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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT

Vorgestellt: Augusta Muhimpundu

Seit Anfang November 2017 hat das Team der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) eine neue Stipendiatin: Augusta Muhimpundu aus Burundi arbeitet bis Ende Juni 2018 als Expertin für das Kompetenzzentrum Burundi. In ihrer Heimatstadt Bujumbura ist sie Programmkoordinatorin von YESS, einem Programm der Association Des Guides Du Burundi. Dieses Austauschprogramm ermöglicht jungen Frauen ein sechsmonatiges Auslandspraktikum. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der studierten Psychologin gehören die Ausbildung jugendlicher Führungskräfte und die Stärkung von Frauen. Seit 2016 ist sie eine der Young Women Speakers der World Association of Girl Guides and Girl Scouts.

SEZ: Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Augusta Muhimpundu: Ich bin fröhlich, ich helfe sehr gerne und würde sagen, dass ich Menschen liebe. Ich bin verrückt und meine Träume kennen keine Grenzen. Ich versuche jeden Tag, in vollen Zügen zu leben. Meine Familie ist sehr groß. Unser Haus in Bujumbura war immer voller Leben, mit vielen Verrücktheiten und mit unterschiedlichen Generationen. Ich war die jüngste in unserer Familie. Mein Vater ist Hochschullehrer und wir wohnten in einer Reihenhaussiedlung, in der viele Hochschulangehörige mit ihren Kindern lebten. Als Kind war ich sehr ruhig, zumindest, wenn ich in der Schule war. Ich spielte viel mit Freunden aus der Nachbarschaft und würde sagen, dass ich eine sehr glückliche Kindheit hatte.

SEZ: Hast du eine Kindheitserinnerung während der Krise?

Augusta Muhimpundu: Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich mit Freunden vor unserem Haus saß und wir über den Dächern Munitionskugeln hin- und herflogen sahen. Das war im Jahr 2000 und ich war 9 Jahre alt. Das war damals das Normalste der Welt. Wir fühlten uns in unserem Stadtteil Bujumburas sicher, denn wir dachten, dass das nur andere Stadtteile betrifft. Heute weiß ich von Freunden aus diesen Stadtteilen, dass sie das Gleiche über unser Viertel dachten. Wenn man nichts mehr ändern kann, dann findet man einen Weg, trotzdem ein glückliches Leben zu führen. Das war unser Weg.

SEZ: Was bedeutet dein Name? Augusta Muhimpundu: Meine Großmutter gab mir meinen Nachnamen, mein Vater gab mir den Vornamen. Augusta, weil ich im August geboren wurde. Muhimpundu ist der Name einer sehr bekannten und schönen Melodie in Burundi. Ich vermute, dass sie meine Großmutter gesungen hat, als sie erfuhr, dass ich nach zwei Jungs als erstes Mädchen in die Familie geboren wurde. „Muhe“ kommt von „geben“. Mein Nachname bedeutet also etwa so viel wie „mir wurde eine Melodie gegeben“. Mein Vater gab mir mit 22 Jahren den weiteren Namen „Cuzuzo“. Er bedeutet in etwa „Das Teil, das uns noch gefehlt hat“.

SEZ: Welchen beruflichen Werdegang hast du?

Augusta Muhimpundu: Nach der Schule habe ich klinische Psychologie in Bujumbura studiert und danach sechs Monate mit einem Austauschprogramm in Südafrika gearbeitet. Zurück in Burundi schrieb ich meine Abschlussarbeit und arbeitete danach für Cafob, ein Projekt, das Mädchen und Frauen in Ostafrika stärkt. Ich war die Repräsentantin Burundis und Koordinatorin des Projekts. Bevor ich nach Deutschland kam, war ich Programmkoordinatorin für das Programm YESS der Association Des Guides Du Burundi.

SEZ: Wieso ist die Stärkung von Mädchen und Frauen aus deiner Sicht besonders notwendig?

Augusta Muhimpundu: Burundi ist ein sehr patriarchales System. Männer haben ihren festen Platz in der Gesellschaft. Sie treffen die Entscheidungen und alles beginnt bei ihnen. Schon beim Aufwachsen lernen Jungs, dass sie wichtiger sind als Mädchen. Deshalb ist es mir wichtig, Mädchen und Frauen zu Selbstbewusstsein zu verhelfen, damit sie ihre Ziele erreichen. Warum sollte eine Frau nicht Soldatin, Pilotin oder Ingenieurin werden, wenn sie das gerne will? In Burundi ist das keine Selbstverständlichkeit. Ich helfe jungen Frauen dabei, herauszufinden, was sie lieben, was sie sich wünschen und wie sie Ziele erreichen können. Die Reflexion über das eigene Ich und über die eigenen Stärken ist sehr wichtig. Ein Praktikum im Ausland kann dabei sehr helfen. Deshalb fördern wir diese Art von Austausch mit vielen Ländern in Subsahara Afrika und seit Neuestem auch mit Bangladesch und Nepal.

SEZ: Du bist nun seit vier Monaten in Deutschland. Was hat dich am meisten überrascht? Und was fehlt dir am meisten?

Augusta Muhimpundu: Am meisten überrascht hat mich das Wetter. Ich wusste, dass ich im Sommer ankomme. Und dann das: 18 Grad Celsius und Regen. Positiv überrascht bin ich noch immer von der Freundlichkeit und Offenheit der Menschen in Deutschland. Meine Freunde und Bekannte auf der ganzen Welt machten sich Sorgen um mich, als ich ihnen erzählte, dass ich in Deutschland leben werde. Deutschland hat in vielen Ländern den Ruf, dass die Menschen dort unfreundlich und abweisend sind. Ich bin sehr froh, dass ich hier jeden Tag vom Gegenteil überzeugt werde und ich erzähle allen, dass sie auch kommen sollen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen. Ich vermisse Freunde und Familie und ich vermisse mein Lieblingsessen, etwa Isombe, ein Essen mit Maniokblättern und Brochettes, das sind Fleischspieße.

