32. Burundi-Treffen in Stuttgart

Partnerschaften auf Augenhöhe in der Entwicklungszusammenarbeit sind eine Unmöglichkeit. Das war eine zentrale Erkenntnis des 32. Burundi-Treffens des Burundi-Kompetenzzentrums der SEZ.

In ihrem Impulsreferat ging Vera Sompon, Geschäftsführerin von Sompon Social Service, auf das Thema Macht- und Denkstrukturen ein. Ein Thema, das auch Philipp Keil, Geschäftsführender Vorstand der SEZ, zuvor in seinem Statement beleuchtet hatte.

In ihren Ausführungen ging sie zurück in das Jahr 1884 und zur sogenannten Berliner Konferenz. Auf dieser Konferenz hatten die europäischen Kolonialmächte Afrika untereinander aufgeteilt. Dieses Ereignis läutete eine neue Art der Beziehung zwischen Afrika und Europa ein, so die Referentin. Dann, in den 1960er Jahren, wurden die afrikanischen Staaten unabhängig von den ehemaligen Kolonialmächten. „Seitdem sprechen wir von Partnerschaften auf Augenhöhe“, sagte Vera Sompon. „Allein das Wort Augenhöhe macht mich wütend.“ Augenhöhe könne es nur geben, wenn beide Partner die gleiche Position haben. Dies sei aber nicht der Fall. Sie bezweifelte, dass wir in Deutschland, in Europa überhaupt eine Partnerschaft auf Augenhöhe wollen. Die herrschenden Strukturen, so Vera Sompon, müssten sich ändern, wenn wir tatsächlich auf Augenhöhe miteinander sprechen wollen. Und sie fragte: „Sind wir bereit, umzudenken? Wenn wir von Veränderungsprozessen sprechen, dann müssen wir bereit sein, uns selbst zu ändern. Wir müssen bei uns anfangen.“ Bei diesem Veränderungsprozess gehe es um Entscheidungsgewalt und Macht, „und darüber müssen wir sprechen.“

Auch Referentin Teresa Merz bezweifelte die vielbeschworene Partnerschaft auf Augenhöhe. „Partnerschaften auf Augenhöhe sind eine schöne Utopie“, so das Fazit ihrer Untersuchungen. Sie führte aus, dass unsere Denkmuster Macht über uns haben und bestimmen wie wir mit den Partnern umgehen und mit interagieren. In ihren Ausführungen plädierte sie dafür, die eigene Perspektive zu hinterfragen und die Spielräume zu nutzen, die es auch innerhalb bestehender Machtstrukturen gibt. Damit könne man eine Partnerschaft auch schon etwas partnerschaftlicher gestalten.

Raissa Mpundu, eine burundische Stipendiatin und Doktorandin an der Universität Tübingen sowie der Université du Burundi, ergänzte die vorangegangenen Beiträge mit einem Praxisbeispiel. Sie stellt ein Projekt vor, dass sie gemeinsam mit einer jungen burundischen Unternehmerin entwickelt hat und Umweltschutz insgesamt und besonders den Schutz den Tanganyikasees in den Vordergrund stellt. Dabei betont sie die kulturellen Gepflogenheiten und sozioökonomischen Realitäten der möglichen Zielgruppen und deren Bedeutung für die Projektplanung sowie das Projektmanagement.

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