaft im Allgemeinen zu gewinnen und es ist besonders schwer, wenn es um das Partnerland Burundi geht. Denn das Land ist ja nicht so bekannt und für Menschen in Deutschland eher kein touristisches Ziel. Mein Wunsch wäre, dass wir die Schulpartnerschaft mit Burundi finanziell unterstützen, damit eine Partnerschaft mit dem Partnerland von Baden-Württemberg attraktiver für die hiesigen Schulen wird.

Grundsätzlich wünsche ich der AMAHORO! Landespartnerschaft zum Jubiläum mehr Sichtbarkeit und die Verstärkung ihrer Arbeit.

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW SEZ

Im Gespräch mit Bischof Dr. Bigirimana

Bischof Dr. Éraste Bigirimana und Philipp Keil tauschten sich beim Besuch zur AMAHORO! Landespartnerschaft und Bildung aus (© SEZ).

Am 7. März 2024 besuchte der anglikanische Bischof von Bujumbura, Dr. Éraste Bigirimana, das Büro der SEZ in Stuttgart. Seine Vision: Bildung zu stärken und Lehrkräfte und Schüler*innen aus beiden Regionen miteinander zu verbinden. Die AMAHORO! Landespartnerschaft kann hierbei unterstützen.

Was sticht für Sie bei der AMAHORO! Landespartnerschaft heraus?

Ich schätze diese Partnerschaft sehr und bin dankbar, dass die Zivilgesellschaft, die Kirchen und andere Gruppen an dieser Partnerschaft beteiligt sind. Ich wünsche der Partnerschaft alles Gute zum Jubiläum und hoffe, dass sie stetig weiterwächst.

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft?

Wir möchten die guten Beziehungen innerhalb der AMAHORO! Partnerschaft aufrechterhalten und weiter ausbauen. Es ist wichtig, in die Jugend und die junge Generation zu investieren. Der Ausbau und die Förderung von Bildung, Berufsausbildung und berufliche Weiterbildung sind dafür essentiell. Denn das sind Investitionen in die Zukunft und deshalb müssen Projekte in diesem Bereich in Burundi unterstützt werden.

Ihre Ansprechpartnerin

MUNA HASSABALLAH

Partnerschaftsarbeit der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen BW & Burundi

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT INTERVIEW

Im Gespräch mit Shabani Ramadhani

Der burundische Festivalleiter Shabani Ramadhani war im November zu Besuch in Stuttgart.

Im Gespräch mit dem burundischen Musiker und Festivalleiter Shabani Ramadhani haben wir mehr über die Marahaba Music Expo und den Stellenwert der Kultur für Zusammenarbeit erfahren.

SEZ: AMAHORO Shabani, kannst du dich kurz vorstellen?

Shabani Rhamadani: Ich bin Shabani Ramadhani, ein leidenschaftlicher Künstler und Aktivist, der sich für Gesundheitsrechte einsetzt. Mein Ziel ist es, die Jugend nach dem Krieg zu ermutigen. Ich habe an verschiedenen musikalischen Projekten und Festivals in verschiedenen Ländern teilgenommen und bin dort aufgetreten. Aufgrund meiner musikalischen Fähigkeiten war ich auch Musiklehrer am Marahaba Art Center (MAC). Darüber hinaus bin ich Gründer der Marahaba Music Expo.

SEZ: Was ist die Marahaba Music Expo und was war deine Motivation, Marahaba zu gründen? Was bedeutet Marahaba?

Shabani Rhamadani: Marahaba ist Swahili und bedeutet „gut gemacht“ oder „Hurra“. Die Marahaba Music Expo ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Bujumbura, Burundi. Sie setzt sich dafür ein, die Öffentlichkeit aufzuklären, Innovationen auszutauschen und die Zusammenarbeit durch Musik und Kunst zu fördern. Sie wurde 2018 gegründet, um der Jugend Hoffnung zu geben. Die Vision der Organisation ist ein friedliches und lebendiges Burundi. Ihre Mission ist es, Innovation und Kreativität für ein glückliches Land zu schaffen. Unsere Organisation arbeitet in diesen Bereichen:

  • das Musikfestival: Dieses internationale Musikforum findet alle zwei Jahre statt. Es soll den Dialog zwischen Künstler*innen aus Afrika und anderen Teilen der Welt fördern. Die Expo umfasst Workshop-Programme, Diskussionen, Vorträge und Bühnenauftritte. Seit ihrer Gründung fanden fünf Festivals statt, die eine künstlerische Revolution in der Musik- und Kreativbranche in Burundi bewirkt haben. Mehr als 5000 lokale Künstler*innen haben von der Gründung dieser angesehenen Organisation profitiert.
  • Bildung: Unsere Organisation betreibt das Marahaba Arts Center, in dem junge Frauen und Männer in Bujumbura mehr über Kunst, Kreativität und Musik lernen können. Unser Ziel ist es, die Zahl der jungen Menschen auf der Straße zu reduzieren, indem wir ihnen eine gute Ausbildung und ein gutes Gespür für Unternehmertum vermitteln. Dafür werden im Marahaba-Zentrum verschiedene Programme durchgeführt, die die Fähigkeiten junger Frauen und Männer stärken und ihnen beibringen, wie sie durch Kunst und Musik zu Unternehmer*innen werden können.
  • Entrepreneurship für Künstlerinnen: Unsere Organisation hat Künstlerinnen unterstützt, indem sie die Möglichkeit erhalten haben, an künstlerischen und sozialen Aktivitäten teilzunehmen. Da sich die Künstlerinnen für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen, inspirieren sie andere Frauen.

SEZ: Du warst Mitte November in Deutschland: Was war der Anlass und wie war deine Erfahrung?

Shabani Rhamadani: Ich bin für die Filmpremiere des Kurz-Dokumentarfilms „Facing new realities – Wie der Klimawandel sich im Herzen Afrikas auswirkt“, die am 9. November in Stuttgart stattgefunden hat, angereist. Es war für mich eine sehr gute Erfahrung, da ich zum ersten Mal in dieser Stadt war. Bei meinem Besuch hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Akteur*innen des kulturellen Sektors Stuttgarts zu treffen.

SEZ: Wie kann Kultur und Musik dazu beitragen, Menschen zusammenzubringen, insbesondere Menschen aus Baden-Württemberg und Burundi?

Shabani Rhamadani: Kultur und Musik sind ein guter Weg, um Menschen zusammenzubringen und die Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Burundi zu verbessern. Denn Musik und Kultur bringen Frieden für alle. Sie können auch dabei unterstützen verschiedene Botschaften zu vermitteln, wie z.B. den Klimaschutz oder die Stärkung des Engagements von jungen Menschen.

SEZ: Wie kann man deine Arbeit verfolgen und unterstützen?

Shabani Rhamadani: Jede Person, Institution oder Organisation ist herzlich eingeladen, mit uns in Kontakt zu treten und zusammenzuarbeiten. Alle, die daran interessiert sind, unsere Arbeit zu unterstützen, können uns über folgende Kanäle erreichen: www.marahabafestival.com, info@marahabafestival.com oder über meine Telefonnummer +25768475873.

SEZ: Was sind deine Wünsche für die Zukunft?

Shabani Rhamadani: Unser Wunsch ist es, die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Stuttgart und Burundi fortzusetzen. Durch Kultur und Musik können wir viel erreichen. Auch ist es wertvoll, wenn Erfahrungen durch Austausch und Zusammenarbeit der Künstler*innen und Festivals aus beiden Regionen geteilt werden.

MUNA HASSABALLAH

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