SEZ: Was bedeutet die Partnerschaft zwischen Burundi und Baden-Württemberg für dich?

Augusta Muhimpundu: Ich wusste vor meiner Bewerbung bei der SEZ nichts von der Partnerschaft und lerne deshalb jeden Tag mehr über die langjährigen Beziehungen. Wenn ich zurück in Burundi bin, werde ich sehr viel Werbung dafür machen.

Weiterführende Links:

https://sez.de/burundi/

https://www.wagggs.org/en/

https://www.facebook.com/guide…

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM

SEZ organisiert Juristinnen- und Juristenaustausch

Deutsche und ostafrikanische Juristen treffen sich vom 5. bis 12. November 2017 in Baden-Württemberg. Sie tauschen sich aus und bilden sich weiter.

Die Juristinnen und Juristen aus Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Tansania erhalten eine Tandempartnerin oder einen Tandempartner zur Seite und begleiten sie eine Woche lang bei der Arbeit. Das trägt zu einem direkten und fachlichen Austausch bei und sorgt für ein besseres Verständnis des jeweils anderen Justizsystems. Außerdem besuchen sie mehrere Verhandlungen am Oberlandesgericht und sie besuchen das Landeskriminalamt, die Justizvollzugsanstalt in Stammheim und eine Wirtschaftsprüfkanzlei. Alle Gäste sind auch Teil einer Abendveranstaltung mit Ministerialdirektor Elmar Steinbacher und mit ausgewiesenen Experten zum Thema Völkerrecht. Zum Abschluss ihres Besuchs nehmen die Juristinnen und Juristen aus Ostafrika an der Jahrestagung des Gesellschaft für afrikanisches Recht am 10. und 11. November 2017 in Freiburg teil.

Zu Gast in Stuttgart sind die Juristin Elisabeth Swai Simon aus Tansania, Alexis Manirakiza aus Burundi, der zurzeit in Antwerpen arbeitet, Claude Mwanza aus der Demokratischen Republik Kongo und Jean-Claude Nsengiyumva aus Ruanda. 

Sie bilden Tandems mit Staatsanwältin Melanie Rischke aus Stuttgart, Dr. Silke Benner, Vorsitzende Richterin am Landgericht Stuttgart, Verena Alexander, Richterin am Landgericht in Stuttgart und Evelyn Oltmanns, Vorsitzende Richterin am Landgericht Stuttgart.

Ziel des Projekts ist ein fachlicher Austausch über die wesentlichen Voraussetzungen für eine unabhängige und effiziente Justiz. Durch den Austausch und den damit verbundenen Perspektivwechsel können die Juristinnen und Juristen aus Afrika und Deutschland ihren Erfahrungshorizont mit dem jeweiligen anderen System weiterentwickeln. Ziel ist auch ein partnerschaftliches und fachliches Netzwerk, das den Informations- und Erfahrungsaustausch vereinfacht.

Partner sind die Robert Bosch Stiftung, die Gesellschaft für afrikanisches Recht e. V., die Kanzlei Hamann Rechtsanwälte, das Arnold-Bergstraesser-Institut Freiburg, die Stadt Freiburg, das Staatsministerium Baden-Württembergs sowie das Oberlandesgericht Stuttgart.

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AMAHORO! LANDESPARTNERSCHAFT PARTNER­SCHAFTS­ZENTRUM

AFRIKA KOMMT! zur SEZ

Anfang November 2017 begrüßt das zehnköpfige Team der SEZ eine neue Mitarbeiterin: Augusta Muhimpundu aus Burundi arbeitet dann bis Ende Juni 2018 als Expertin für das Kompetenzzentrum Burundi der Stiftung. In ihrer Heimatstadt Bujumbura ist sie Programmkoordinatorin der Association Des Guides Du Burundi. Dieses Austauschprogramm ermöglicht jungen Frauen ein sechsmonatiges Auslandspraktikum. Zu Augusta Muhimpundus inhaltlichen Schwerpunkten gehören die Ausbildung jugendlicher Führungskräfte und die Stärkung von Frauen. Seit 2016 ist sie eine der Young Women Speakers der World Association of Girl Guides and Girl Scouts.

Die studierte Psychologin ist im Rahmen des Programms AFRIKA KOMMT! in Stuttgart. Mit der Initiative deutscher Wirtschaftsunternehmen absolvieren Nachwuchsführungskräfte aus Subsahara-Afrika ein Traineeprogramm in Deutschland. In Zusammenarbeit und mit Förderung durch die Robert Bosch Stiftung wurden 2017 erstmals zwei zivilgesellschaftliche Vertreterinnen in das Programm mitaufgenommen, das 2017 sein zehnjähriges Bestehen feiert. Normalerweise richtet es sich ausschließlich an Wirtschaftsunternehmen.

Die SEZ freut sich auf die Zusammenarbeit mit Augusta Muhimpundu. Besonders freuen wir uns darauf, dass sie eine burundische Perspektive in die Arbeit des Kompetenzzentrums Burundi einbringt und so die weitere Strukturierung und Vernetzung zwischen Baden-Württemberg und dem Partnerland Burundi vorantreibt.

Links zu diesem Thema:

Homepage des Programms AFRIKA KOMMT!
Kompetenzzentrum Burundi der SEZ
Association Des Guides Du Burundi
World Association of Girl Guides an Girl Scouts

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